- 16.02.2015, 08:47:56
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Selbstbehalte für kranke Kinder weiter gestiegen
KiB children care verlangt neuerlich Abschaffung im Zuge der kommenden Steuerreform
Utl.: KiB children care verlangt neuerlich Abschaffung im Zuge der
kommenden Steuerreform =
Ungenach, Wien (OTS) - Ist das österreichische Gesundheitssystem auf
die Finanzierung von Eltern/Familien angewiesen? Diesen Eindruck
erweckt jedenfalls der exorbitante, jährlich steigende Selbstbehalt
für Kinder im Krankenhaus, wie der Verein KiB children care moniert:
Seit Jänner 2015 zahlen Eltern je nach Bundesland zwischen Euro 17,50
und Euro 20,10 pro Tag für einen Krankenhausaufenthalt. "Das ist
unzumutbar", so KiB Geschäftsführerin Elisabeth Schausberger, "Die
finanzielle Schmerzgrenze von Eltern, besonders jene mit chronisch
kranken Kindern, ist überstiegen." Muss ein Kind wegen einer schweren
Krankheit längere Zeit im Krankenhaus behandelt werden, fallen für
die Eltern zB. in Wien bis zu 560,- Euro Selbstbehalt im Jahr an.
Muss ein Kind über den Jahreswechsel im Spital sein, können den
Eltern dafür Kosten bis zu 1.120,- Euro entstehen. Aber auch
nicht-chronische Fälle sind betroffen: Ein komplizierter Beinbruch,
ein hartnäckiger Atemwegsinfekt, die unglücklich verschüttete Tasse
heißer Kakao ...
Gebrochenes Regierungsversprechen
Der Verein KiB children care fordert die Abschaffung des
Selbstbehaltes für Kinder- und Jugendliche im Krankenhaus, so wie es
im aktuellen Regierungsabkommen versprochen wurde. Auch die aktuelle
"Kinder- und Jugendgesundheitsstrategie" des Bundesministeriums für
Gesundheit enthält diese Forderung.
http://www.ots.at/redirect/kinderundjugendgesundheitsstrategie_2013
In diesem Dokument ist von "zu hohen finanziellen Belastungen für die
Eltern von Frühgeborenen, Mehrlingegeburten, chronisch kranken
Kindern, Kindern mit Behinderung sowie Kindern, die über den
Jahreswechsel im Krankenhaus bleiben müssen" die Rede. Neben der
Abschaffung der Selbstbehalte wird in diesem Dokument auch der
Wegfall der Übernachtungskosten für Eltern gefordert. Auch die EACH
Charta, ein Forderungskatalog der European Association for Children
in Hospital fordert, dass Eltern keine zusätzlichen Kosten aus
Krankenhausaufenthalten entstehen dürfen.
1,22 Mio Betroffene
Die Betroffenengruppe ist jedenfalls groß: Von den 8,45 Mio. in
Österreich lebenden Personen sind 1,22 Mio. Kinder unter 15 Jahren.
Im März wird die neue Steuerreform präsentiert. "Wir haben Grund zur
Besorgnis, dass das Regierungsversprechen wieder nicht eingelöst
wird", so Elisabeth Schausberger. Alle PolitikerInnen auf bundes- und
landespolitischer Ebene seien sich zwar über die notwendige
Abschaffung dieser Familienbelastung einig, jedoch nicht über deren
Finanzierung. "Währenddessen werden Eltern weiterhin zur Kasse
gebeten."
Unterstützung für Mütter und Väter - Über den Verein KiB
children care
Dem gemeinnützigen Verein KiB haben über 38 000 Eltern seit der
Gründung 1986 ihr Vertrauen geschenkt. Seit 28 Jahren vertritt KiB
konsequent die Rechte von kranken Kindern und von deren Eltern. Ein
besonderer KiB-Erfolg war die Ausweitung der Pflegefreistellung auf
die Begleitung eines Kindes im Krankenhaus.
KiB children care, Verein rund ums erkrankte Kind, Tag und Nacht für
Eltern erreichbar: 0 664/6 20 30 40
www.kib.or.at
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