- 16.02.2015, 20:51:38
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Housewarming Party, Kommentar zu Wohnimmobilien von Walther Becker
Frankfurt (ots) - Frankfurt (ots) - Die Nummer 2 zieht nach: Die
Deutsche Wohnen, der zweitgrößte börsennotierte Vermieter der
Republik, greift nach dem deutlich kleineren Rivalen Conwert. Im
Dezember hatte Branchenprimus Deutsche Annington zum großen Schlag
ausgeholt. Sie reißt sich mit der Gagfah die Nummer 3 unter den
Nagel. Entsteht dort im größten Immobiliendeal Deutschlands ein
Konzern mit 350000 Wohnungen im Wert von 21 Mrd. Euro, so geht es mit
der Übernahme von Conwert um 175000 Bleiben und 11,8 Mrd. Euro
kombinierten Portfoliowert. Auch eine Ebene darunter geht es ab: Die
expansive Adler Real Estate will den Wettbewerber Westgrund
schlucken.
Monopoly mit niedrigen Zinsen: Ein zersplitterter Wohnungsmarkt auf
der einen Seite, Eigen- und Fremdkapitalmärkte, die heiß auf
Finanzierungen von Deals sind, auf der anderen. Und eine sehr
überschaubare Zahl von Investoren, die mit institutionellem Geld den
Streubesitz der gelisteten Wohnungsgesellschaften darstellen. Für
diese Rendite suchenden Anleger sind Unternehmensübernahmen in der
Branche vielfach Transaktionen "linke Tasche, rechte Tasche", denn
die Versicherungen, Pensionskassen oder Stiftungen sind bei den
großen Gesellschaften meist überall investiert. Angenehmer
Nebeneffekt: mit wachsender Größe der Immobilienunternehmen nimmt die
Liquidität in den Aktien zu, so dass schiere Größe Mittel zum Zweck
ist. Alle börsennotierten Wohnungsunternehmen notieren deutlich über
ihrem jeweiligen "inneren Wert", handeln also mit einer Prämie auf
den Net Asset Value. Was nun, LEG, Buwog, TAG? Denn der
Konzentrationsdruck nimmt zu, jeder könnte mit jedem. Vielleicht
entsteht ein Immobilienriese von europäischem Format - mit
Dax-Chancen?
Die Wettbewerbshüter sehen dem Treiben auf dem zersplitterten Markt
mit kommunalen Spielern jedenfalls zu. Nur als Zaungäste verfolgen
deutsche Investoren das Geschehen - selbst schuld. Denn zu den
Housewarming Partys sind angloamerikanische Gäste geladen. Das war
schon bei der Übernahmewelle so, als Finanzinvestoren in der ersten
Hälfte des vorigen Jahrzehnts Konzernen oder der öffentlichen Hand
die Bestände abkauften. Die gingen dann mit ordentlichem Reibach für
die Fonds an die Börse, über Folgeplatzierungen wurde kräftig Kasse
gemacht. Private Equity ist inzwischen wieder draußen. Eingekauft
haben sich zwei Dutzend Fonds angloamerikanischer Provenienz. Folge:
Im jetzigen Monopoly-Spiel sind deutsche Versicherungen und
Pensionskassen nicht mit von der Partie.
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