- 19.02.2015, 11:44:16
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Laimer/Etzenberger: Keine Fabrikslandwirtschaften auf Kosten unserer kleinen und mittleren Landwirtschaftsbetriebe
SPÖ NÖ Bauern präsentieren Positionen für Landwirtschaftskammerwahl am 1. März
Utl.: SPÖ NÖ Bauern präsentieren Positionen für
Landwirtschaftskammerwahl am 1. März =
St. Pölten (OTS) - Die Ausgangslage ist spannend: Die SPÖ Bauern sind
bei der letzten Wahl 2010 erneut mit 5,1 Prozent in die
Landwirtschaftskammer eingezogen. "Wir wollen weiteres Terrain
gewinnen und mit einem vielfältigen Angebot an die Bäuerinnen und
Bauern, die sich vom ÖVP-Bauernbund nicht mehr ausreichend vertreten
fühlen, Stimmen dazugewinnen", so der NÖ Landes- und
Bundesvorsitzende der SPÖ Bauern, Josef Etzenberger.
Für ihn ist es wesentlich, dass die Förderungen nach gerechteren und
sozialen Gesichtspunkten ausgerichtet werden: "Nicht der Besitz von
Agrarflächen ist eine Leistung, sondern die Arbeit am Bauernhof ist
zu fördern. Wir SPÖ Bauern sind die Einzigen, die sich für eine
gerechte Agrarpolitik für die kleinen und mittleren Landwirtschaften
einsetzen - denn vor allem der Bauernbund vertritt die Interessen der
großen Agrarkonzerne. Diese ungerechte Agrarpolitik hat in den
vergangenen Jahren zu einem massiven Bauernsterben in
Niederösterreich geführt", erklärt Etzenberger. Unverständlich für
SPÖ NÖ Landesgeschäftsführer Robert Laimer ist in diesem Zusammenhang
auch die andauernde Panikmache des ÖVP-Bauernbundes gegen faire
Besteuerung von Millionären und großer Vermögen: "Die kleinen Bauern
brauchen nicht um Haus und Hof fürchten, auch wenn die VP samt
Bauernbund hier immer wieder Gruselgeschichten auftischt. Bei einer
sozial gerechten Steuerreform sollen lediglich jene mehr beisteuern,
die ohnehin im Überfluss leben - weder das Sparbuch der Großmutter,
noch die Höfe der kleinen Bäuerinnen und Bauern sind betroffen!"
Es gilt unsere hart arbeitenden Bäuerinnen und Bauern zu unterstützen
und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass sie qualitativ hochwertige
Produkte herstellen können, unterstützt Robert Laimer die Anliegen
der LandwirtInnen und spricht auch die Gefahren an, die das derzeit
mit den USA verhandelte Freihandelsabkommen TTIP birgt:
"Fabrikslandwirtschaften ähnlich jenen in den USA, wie sie mit dem
Freihandelsabkommen TTIP vorprogrammiert wären, sind kein Vorbild.
Amerikanische Nahrungsmittelproduzenten und deren Lobbyisten erhoffen
sich von dem Abkommen eine Lockerung der EU-Regularien - und damit
den Zugang zum europäischen Markt. Europäische Unternehmen
versprechen sich bessere Geschäfte in Amerika. In der EU ist es
beispielsweise verboten, Rindern oder Schweinen Wachstumshormone zu
verabreichen, geschlachtete Hühner mit Chlordioxid zu desinfizieren
oder genverändertes Getreide anzubauen usw. - in den USA ist das
übliche Praxis. Diese Gesetze wurden aber nicht erlassen, um
amerikanischen Waren den Weg nach Europa zu versperren, sondern um
die Gesundheit der EuropäerInnen zu schützen."
"Unsere hohen Lebensmittelstandards und die Herkunftsbezeichnungen
haben Österreich den Ruf eines "Feinkostladens" verschafft - wir sind
dagegen, dass diese Normen und Standards aufs Spiel gesetzt werden",
sagt Etzenberger: "Wenn das Abkommen wie von der EU-Kommission
geplant und von der ÖVP und dem Bauernbund unterstützt wird, dann
wäre das ein Sieg der Industrielandwirtschaften über die kleinen
Bauern, wie wir sie in Österreich und Niederösterreich hauptsächlich
haben - auch mit Folgen für unsere Ernährung! Experten fürchten, dass
der Abbau von Zöllen für Getreide, Milch- und Fleischprodukte
schlimme Folgen für die europäischen Bauern - und damit auch für die
KonsumentInnen - haben könnte."
Abschließend weisen Laimer und Etzenberger auf die Wichtigkeit hin,
die SPÖ Bauern in der Landwirtschaftskammer zu stärken: "In der ÖVP
gibt es klare Tendenzen für TTIP - etwa von Minister Mitterlehner,
Landwirtschaftskammerpräsident Schultes oder Bauernbundobmann Auer -
sie haben offenbar nur die Profitmaximierung für überdimensionierte
Landwirtschaften im Sinn. Wir brauchen aber unsere LandwirtInnen. Das
Modell einer industriell ausgerichteten, ökologisch schädlichen
Landwirtschaft darf sich in Europa nicht weiter durchsetzen - die
negativen Auswirkungen auf die europäische Wirtschaft und die
Produktion hochwertiger Nahrungsmittel, auf den Umweltschutz und auf
die sozialen Standards sind nicht absehbar."
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