- 25.02.2015, 18:30:32
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WirtschaftsBlatt-Leitartikel: "Andere Länder, andere Krisen" - von Marijana Miljkovic
Wien (OTS) - Während das hoch verschuldete Griechenland mit
europäischen Verhandlungspartnern um Lösungen ringt, um ohne strenge
Sparpolitik weiter Hilfsgelder zu erhalten, sind andere Krisenstaaten
in den Hintergrund gerückt.
Auf dem Höhepunkt der Eurokrise im Frühjahr 2013 gab es einige: Neben
Griechenland gerieten Zypern, Spanien, Portugal und Slowenien in
Turbulenzen. Nachbar Slowenien konnte sich jedoch aus der Affäre
ziehen - die berüchtigte Troika, bestehend aus dem Internationalen
Währungsfonds (IWF), der Europäischen Zentralbank (EZB) und der
EU-Kommission, konnte ferngehalten werden.
Sloweniens Vorteil war, dass der Staat und seine Finanzen, bei aller
berechtigter Kritik, weitestgehend gesund genug waren, um die
Schuldenlast zu stemmen. Die Schulden entstanden, weil die
staatlichen Banken plötzlich auf faulen Krediten des realen Sektors
sitzen geblieben waren. Zyperns Banken beispielsweise, die ebenfalls
gerettet werden mussten, haben eine andere Kundenstruktur, das
Geschäftsmodell basierte auf dem Finanzsektor - Stichwort Steueroase.
Slowenien ist jedoch noch nicht aus dem Schneider.
Die Milliardenhilfen für die Banken müssen die Steuerzahler stemmen,
und dafür werden neue Sparmaßnahmen nötig. Zu Reformen kam es bisher
aber nicht, weil die Politik durch Grabenkämpfe geschwächt war.
Zweimal wurde seit 2012 neu gewählt, einer konservativen Regierung
folgten zwei Mitte-links-Kabinette. Diese zaudern jetzt, die
Versprechen, die in Richtung EU abgegeben wurden, zu erfüllen. Dazu
gehören etwa Privatisierungen von Staatsbetrieben. Die Bevölkerung
steht nicht dahinter. Der Verkauf des lukrativsten Assets, der
Slowenischen Telekom, steckt fest.
Die Misere hätte verhindert werden können, bevor die Eurokrise
überhaupt ihren Namen erhielt. "Wir hätten Zeit gehabt, unser
Bankenproblem allein zu lösen. Wir konnten es nicht und wollten es
nicht", sagt Ökonom Igor Masten.
Dennoch bleibt mit der slowenischen Lösung Ärger mit anderen
Beteiligten erspart. Zypern etwa klagt die Troika vor dem
Europäischen Gerichtshof auf Schadenersatz, weil zyprische Banken
ihre Töchter wegen des Bankenhilfspakets angeblich unter Wert
verkaufen mussten. Die Lehre für Slowenien und andere Länder kann nur
lauten: Nicht erst handeln, wenn Feuer am Dach ist.
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