• 12.02.2015, 14:22:03
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Wirtschaftsverband NÖ: Selbstständige dürfen bei der sozialen Absicherung nicht länger benachteiligt werden

Ernst/Matznetter/Stadler verlangen mehr soziale Sicherheit für UnternehmerInnen und eine stärkere Förderung der KMU

Utl.: Ernst/Matznetter/Stadler verlangen mehr soziale Sicherheit für
UnternehmerInnen und eine stärkere Förderung der KMU =

St. Pölten (OTS) - Soziale Gerechtigkeit für UnternehmerInnen
forderte der Sozialdemokratische Wirtschaftsverband Niederösterreich
(SWV NÖ) bei einem großen Info-Event zur sozialen Sicherheit der
Selbstständigen am vergangenen Dienstag im NÖ-Haus der SPÖ in St.
Pölten ein. "Der 20-prozentige Selbstbehalt für UnternehmerInnen beim
Arztbesuch muss abgeschafft werden. Und KleinstunternehmerInnen
sollen das Krankengeld nicht erst nach sechs Wochen, sondern ab dem
ersten Tag der Erwerbsunfähigkeit erhalten", verlangte der Präsident
des Wirtschaftsverbandes NÖ, KommR Günter Ernst.
An der hervorragend besuchten Veranstaltung nahmen auch der Präsident
des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes Österreich, SWV
Österreich-Präsident Christoph Matznetter, der Vorsitzende der SPÖ
NÖ, Bgm. Mag. Matthias Stadler, ExpertInnen der NÖ
Gebietskrankenkasse und der Sozialversicherungsanstalt der
gewerblichen Wirtschaft sowie viele UnternehmerInnen aus dem ganzen
Bundesland teil.

"Selbstständige zahlen die gleichen Beiträge in die
Krankenversicherung ein wie ASVG-Versicherte. Daher müssen sie auch
die gleichen Leistungen erhalten. Das ist aber nicht der Fall, weil
sie beim Arztbesuch nicht nur höhere Behandlungsgebühren zahlen
müssen, sondern im Gegensatz zu ASVG-Versicherten auch einen
20-prozentigen Selbstbehalt. Diese Benachteiligung der
UnternehmerInnen muss beendet werden", erklärte Günter Ernst.
"Eine Verbesserung muss es auch beim Krankengeld geben. Es muss an
KleinstunternehmerInnen sofort - ab dem ersten Tag des Krankenstands
- und nicht erst nach sechs Wochen ausbezahlt werden. Diese
Selbstständigen haben kein Einkommen, wenn sie wegen einer Erkrankung
nicht arbeiten können. Für die meisten von ihnen ist es aber nicht
möglich, sechs Wochen lang ohne Einkünfte auszukommen.
"Die stimmenstärkste Fraktion in der WKNÖ lehnte unsere berechtigten
Forderungen ab. Damit die UnternehmerInnen jene soziale Sicherheit
erhalten, die ihnen zusteht, muss sich in der Wirtschaftskammer etwas
ändern. Die soziale Absicherung ist ein wirtschaftliches Kernthema",
so Günter Ernst.

"Der 20-prozentige Selbstbehalt bestraft Krankheit und führt dazu,
dass notwendige Arztbesuche aufgeschoben werden", stellte SWV
Österreich-Präsident NR Dr. Christoph Matznetter fest. "Er ist eine
soziale Ungerechtigkeit, die schleunigst beseitigt werden muss. Damit
der Weg dafür frei wird, müssen sich die Mehrheitsverhältnisse in der
Wirtschaftskammer ändern. Diese sind auch für die Entscheidungen in
der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft
ausschlaggebend."
"Dem Einsatz des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes ist es zu
verdanken, dass Kleinst- und Kleinbetriebe sowie
EinpersonenunternehmerInnen mehr Bedeutung erlangt haben, also noch
vor wenigen Jahren. Eine Stärkung des Wirtschaftsverbandes bei der
kommenden Wirtschaftskammerwahl bedeutet auch eine Stärkung dieser
Selbstständigen und ihrer Anliegen. Es ist der SWV, der sich um die
persönliche Situation der UnternehmerInnen kümmert", betont
Matznetter.

"Die Wirtschaftsstruktur in St.Pölten wird mehr denn je von den
kleinen und mittleren Unternehmen geprägt", informierte SPÖ
NÖ-Vorsitzender Bgm. Matthias Stadler. "So mancher neu gegründete
kleine Betrieb vervielfacht die Zahl seiner MitarbeiterInnen binnen
weniger Jahre. Die Stadt St.Pölten unterstützt diese Betriebe mit
speziellen Förderungen bei Innovationen und bei Betriebsgründung und
-erweiterung."
Er wies darauf hin, dass es in Niederösterreich bereits rund 57.000
Einpersonenunternehmen gibt, und sprach sich für eine ausgewogenere
Förderpolitik im Bundesland aus: "Regionen außerhalb der
Ballungszentren und Kleinst-, Klein- und Mittelbetriebe müssen
wesentlich mehr unterstützt und ihr Entwicklungspotential gefördert
werden."

Die zahlreichen Publikumsfragen zeigten, wie sehr den
UnternehmerInnen die soziale Absicherung am Herzen liegt und wie
wichtig es ist, dass es hier zu Verbesserungen kommt.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NSN

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