• 13.02.2015, 12:08:32
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Bilanz: OÖGKK wird 2014 solide abschließen können

Linz (OTS) - Seit Jahren bilanziert die OÖGKK positiv, für 2015
kündigt sich eine Trendumkehr an. Die Oberösterreichische
Gebietskrankenkasse (OÖGKK) wird das Jahr 2014 laut aktueller
Finanzprognose noch mit einem Bilanzgewinn in der Höhe von rund 12,9
Millionen Euro (das entspricht rund 0,6 Prozent des
Leistungsvolumens) abschließen. Wegen der bereits seit Mitte 2014
schwachen Beitragsentwicklung wird aber für 2015 erstmals seit Jahren
ein Verlust erwartet. Das Ergebnis der gewöhnlichen
Geschäftstätigkeit (EGT) wird aber auch 2015 leicht positiv sein.

"Das EGT ist für uns die maßgebliche Kennzahl. Es ist ein Abbild
davon, wie wir operativ arbeiten und wie wir die Leistungen für die
OÖGKK-Versicherten aus unseren eigenen Erträgen abdecken können",
erklärt OÖGKK-Direktorin Andrea Wesenauer.

"An der qualitativ hochwertigen Gesundheitsversorgung unserer 1,2
Millionen Versicherten wird sich natürlich nichts ändern. Im
Gegenteil, hier wird weiter investiert und ausgebaut. Gesundheit für
alle ist in Krisenzeiten besonders wichtig und sorgt für Stabilität",
so Obmann Albert Maringer.
Der Mensch und seine Gesundheit stehen weiter im Mittelpunkt.

Verlässlichkeit, Professionalität und Zusammenarbeit mit
unterschiedlichen Partnern bleiben zentrale Eckpfeiler.

Der vorläufige Abschluss 2014

2014 wird die OÖGKK mit voraussichtlich rund 12,9 Millionen Euro
Bilanzgewinn und 34,7 Millionen Euro EGT positiv abschließen. Die
Summe der Versicherungsleistungen liegt bei 2,0 Milliarden Euro.
Größte Ausgabenposition ist die Spitalsfinanzierung, die sich aus
mehreren Positionen zusammensetzt. In Summe wurden rund 752 Millionen
Euro vor allem für stationäre Behandlung, Spitalsambulanzen und
Geburtshilfe an den Spitalsbereich überwiesen. Diese
Pauschalzahlungen sind an die Einnahmensteigerungen der Krankenkassen
gekoppelt und steigen daher jährlich - im Jahr 2014 um rund 4,1
Prozent.

Trendumkehr - "Schlechtwetterfront zieht auf"

Mehrere kritische Faktoren bewirken, dass die aktuelle Bilanzvorschau
für 2015 keinen Grund zum Jubeln lässt: Die Wirtschaftslage
verspricht keine guten Rahmenbedingungen. Die Arbeitslosenzahlen
steigen, zusätzlich stagnieren die pflichtversicherten
Erwerbstätigen, und damit sind auch schwache Beitrags-einnahmen zu
erwarten. "Wir befürchten eine negative Trendumkehr mit
Beitragseinbrüchen. Die sprichwörtliche Schlechtwetterfront zieht
gerade auf. Bisher hatten wir selbst in beitragsschwachen Jahren
einen Zuwachs an erwerbstätigen Versicherten. Hier müssen wir uns
jetzt auf einen Stillstand einstellen und das hat auf unsere
Finanzsituation natürlich massive Auswirkungen", erklärt
OÖGKK-Direktorin Andrea Wesenauer.
Gleichzeitig laufen die Mittel aus den Kassenstrukturfonds aus. "An
unseren Finanzzielen ändert sich da aber nichts. Wir haben eine
komplexe Herausforderung zu bewältigen, aber darauf sind wir gut
vorbereitet. Gut, dass wir in den vergangenen Jahren immer sorgsam
gewirtschaftet und entsprechende Rücklagen gebildet haben. So können
wir selbst Krisenzeiten stabil und sicher meistern und ein
wirtschaftliches Tief überstehen - ohne bei den Leistungen
Einschnitte vornehmen zu müssen", ist Direktorin Andrea Wesenauer
überzeugt. Für Versicherungsleistungen werden laut Gebarungsvorschau
heuer 2,1 Milliarden Euro ausgegeben. Das ist eine geplante
Steigerung um 6,0 Prozent im Vergleich zu 2014.

Neues Hepatitis-Medikament und Gratis-Zahnspange

Zu den Herausforderungen auf der Einnahmenseite treten gleich mehrere
Ausgabenthemen hinzu. Seit 2014 steigen die Medikamentenausgaben
wieder deutlich an. Rund 373 Millionen Euro wurden 2014 dafür
ausgegeben, um 5,5 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die
Heilmittelkosten steigen laut Bilanzvorschau 2015 weiter um rund 6,5
Prozent. Es sind vor allem die neuen Hepatitis-Medikamente, die zwar
hohe Wirksamkeit und geringe Nebenwirkungen für betroffene
Patientinnen und Patienten versprechen, sich aber auch massiv auf das
Budget auswirken. Zwischen 49.000 und 100.000 Euro kostet die
Therapie pro Patient. Die Pharmafirmen sind hier mit ihrer
Preisgestaltung ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. "Alle unsere
Versicherten bekommen die besten und wirksamsten Medikamente. Das
kann nur ein solidarisches und leistungsfähiges Gesundheitssystem
gewährleisten. Natürlich sind wir gerne bereit, in wirksame
Innovationen zu investieren. Mit einer solchen Preispolitik führt uns
die Pharmaindustrie allerdings an Grenzen, die unethisch und für die
Versicherten und Beitragszahler nicht vertretbar sind. Dann werden
Medikamente und damit Gesundheit zu Luxusgütern. Und dagegen sprechen
wir uns vehement aus", kritisiert Obmann Albert Maringer.
Mit rund 5,2 Millionen Euro schlägt sich im heurigen Jahr dann auch
die sogenannte "Gratiszahnspange" zu Buche, die im zweiten Halbjahr
starten soll. Die Kosten für Zahnbehandlung werden um 6,9 Prozent
steigen.

Starker Ausbau der Gesundheitsförderung

Ständig weiter ausgebaut wird der Bereich Gesundheitsförderung. 2014
wurden dafür rund 8,6 Millionen Euro investiert. Heuer wird es
nochmals eine Steigerung um fast 10 Prozent geben. "Das ist für die
OÖGKK seit Jahren eine durchgängige Strategie. Auf
Gesundheitsförderung verzichten wir nicht, ganz im Gegenteil. Hier
bauen wir weiter aus. Wir wollen unsere Versicherten beim
Gesundbleiben unterstützen", sagt Obmann Albert Maringer.
Wichtig für die OÖGKK ist auch die Gesundheitsfestigung und
Krankheitsverhütung. 13,9 Millionen Euro wurden dafür 2014 ausgegeben
(plus 19,1 Prozent). Mit 14,5 Millionen schlagen im Vorjahr die
Vorsorgeuntersuchungen zu Buche (plus 28,8 Prozent). Neu eingeführt
wurde hier etwa das Brustkrebs-Früherkennungsprogramm.

Positives EGT 2015, aber negatives Gesamtergebnis

Im Ergebnis prognostiziert die OÖGKK für 2015 ein positives EGT in
Höhe von 2,8 Mio. Euro. Vor allem durch die Nettozahlungen an den
Ausgleichsfonds und eine verpflichtende Erhöhung der
Leistungssicherungsrücklage wird aus dem positiven EGT ein negatives
Gesamtergebnis in Höhe von 21,3 Mio. Euro.

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