• 14.02.2015, 08:00:33
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"profil": Gerhard Dörfler kritisiert Hypo-Verstaatlichung 2009

Kärntens Ex-Landeshauptmann: "Das Ganze war eine suspekte Geschichte"

Utl.: Kärntens Ex-Landeshauptmann: "Das Ganze war eine suspekte
Geschichte" =

Wien (OTS) - In einem Interview in der Montag erscheinenden Ausgabe
des Nachrichtenmagazins "profil" kritisiert der frühere Kärntner
Landeshauptmann Gerhard Dörfler die Verstaatlichung der Hypo
Alpe-Adria im Dezember 2009: "Für die Republik und das Land Kärnten
wäre es das Beste gewesen, es hätte diese Verhandlungen nie gegeben
und der Herr Pröll hätte gesagt: ,Ihr Bayern, macht mit der Bank, was
Ihr wollt.'" Dörfler hatte als ein Vertreter Kärntens am 13. und 14.
Dezember 2009 an den Verhandlungen zwischen Finanzministerium und
Bayerischer Landesbank teilgenommen, das Land hielt damals über die
Landesholding noch 12,42 Prozent. "Wir haben nie inhaltlich
mitverhandelt. Wir sind ja meistens in einem Kammerl gesessen und
haben stundenlang gewartet. Ich war bloß ein Gast, dem man Geld
abnehmen wollte. Das Ganze war eine höchst suspekte Geschichte. Die
Verhandlungen liefen im Geheimen. Und es kann kein Zufall sein, dass
es zu all dem keinerlei Gesprächsprotokolle gibt. Da wird ein
Milliardendeal abgewickelt, und es gibt keine Protokolle. Warum ist
im Finanzministerium so etwas überhaupt möglich? War das Absicht?",
so der heutige FPÖ-Bundesrat. Er, Dörfler, sei "im Finale heftig
unter Druck gesetzt" worden: "Wenn wir nicht zustimmen, haben wir die
Verantwortung für die Pleite der Hypo zu tragen. Das war mehr als
heftig."

Dörfler legt weiters Wert auf die Feststellung, dass er überhaupt
erst am Morgen des 13. Dezember 2009, einem Sonntag, durch ein SMS
des damaligen Finanzministers Josef Pröll von "gröberen Problemen bei
der Hypo" erfahren habe. "Warum hat die Republik mit der Einladung so
lange zugewartet? Ich gehe davon aus, dass die Herren in Wien sich
mit den bayerischen Eigentümern spätestens am Freitag auf den Termin
verständigt hatten. Dass man aber das Land Kärnten nicht sofort über
die dramatische Lage informierte, finde ich mehr als brisant. Das war
fahrlässig."

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