Bilanz: OÖGKK wird 2014 solide abschließen können

Linz (OTS) - Seit Jahren bilanziert die OÖGKK positiv, für 2015 kündigt sich eine Trendumkehr an. Die Oberösterreichische Gebietskrankenkasse (OÖGKK) wird das Jahr 2014 laut aktueller Finanzprognose noch mit einem Bilanzgewinn in der Höhe von rund 12,9 Millionen Euro (das entspricht rund 0,6 Prozent des Leistungsvolumens) abschließen. Wegen der bereits seit Mitte 2014 schwachen Beitragsentwicklung wird aber für 2015 erstmals seit Jahren ein Verlust erwartet. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) wird aber auch 2015 leicht positiv sein.

"Das EGT ist für uns die maßgebliche Kennzahl. Es ist ein Abbild davon, wie wir operativ arbeiten und wie wir die Leistungen für die OÖGKK-Versicherten aus unseren eigenen Erträgen abdecken können", erklärt OÖGKK-Direktorin Andrea Wesenauer.

"An der qualitativ hochwertigen Gesundheitsversorgung unserer 1,2 Millionen Versicherten wird sich natürlich nichts ändern. Im Gegenteil, hier wird weiter investiert und ausgebaut. Gesundheit für alle ist in Krisenzeiten besonders wichtig und sorgt für Stabilität", so Obmann Albert Maringer.
Der Mensch und seine Gesundheit stehen weiter im Mittelpunkt.

Verlässlichkeit, Professionalität und Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Partnern bleiben zentrale Eckpfeiler.

Der vorläufige Abschluss 2014

2014 wird die OÖGKK mit voraussichtlich rund 12,9 Millionen Euro Bilanzgewinn und 34,7 Millionen Euro EGT positiv abschließen. Die Summe der Versicherungsleistungen liegt bei 2,0 Milliarden Euro. Größte Ausgabenposition ist die Spitalsfinanzierung, die sich aus mehreren Positionen zusammensetzt. In Summe wurden rund 752 Millionen Euro vor allem für stationäre Behandlung, Spitalsambulanzen und Geburtshilfe an den Spitalsbereich überwiesen. Diese Pauschalzahlungen sind an die Einnahmensteigerungen der Krankenkassen gekoppelt und steigen daher jährlich - im Jahr 2014 um rund 4,1 Prozent.

Trendumkehr - "Schlechtwetterfront zieht auf"

Mehrere kritische Faktoren bewirken, dass die aktuelle Bilanzvorschau für 2015 keinen Grund zum Jubeln lässt: Die Wirtschaftslage verspricht keine guten Rahmenbedingungen. Die Arbeitslosenzahlen steigen, zusätzlich stagnieren die pflichtversicherten Erwerbstätigen, und damit sind auch schwache Beitrags-einnahmen zu erwarten. "Wir befürchten eine negative Trendumkehr mit Beitragseinbrüchen. Die sprichwörtliche Schlechtwetterfront zieht gerade auf. Bisher hatten wir selbst in beitragsschwachen Jahren einen Zuwachs an erwerbstätigen Versicherten. Hier müssen wir uns jetzt auf einen Stillstand einstellen und das hat auf unsere Finanzsituation natürlich massive Auswirkungen", erklärt OÖGKK-Direktorin Andrea Wesenauer.
Gleichzeitig laufen die Mittel aus den Kassenstrukturfonds aus. "An unseren Finanzzielen ändert sich da aber nichts. Wir haben eine komplexe Herausforderung zu bewältigen, aber darauf sind wir gut vorbereitet. Gut, dass wir in den vergangenen Jahren immer sorgsam gewirtschaftet und entsprechende Rücklagen gebildet haben. So können wir selbst Krisenzeiten stabil und sicher meistern und ein wirtschaftliches Tief überstehen - ohne bei den Leistungen Einschnitte vornehmen zu müssen", ist Direktorin Andrea Wesenauer überzeugt. Für Versicherungsleistungen werden laut Gebarungsvorschau heuer 2,1 Milliarden Euro ausgegeben. Das ist eine geplante Steigerung um 6,0 Prozent im Vergleich zu 2014.

Neues Hepatitis-Medikament und Gratis-Zahnspange

Zu den Herausforderungen auf der Einnahmenseite treten gleich mehrere Ausgabenthemen hinzu. Seit 2014 steigen die Medikamentenausgaben wieder deutlich an. Rund 373 Millionen Euro wurden 2014 dafür ausgegeben, um 5,5 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die Heilmittelkosten steigen laut Bilanzvorschau 2015 weiter um rund 6,5 Prozent. Es sind vor allem die neuen Hepatitis-Medikamente, die zwar hohe Wirksamkeit und geringe Nebenwirkungen für betroffene Patientinnen und Patienten versprechen, sich aber auch massiv auf das Budget auswirken. Zwischen 49.000 und 100.000 Euro kostet die Therapie pro Patient. Die Pharmafirmen sind hier mit ihrer Preisgestaltung ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. "Alle unsere Versicherten bekommen die besten und wirksamsten Medikamente. Das kann nur ein solidarisches und leistungsfähiges Gesundheitssystem gewährleisten. Natürlich sind wir gerne bereit, in wirksame Innovationen zu investieren. Mit einer solchen Preispolitik führt uns die Pharmaindustrie allerdings an Grenzen, die unethisch und für die Versicherten und Beitragszahler nicht vertretbar sind. Dann werden Medikamente und damit Gesundheit zu Luxusgütern. Und dagegen sprechen wir uns vehement aus", kritisiert Obmann Albert Maringer.
Mit rund 5,2 Millionen Euro schlägt sich im heurigen Jahr dann auch die sogenannte "Gratiszahnspange" zu Buche, die im zweiten Halbjahr starten soll. Die Kosten für Zahnbehandlung werden um 6,9 Prozent steigen.

Starker Ausbau der Gesundheitsförderung

Ständig weiter ausgebaut wird der Bereich Gesundheitsförderung. 2014 wurden dafür rund 8,6 Millionen Euro investiert. Heuer wird es nochmals eine Steigerung um fast 10 Prozent geben. "Das ist für die OÖGKK seit Jahren eine durchgängige Strategie. Auf Gesundheitsförderung verzichten wir nicht, ganz im Gegenteil. Hier bauen wir weiter aus. Wir wollen unsere Versicherten beim Gesundbleiben unterstützen", sagt Obmann Albert Maringer.
Wichtig für die OÖGKK ist auch die Gesundheitsfestigung und Krankheitsverhütung. 13,9 Millionen Euro wurden dafür 2014 ausgegeben (plus 19,1 Prozent). Mit 14,5 Millionen schlagen im Vorjahr die Vorsorgeuntersuchungen zu Buche (plus 28,8 Prozent). Neu eingeführt wurde hier etwa das Brustkrebs-Früherkennungsprogramm.

Positives EGT 2015, aber negatives Gesamtergebnis

Im Ergebnis prognostiziert die OÖGKK für 2015 ein positives EGT in Höhe von 2,8 Mio. Euro. Vor allem durch die Nettozahlungen an den Ausgleichsfonds und eine verpflichtende Erhöhung der Leistungssicherungsrücklage wird aus dem positiven EGT ein negatives Gesamtergebnis in Höhe von 21,3 Mio. Euro.

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