Selbstbehalte für kranke Kinder weiter gestiegen

KiB children care verlangt neuerlich Abschaffung im Zuge der kommenden Steuerreform

Ungenach, Wien (OTS) - Ist das österreichische Gesundheitssystem auf die Finanzierung von Eltern/Familien angewiesen? Diesen Eindruck erweckt jedenfalls der exorbitante, jährlich steigende Selbstbehalt für Kinder im Krankenhaus, wie der Verein KiB children care moniert:
Seit Jänner 2015 zahlen Eltern je nach Bundesland zwischen Euro 17,50 und Euro 20,10 pro Tag für einen Krankenhausaufenthalt. "Das ist unzumutbar", so KiB Geschäftsführerin Elisabeth Schausberger, "Die finanzielle Schmerzgrenze von Eltern, besonders jene mit chronisch kranken Kindern, ist überstiegen." Muss ein Kind wegen einer schweren Krankheit längere Zeit im Krankenhaus behandelt werden, fallen für die Eltern zB. in Wien bis zu 560,- Euro Selbstbehalt im Jahr an. Muss ein Kind über den Jahreswechsel im Spital sein, können den Eltern dafür Kosten bis zu 1.120,- Euro entstehen. Aber auch nicht-chronische Fälle sind betroffen: Ein komplizierter Beinbruch, ein hartnäckiger Atemwegsinfekt, die unglücklich verschüttete Tasse heißer Kakao ...

Gebrochenes Regierungsversprechen

Der Verein KiB children care fordert die Abschaffung des Selbstbehaltes für Kinder- und Jugendliche im Krankenhaus, so wie es im aktuellen Regierungsabkommen versprochen wurde. Auch die aktuelle "Kinder- und Jugendgesundheitsstrategie" des Bundesministeriums für Gesundheit enthält diese Forderung.
http://www.ots.at/redirect/kinderundjugendgesundheitsstrategie_2013
In diesem Dokument ist von "zu hohen finanziellen Belastungen für die Eltern von Frühgeborenen, Mehrlingegeburten, chronisch kranken Kindern, Kindern mit Behinderung sowie Kindern, die über den Jahreswechsel im Krankenhaus bleiben müssen" die Rede. Neben der Abschaffung der Selbstbehalte wird in diesem Dokument auch der Wegfall der Übernachtungskosten für Eltern gefordert. Auch die EACH Charta, ein Forderungskatalog der European Association for Children in Hospital fordert, dass Eltern keine zusätzlichen Kosten aus Krankenhausaufenthalten entstehen dürfen.

1,22 Mio Betroffene

Die Betroffenengruppe ist jedenfalls groß: Von den 8,45 Mio. in Österreich lebenden Personen sind 1,22 Mio. Kinder unter 15 Jahren. Im März wird die neue Steuerreform präsentiert. "Wir haben Grund zur Besorgnis, dass das Regierungsversprechen wieder nicht eingelöst wird", so Elisabeth Schausberger. Alle PolitikerInnen auf bundes- und landespolitischer Ebene seien sich zwar über die notwendige Abschaffung dieser Familienbelastung einig, jedoch nicht über deren Finanzierung. "Währenddessen werden Eltern weiterhin zur Kasse gebeten."

Unterstützung für Mütter und Väter - Über den Verein KiB children care

Dem gemeinnützigen Verein KiB haben über 38 000 Eltern seit der Gründung 1986 ihr Vertrauen geschenkt. Seit 28 Jahren vertritt KiB konsequent die Rechte von kranken Kindern und von deren Eltern. Ein besonderer KiB-Erfolg war die Ausweitung der Pflegefreistellung auf die Begleitung eines Kindes im Krankenhaus.
KiB children care, Verein rund ums erkrankte Kind, Tag und Nacht für Eltern erreichbar: 0 664/6 20 30 40
www.kib.or.at

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