• 18.02.2015, 12:51:11
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WKÖ-Gleitsmann: Neue Studie bestätigt dringenden Handlungsbedarf im Pensionssystem

Ausscheiden der Babyboomer aus dem Erwerbsleben lässt Pensionsaufwendungen noch stärker aus dem Ruder laufen

Utl.: Ausscheiden der Babyboomer aus dem Erwerbsleben lässt
Pensionsaufwendungen noch stärker aus dem Ruder laufen =

Wien (OTS/PWK114) - Die Folgen des Ausscheidens der sogenannten
"Babyboomer", also der geburtenstarken Jahrgänge der 1960er-Jahre,
aus dem Erwerbsleben sind vorhersehbar. Wie dramatisch die
Auswirkungen auf Arbeitsmarkt und Pensionssystem tatsächlich sein
werden, zeigt jetzt eine aktuelle Studie der Allianz Versicherung
auf. "Die Studie bestätigt den von uns immer wieder aufgezeigten
Reformbedarf im Pensionsbereich. Auch die schon jetzt angespannte
Situation am Arbeitsmarkt wird sich durch das Ausscheiden der
Babyboomer weiter verschärfen", warnt Martin Gleitsmann, Leiter der
Abteilung Sozialpolitik in der Wirtschaftskammer Österreich.

Bis 2034 gehen mehr Österreicher in Pension als in den vergangenen
sechzig Jahren, rechnet die Studie vor. Immer weniger Erwerbstätige
müssen daher für eine immer größer werdende Zahl an Pensionisten
aufkommen. Deutlich zeigt das der sogenannte "Altersquotient", der
das Verhältnis zwischen den Über-65-Jährigen zu den Personen im
Haupterwerbsalter (15 und 64) misst: Dieser steigt von 27,3 im
vergangenen Jahr auf 41,9 im Jahr 2034. "Wir sehen deutlich, dass das
Pensionssystem nicht nachhaltig finanzierbar bleiben kann, wenn wir
im Vergleich zu den 1970er Jahren um fünf Jahre länger leben, aber um
drei Jahre kürzer arbeiten", hält Gleitsmann fest.

Kosten explodieren: Allein 2014 rund 355 Mio. Euro über Plan

Alarmierend ist die Entwicklung der Pensionsaufwendungen: Laut
Pensionskommission steigt der Bundesbeitrag allein im Zeitraum 2013
bis 2019 um insgesamt 43,7%. Die gesamten Bundesmittel (also
Bundesbeitrag plus Ausgleichszulagen) steigen in diesen sechs Jahren
von 3,15% auf 3,72% des BIP im Jahr 2019. "Der aktuelle Budgetbericht
des Finanzministers lässt die Alarmglocken noch lauter schrillen.
Trotz eines budgetierten Mehraufwandes von rund 4,2 Mrd. Euro bis
2018 lagen die Aufwendungen für Pensionen bereits im Jahr 2014 mit
rund 355 Mio. Euro über dem Bundesvoranschlag für dieses Jahr. Die
steigenden Ausgaben für den Pensionsbereich engen den
Handlungsspielraum für die Bereiche Wachstum und Investitionen stark
ein. Und das können wir uns schlicht nicht leisten! Daher ist es
allerhöchste Zeit, Frühpensionsaltersgrenzen anzuheben, einen
Nachhaltigkeitsautomatismus zu installieren und das
Frauenpensionsalter wirklich rasch zu harmonisieren", so der
WKÖ-Experte. (PM)

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