- 18.02.2015, 09:00:05
- /
- OTS0013 OTW0013
Allianz Studie: Österreich im Zangengriff von Babyboom und Babybust
Längster Babyboom in Neuseeland, kürzester in Italien Heimischer Arbeitsmarkt verliert bis 2034 über 750.000 Menschen Österreichs Altenquotient explodiert bis 2034 von 27,3 auf 41,9
Utl.: Längster Babyboom in Neuseeland, kürzester in Italien
Heimischer Arbeitsmarkt verliert bis 2034 über 750.000
Menschen
Österreichs Altenquotient explodiert bis 2034 von 27,3 auf
41,9 =
Wien (OTS) - Die ersten österreichischen Babyboomer starten heuer in
ihr letztes Arbeitsjahr. Weltweit ist ein Übergang dieser Generation
in den Ruhestand bereits seit Jahren im Gange, was sowohl die
Pensionssysteme als auch den Arbeitsmarkt in zunehmendem Ausmaß vor
Herausforderungen stellt. Dies zeigen die Ergebnisse einer aktuellen
Allianz Studie. Untersucht wurden Babyboom und Babybust sowie die
Auswirkungen auf die Pensionssysteme in achtzehn Ländern. "Bis 2034
gehen mehr Österreicher in Pension als in den vergangenen sechzig
Jahren: Mehr als 750.000 Menschen werden den Druck auf die erste
Säule deutlich verstärken", erklärt Dr. Wolfram Littich,
Vorstandsvorsitzender der Allianz Gruppe in Österreich.
Babyboom im weltweiten Vergleich
Der Anstieg der Geburtenraten nach dem Zweiten Weltkrieg stellte eine
plötzliche demografische Wende dar, da bis dahin die Kinderanzahl pro
Frau in vielen westlichen Ländern unter 2,1 gesunken war. Der
Babyboom setzte in den meisten Ländern bereits kurz nach Kriegsende
ein, in Österreich, Belgien, Deutschland und Großbritannien erst zehn
Jahre später. Durchschnittlich dauerte dieses Phänomen sechzehn Jahre
an, im angelsächsischen Raum deutlich länger als in den untersuchten
kontinentaleuropäischen Ländern: Klarer Spitzenreiter ist Neuseeland
mit einer Dauer von 27 Jahren (1946 bis 1972), Italien landet im
Vergleich dazu mit lediglich vier Jahren (1946 bis 1949) auf dem
letzten Platz. Österreich liegt mit einer vierzehn Jahre (1956 bis
1969) andauernden Phase im Mittelfeld. Die Dauer des Babybooms wirkte
sich auch auf die Bevölkerungsstrukturen aus. Der Anteil der
Babyboomer an der Gesamtbevölkerung in den USA und Australien lag
gegen Ende des demografischen Phänomens bei rund 40 Prozent, in
Neuseeland sogar bei 53 Prozent. In den meisten europäischen Ländern
ist dieser Anteil aufgrund der kürzeren Dauer deutlich geringer. In
Österreich etwa machten die während des Babybooms geborenen Kinder
nur 23 Prozent der damaligen Gesamtbevölkerung aus, das waren rund
1,7 Millionen Menschen. Große Unterschiede gibt es aber auch im
Hinblick auf die Geburtenrate: Australien, Kanada, Neuseeland und die
USA erreichten in der Zeit des Babybooms durchschnittlich eine
Höchstkinderanzahl pro Frau von 4,0. Im europäischen Raum lag dieser
Wert im Vergleich bei nur 3,0 Kindern pro Frau. In Österreich wurde
ein Rekordhoch von 2,82 im Jahr 1963 verzeichnet.
Europa: Dramatischer Rückgang der Geburtenraten
Während der Babyboom in Australien, Kanada, Neuseeland oder den USA
intensiver ausfiel und länger andauerte, war in vielen europäischen
Ländern hingegen ein neues Phänomen - der plötzliche Einbruch der
Geburtenraten - stärker ausgeprägt: der Babybust. Dieser dramatische
Rückgang der durchschnittlichen Kinderanzahl pro Frau hielt in Europa
im Schnitt bis zu vier Jahrzehnte an, während der Babyboom schon nach
rund 13,5 Jahren wieder vorbei war. In Österreich fiel die
Geburtenrate in nur drei Jahren nach Ende des Babybooms auf unter 2,1
Kinder pro Frau. Der Tiefstwert der Geburtenraten lag in europäischen
Ländern durchschnittlich bei 1,4. Hierzulande wurde die niedrigste
Geburtenrate mit nur 1,33 Kindern pro Frau im Jahr 2001 verzeichnet.
Die niedrigste Geburtenrate erreichte Bulgarien mit lediglich 1,09
Kindern pro Frau im Jahr 1997.
Bis 2034: Österreichischer Arbeitsmarkt verliert mehr als 750.000
Menschen
In allen von der Allianz untersuchten Ländern wird mit ökonomischen
Herausforderungen zu rechnen sein, wenn die Babyboomer in den
Ruhestand gehen. Unabhängig von Dauer und Ausmaß von Babyboom und
Babybust müssen sich die meisten Länder den Konsequenzen beider
Phänomene stellen, darunter auch Österreich. Die
Pensionsantrittswelle der Babyboomer wird der österreichischen
Bevölkerungsstruktur eine besondere Dynamik verleihen: Laut Zahlen
der Statistik Austria ist der Anteil der Über-65-Jährigen in
Österreich seit dem Jahr 1955 von etwa 800.000 auf derzeit rund 1,57
Millionen gestiegen. Somit hat es ganze sechzig Jahre gedauert, bis
die Bevölkerung im Pensionsalter um mehr als eine Dreiviertelmillion
Menschen angewachsen ist. Wenn allerdings die Babyboomer in den
Ruhestand gehen, wird es nicht einmal zwanzig Jahre dauern, ehe es
eine weitere Dreiviertelmillion zusätzlicher Pensionisten gibt: Etwa
2,35 Millionen Österreicher werden am 31.12.2034, wenn der letzte
heimische Babyboomer in Pension geht, über 65 Jahre alt sein.
Parallel dazu wird der Anteil der erwerbsfähigen Bevölkerung um mehr
als 200.000 Menschen schrumpfen.
Diese Entwicklungen lassen sich auch aus dem "Altenquotient" ablesen,
der das Verhältnis zwischen den Über-65-Jährigen zu denjenigen im
Haupterwerbsalter zwischen 15 und 64 Jahren misst. Zu Beginn des
Babybooms 1956 lag der Altenquotient in Österreich laut Statistik
Austria bei 17,4. 1985, als der letzte Babyboomer einen Lehrberuf
ergriffen hat, konnte noch ein Wert von 21,0 verzeichnet werden. Auch
in den letzten Jahrzehnten ist der Altenquotient nur leicht
gestiegen. Während der Pensionsantrittswelle der Babyboomer ist
jedoch mit einer drastischen Steigerung zu rechnen: von 27,3 im
vergangenen Jahr auf 41,9 im Jahr 2034. Das bedeutet, dass immer
weniger Erwerbstätige für eine immer größer werdende Anzahl an
Pensionisten aufkommen müssen.
Downloads im Internet unter https://www.allianz.at/
Foto: Dr. Wolfram Littich ((C) Allianz) - Abdruck honorarfrei
Pressemeldung als PDF
Charts als PDF
Studie Project M "Baby, it’s over: the last baby boomer turns 50"
Bitte beachten Sie unseren Vorbehalt bei Zukunftsaussagen:
http://www.ots.at/redirect/allianz30
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AEV






