- 20.02.2015, 12:41:24
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Der Tag der Kriminalitätsopfer 2015
Schwerpunkt auf jugendliche Opfer von Straftaten im öffentlichen Raum
Utl.: Schwerpunkt auf jugendliche Opfer von Straftaten im
öffentlichen Raum =
Wien (OTS) - Der Tag der Kriminalitätsopfer 2015 widmet sich
Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die von Straftaten im
öffentlichen Raum betroffen sind. Vertreter des WEISSEN RINGS, der
Kinder- und Jugendanwaltschaft Wien und der Männerberatung lieferten
Fachbeiträge. Ein Workshop in Schulen band auch die betroffene
Zielgruppe aktiv ein.
Anlässlich des Tages der Kriminalitätsopfer veranstaltete das
Innenministerium mit der Verbrechensopferhilfsorganisation WEISSER
RING am 20. Februar 2015 einen Schwerpunkt im Bundesministerium für
Inneres über "Jugendliche Betroffene von Straftaten im öffentlichen
Raum". Internationale Studien und die Erfahrungen von
Opferhilfeeinrichtungen zeigen, dass junge Menschen im Alter von 15
bis 25 Jahren von Straftaten im öffentlichen Raum besonders betroffen
sind.
"In fast vierzig Prozent der Fälle waren die Opfer von Gewalt Kinder,
Jugendliche und junge Erwachsene. Zu den häufigsten Delikten zählen
Körperverletzung, gefährliche Drohung, Nötigung und Raub", sagte der
Generaldirektor für öffentliche Sicherheit, Mag. Mag (FH) Konrad
Kogler. "Auch wenn es in den letzten fünf Jahren gelungen ist, diese
Zahl um mehr als fünf Prozent zu senken, ist doch jedes einzelne
Opfer zu viel. Darum arbeiten wir im Bereich der Prävention ganz
intensiv mit anderen Ministerien, mit der Zivilgesellschaft und mit
privaten Einrichtungen zusammen. Opferschutz und Opferhilfe sind eine
gesamtgesellschaftliche Aufgabe, bei der alle an einem Strang ziehen
müssen. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die Zusammenarbeit über
Ressortgrenzen und Zuständigkeiten hinweg sehr gut funktioniert. Auch
in Zukunft sind wir gefordert, an einem Strang zu ziehen und
gemeinsam für den Schutz und die Hilfe von Opfern einzutreten."
"Der WEISSE RING widmet sich als Schwerpunkt der Opferarbeit für
junge Menschen, die Opfer von situativer Gewalt geworden sind. Das
ist Gewalt, die Menschen außerhalb des häuslichen Nahbereichs
erleiden, beispielsweise bei Raubüberfällen, schweren
Körperverletzungen und dergleichen", sagte der Präsident des WEISSEN
RINGES, Hon.-Prof. Dr. Udo Jesionek. "Der Tag der Kriminalitätsopfer
ist ein guter Anlass, um das Bewusstsein für diese Gewaltformen und
ihre jugendlichen Opfer zu stärken und die Opfer dazu zu motivieren,
Hilfe und Unterstützung von speziellen Einrichtungen in Anspruch zu
nehmen."
"Der diesjährige Tag der Kriminalitätsopfer ist all jenen Personen
gewidmet, die durch eine Straftat Leid und Trauer erfahren mussten
und mitunter noch immer zu wenig beachtet werden. Dabei fällt
besonders bei Jugendlichen die Trennung zwischen Opfern und Tätern
oft schwer. Hier sind Täter manchmal zugleich Opfer, nämlich Opfer
mangelnder Erziehung oder verfehlter Integration und in jüngster Zeit
oft genug auch Opfer von Hasspredigern", sagte Justizminister Dr.
Wolfgang Brandstetter. "Wir in Österreich sind im Bereich Opferschutz
gut aufgestellt, besonders auch in Hinblick auf Jugendliche und junge
Erwachsene. Diese haben beispielsweise das Recht, kostenlos
psychosoziale sowie auch juristische Prozessbegleitung in Anspruch zu
nehmen. Ebenso können sich jugendliche Opfer bei der Vernehmung als
Zeuge von einer Vertrauensperson begleiten lassen", betonte
Justizminister Brandstetter.
"Die mehr als 40-jährige Geschichte des Verbrechensopfergesetzes ist
eine Geschichte des ständigen Ausbaus und der Verbesserung seiner
Leistungen", sagte Sozialminister Rudolf Hundstorfer. "Das seelische
Leid, das ein Verbrechensopfer ertragen muss, kann man nicht
ungeschehen machen. Der Staat kann aber schnell und effizient helfen,
durch professionelle Unterstützung. Wir kommen dem Auftrag des
Regierungsprogramms nach, in dem die Weiterentwicklung des
Verbrechensopfergesetzes vorgesehen ist."
"Gewalt muss bereits vor ihrem Entstehen verhindert werden. Dazu ist
es notwendig, Präventionsarbeit in seiner ganzen Breite
wahrzunehmen", sagte Frauen- und Bildungsministerin Gabriele
Heinisch-Hosek. "Präventionsarbeit darf nicht nur informieren,
sondern muss stark machen. Wir wollen selbstbewusste Kinder und
Jugendliche, die in der Lage sind, sich mit Worten bemerkbar zu
machen und fähig sind, Konflikte gewaltfrei zu lösen. Wir wollen
starke, selbstbewusste Frauen, die sich gegen Gewalt zur Wehr setzen
und wissen, wohin sie sich wenden können, wenn sie Hilfe brauchen."
"Weil Prävention immer auch Beziehungsarbeit ist, muss dabei die
Individualität und Vielfalt der jungen Menschen besonders
berücksichtigt werden", sagte die Ministerin für Familien und Jugend
MMag.a Dr.in Sophie Karmasin. "Die neu eingerichtete Beratungsstelle
Extremismus bietet Beratung, Prävention und Intervention im
Krisenfall an, wenn Jugendliche sich von Ideologien und Religionen
leiten lassen, die mit den Grundsätzen des demokratischen
Rechtsstaates nicht in Einklang zu bringen sind."
Tag der Kriminalitätsopfer
In einigen europäischen Ländern wird der 22. Februar alljährlich von
Opferhilfeorganisationen als "Tag der Kriminalitätsopfer" begangen,
um auf die persönliche, wirtschaftliche und rechtliche Situation der
durch strafbare Handlungen geschädigten Menschen aufmerksam zu
machen. Am 22. Februar 2011 wurde in Österreich erstmals der "Tag der
Kriminalitätsopfer" begangen. Die damalige Innenministerin Dr.in
Maria Fekter hat die Anregung des WEISSEN RINGS aufgenommen, diesen
Tag künftig alljährlich im BMI zu veranstalten. Diese Initiative
wurde von Innenministerin Mag.a Johanna Mikl-Leitner fortgeführt. Die
Fachveranstaltungen sollen das öffentliche Bewusstsein für die
Situation von Kriminalitätsopfern stärken und Opfer dazu motivieren,
Hilfe von einschlägigen Einrichtungen in Anspruch zu nehmen.
Weitere Informationen zu der Veranstaltung gibt es unter
www.bmi.gv.at und www.weisser-ring.at
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