- 25.02.2015, 13:45:00
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Mitterlehner: Forschung sichtbar machen und Innovationspotential heben
Forschungsaktionsplan fördert Wissenschaftskarrieren, universitäre Spin-Offs und private Finanzierung - "Jahr der Forschung" soll Wissenschaft sichtbar machen

Utl.: Forschungsaktionsplan fördert Wissenschaftskarrieren,
universitäre Spin-Offs und private Finanzierung - "Jahr der
Forschung" soll Wissenschaft sichtbar machen =
Wien (OTS/BMWFW) - "Innovation ist der Schlüssel für
gesellschaftliche Stabilität und wirtschaftliches Wachstum. Wir
müssen das generierte Wissen unserer Universitäten und
Forschungsinstitutionen stärker nutzbar und für die Gesellschaft
zugänglich machen", so Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner
anlässlich der heutigen Vorstellung des "Jahres der Forschung". Der
Sprung zu den Innovationsführern ist nicht nur eine Frage des Geldes,
sondern auch, ob das System optimal aufgestellt ist. Daher hat das
Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW)
einen Forschungsaktionsplan ausgearbeitet, der in den nächsten ein
bis zwei Jahren umgesetzt werden soll. Der Vergleich mit anderen
Ländern zeigt, dass es mehr Dynamik braucht: Dänemark und Schweden
haben beide eine ähnlich hohe Forschungsquote wie Österreich, sind
aber trotzdem die innovativsten Länder Europas (2013: Dänemark Platz
1 im Innovation Union Scoreboard und 3,1 Prozent F&E-Quote; Schweden
Platz 2 und 3,2 Prozent F&E-Quote; Österreich Platz 10 und 2,8
Prozent F&E-Quote). "Um in die Gruppe der Innovation Leader zu
kommen, müssen wir einen Ruck nach vorne machen und in den nächsten
Jahren Gas geben. Dazu müssen wir Forschung sichtbarer machen und
vorhandene Potentiale besser nutzen", so Mitterlehner.
Forscherkarrieren fördern
Rund 75 Prozent der wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter stehen in befristeten Dienstverhältnissen und haben
geringe Aussichten auf eine fixe Anstellung. Im Rahmen der aktuellen
Verhandlungen zu den Leistungsvereinbarungen an den Universitäten und
im Zuge einer UG-Novelle werden daher gemeinsam mit den Institutionen
Maßnahmen verankert, um Forscherkarrieren zu erleichtern. "Wir wollen
mehr Forscherkarrieren und stärkere Durchlässigkeit im System
schaffen, um möglichst vielen Nachwuchswissenschaftlern
Entfaltungsmöglichkeiten zu geben. Die Zahl der Beschäftigten in
Forschung und Entwicklung soll langfristig um rund zehn Prozent
steigen", sagt Mitterlehner. Derzeit sind rund 108.000 Personen in
diesem Bereich beschäftigt. Geplant sind die Einführung eines
gesamthaften, integrativen Personalmanagements an Universitäten und
eine Weiterentwicklung der bestehenden Kettenvertragsregelung sowie
eine Reduktion des Anteils befristeter Dienstverhältnisse. Zudem
sollen die rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen weiter
verbessert werden (Richtung Tenure Track-System).
Private Finanzierung erleichtern
In Österreich gibt es großen Nachholbedarf bei gemeinnützigen
Investitionen in F&E. Stiftungsausschüttungen in gemeinnützige
Projekte in Deutschland liegen mit 183 Euro pro Jahr und Einwohner
60-mal über dem österreichischen Wert (3 Euro/p.a. und Einwohner).
Aktuell wird unter Federführung des Wissenschaftsministeriums an
Anpassungen zum Bundesstiftungs- und Fondsgesetz gearbeitet. "Wir
nutzen das vorhandene Potenzial im Bereich der Gemeinnützigkeit viel
zu wenig. Unser Ziel ist, dass die Gründung einer gemeinnützigen
Stiftung in Österreich ähnlich einfach wie eine Vereinsgründung
wird", so Mitterlehner. Statt langwieriger Genehmigungsprozesse soll
die Stiftung eingerichtet sein, wenn sie von der Behörde innerhalb
einer bestimmten Frist nicht untersagt wird. Die Spendenabsetzbarkeit
für gemeinnützige Stiftungen soll ebenfalls erleichtert werden. Ziel
ist, dass die neuen Regelungen 2016 in Kraft treten.
Innovationskraft und Unternehmergeist der Hochschulen stärken
"Wissenschaft und Forschung sind Treiber für wirtschaftliches
Wachstum. Ein Euro, der über die FFG in Forschung und Entwicklung
investiert wird, bringt 14 Euro an Wertschöpfung. Gerade an unseren
Hochschulen haben wir viel kreatives Potenzial, das viel zu selten in
konkrete Unternehmensgründungen oder Prototypen fließt", so
Mitterlehner. 2014 gab es an den 22 öffentlichen Universitäten nur
elf Ausgründungen von Unternehmen. Ziel des BMWFW ist es, die
Gründungsaktivitäten an den Hochschulen zu erhöhen und mehr
Prototypen durch Forschung zu generieren. Anfang Februar 2015 wurden
mehr als 1,44 Millionen Euro für die Entwicklung patentfähiger
Prototypen an den Universitäten zur Verfügung gestellt. In Summe
investiert das BMWFW bis 2018 20 Millionen Euro in die bessere
Verwertung von Forschungsergebnissen. Im Rahmen der
Leistungsvereinbarungen werden die Universitäten erstmals
aufgefordert, konkrete Verwertungs-Ziele zu definieren, zudem sollen
Start-Ups durch eine Bündelung der administrativen Aufgaben oder dem
Zugang zu Infrastruktur entlastet werden.
"Jahr der Forschung": Stärkung der Verbindung zwischen
Wissenschaft und Bevölkerung
"Forschung wirkt und daher müssen wir dieses Zukunftsthema in den
Mittelpunkt der Gesellschaft rücken und die Bürgerbeteiligung
stärken. Jeder soll wissen, dass Österreich für wissenschaftliche
Kreativität und innovative Forschung steht", so Mitterlehner. Aus
diesem Grund nutzt das BMWFW das Jubiläumsjahr 2015 zu einem "Jahr
der Forschung", in dem durch verschiedene Schwerpunkte auf die
Entwicklungen in der österreichischen Forschungslandschaft
hingewiesen wird. Auf der Website www.jahrderforschung.at werden die
zentralen Informationen über den Forschungsstandort gesammelt, und
österreichische Forschungsinstitutionen sind eingeladen, ihre
Veranstaltungen für die Öffentlichkeit zu präsentieren. In fünf
Bereichen sind Bürger aufgerufen, ihre Zukunftsidee für Österreich
einzureichen. Zudem soll der Schwerpunkt "Citizen Science" weiter
ausgebaut werden, um Wissenschaft und Forschung bürgernah zu
gestalten. Bei FWF-geförderten Projekten wird es eine Prämie geben,
wenn die Bevölkerung aktiv in das Forschungsprojekt einbezogen wird.
Dafür stellt das BMWFW über OeAD und FWF rund 500.000 Euro pro Jahr
zur Verfügung.
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