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Wirtschaftliche Lage der Apotheken weiter kritisch

Trotz Umsatzplus kaum Ertrag - Kassenspanne auf Tiefststand

Wien (OTS) - Der Wirtschaftsmotor Apotheke kommt nicht in Gang. Die in den Gesundheitsmarkt strömenden hochpreisigen Arzneimittel bescherten den Apotheken 2014 nach vier Jahren endlich wieder ein reales Umsatzplus, das sich jedoch nur marginal in den Erträgen widerspiegelte. Apotheken, die bereits in den roten Zahlen stecken, schlittern immer tiefer in die Verlustzone.
Das Geschäftsjahr 2014 war für die Apotheken in Österreich durch die Einführung zahlreicher innovativer, aber hochpreisiger Arzneimittel geprägt. Diese so genannten "Hochpreiser" ersetzen - ganz im Sinne der Gesundheitsreform - teilweise teure Operationen, was mitunter zu einer Kostenentlastung im Gesundheitssystem führt.

Den Apotheken brachten die Hochpreiser nach vier mageren Jahren 2014 erstmals wieder ein reales Umsatzplus. In den Jahren davor war der Kassenumsatz - also jener Umsatz, der mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln erzielt wird und rund 70 Prozent des Gesamtumsatzes einer Apotheke ausmacht - aufgrund des steigenden Generika-Anteils kontinuierlich gesunken. 2014 erhöhte sich der Umsatz bedingt durch die Hochpreiser real um 4,7 Prozent auf 2,481 Mrd. Euro. Der Rohertrag, der sich bei höheren Arzneimittelpreisen systematisch verringert, konnte mit dem Umsatz nicht Schritt halten und verzeichnete lediglich ein leichtes Plus von real 0,5 Prozent.

"Unsere Apotheken treten seit Jahren auf der Stelle. Mit dem, was 2014 ertragsmäßig übrigbleibt, müssen anstehende Investitionen getätigt werden", erläutert Dr. Christian Müller-Uri, Präsident des Österreichischen Apothekerverbandes.

Kassenspanne auf Tiefststand

Die Kassenspanne, also die Ertragsspanne des Kassenumsatzes, ist seit geraumer Zeit rückläufig und macht es immer schwieriger, die Apothekenbetriebe zu finanzieren. Im Geschäftsjahr 2014 sank sie auf den historischen Tiefststand von 16,36 Prozent. Das entspricht einem Rückgang von 10 Prozent seit dem Jahr 2010.

Ein Beispiel zum besseren Verständnis: Von 10 Euro, die eine Apotheke im Kassenbereich einnimmt, blieb ihr im Jahr 2010 eine Spanne von 1,82 Euro und im Jahr 2014 ein Betrag von nur noch 1,64 Euro. Mit dieser geringen Spanne müssen alle Kosten abgedeckt werden, die jährlich steigen: Personal, Miete, Strom, EDV - aber auch Wochenend-und Nachtdienste, die der Allgemeinheit zu Gute kommen und von der Apothekerschaft alleine finanziert werden.

Jede dritte Apotheke in der Verlustzone

Aufgrund der angespannten Ertragssituation ist mittlerweile jede dritte der rund 1.360 Apotheken in Österreich ins Minus gerutscht. Laut einer Studie der KMU Forschung Austria weisen 29 Prozent aller Betriebe eine negative Umsatzrentabilität auf. Eine Detailanalyse zeigt, dass viele Verlustbetriebe immer tiefer in die roten Zahlen abdriften. Hinzu kommt, dass die durchschnittliche Eigenkapitalquote der Apotheken seit Jahren rückläufig ist und mittlerweile bei dramatischen 2,4 Prozent steht. Das verschlechtert den betriebswirtschaftlichen Handlungsspiellaum der Betriebe und lässt keinen weiteren Finanzierungsbeitrag an die Krankenkassen zu.

Zur Erinnerung: Seit 1995 trugen die Apotheken mit insgesamt 1,84 Milliarden Euro zur Sanierung der Krankenkassen bei und gerieten dabei selbst immer stärker unter Druck. Müller-Uri: "Weitere Belastungen sind nicht mehr zu verkraften. Wir brauchen die finanziellen Mittel nun im eigenen Berufsstand."

Neue Dienstleistungen

Trotz der wirtschaftlich schwierigen Rahmenbedingungen bleiben die Apotheken der "Best Point of Service" und bauen 2015 das Dienstleistungsangebot weiter aus. So werden heuer wieder hunderte Apothekerinnen und Apotheker im so genannten Medikationsmanagement geschult. Ziel der Initiative: Den Medikamenten-Mix der Patienten in Zukunft besser abzustimmen und effizienter zu gestalten. Erwünschte Nebenwirkung: Senkung der Medikamentenausgaben für die Krankenkassen.

Apothekerverband auf einen Blick

Der Österreichische Apothekerverband ist die wirtschaftliche und politische Interessenvertretung der selbständigen Apothekerinnen und Apotheker. Er unterstützt seine Mitglieder in allen unternehmerischen Belangen und stärkt die Position der Apotheker als freie und unabhängige Unternehmer im Gesundheitsbereich.

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Österreichischer Apothekerverband,
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Mag. Jutta Pint, Mail: office@juttapint.com, Tel. 0664/5350722

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