Bahnbrechende Innovationen kosten Geld

Heilung statt lebenslanger Behandlung schafft langfristig volkswirtschaftlichen Vorteil. Pharmaunternehmen tragen hohe Investitionen und Risiken bei Medikamentenentwicklung.

Wien (OTS) - Für die Preisgestaltung von Medikamenten eine Obergrenze einzuführen, birgt für Dr. Jan Oliver Huber, Generalsekretär der Pharmig, die Gefahr, dass dies zur Einschränkung der Forschungs- und Entwicklungstätigkeit pharmazeutischer Unternehmen führen könnte. "Arzneimittelpreise mit planwirtschaftlichen Vorgaben deckeln zu wollen, wie es Frau Abgeordnete Kadenbach in einer Aussendung fordert, behindert den Wettbewerb, gefährdet pharmazeutische Unternehmen und somit letztlich den Zugang zu hochwertigen Arzneimitteln", gibt Huber zu bedenken. Durch den Markteintritt von mehreren Therapiemöglichkeiten, wie aktuell bei Hepatitis C, wirken die Mechanismen des freien Marktes. Dies schafft Verhandlungsspielraum für die Krankenkassen.

Dank der bahnbrechenden Innovationen der pharmazeutischen Industrie werden immer mehr Krankheiten heilbar. "Die Arzneimittelentwicklung aber ist ein Hochrisikogeschäft, verbunden mit durchschnittlichen Investitionen von bis zu zwei Milliarden Euro", so Huber. Unternehmen, die Hochrisikoinvestitionen tätigen, müssen die Möglichkeit haben, im Anschluss neue finanzielle Reserven für Reinvestitionen aufbauen zu können. Nur so kann eine kontinuierliche Erforschung weiterer innovativer Therapien sichergestellt werden.

Huber unterstützt die Forderung nach einem Zugang zu hochwertiger medizinischer Versorgung für alle Patientinnen und Patienten, wie sie zuletzt auch Karin Kadenbach, MEP gestellt hat. Die Behandlung mit innovativen Medikamenten schafft neue Lebensqualität für Betroffene. Es bleiben ihnen lange Krankenstände und schwerwiegende Eingriffe erspart. Sie können in vollem Umfang am privaten und beruflichen Leben teilnehmen. Mit neuen Medikamenten für die Behandlung der Hepatitis C können Patienten vollständig geheilt werden. Damit werden weitere Folgen im Gesundheitswesen, wie Transplantationskosten, Krankenstände etc. abgewehrt.

Bei fortschreitender Hepatitis-C-Erkrankung bekommen Betroffene in vielen Fällen Leberkrebs, der eine Lebertransplantation notwendig macht. Es entstehen dabei Kosten von bis zu 250.000,-- Euro und jährlich hohe Folgekosten: Um zu verhindern, dass das transplantierte Organ vom Körper abgestoßen wird, müssen Patientinnen und Patienten lebenslang Medikamente einnehmen. Diese Erhaltungstherapie kostet bis zu 14.000,-- Euro jährlich. "Vor diesem Hintergrund ist die Preisbildung neuer Medikamente durchaus nutzenbasiert", erläutert Huber.

Über die Pharmig:

Die Pharmig ist die freiwillige Interessenvertretung der österreichischen Pharmaindustrie. Derzeit hat der Verband 120 Mitglieder (Stand Februar 2015), die den Medikamenten-Markt zu fast 100 Prozent abdecken. Die Mitgliedsunternehmen der Pharmig bieten Arbeitsplätze für ca. 12.000 Beschäftigte.

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Pharmig – Verband der pharmazeutischen Industrie Österreichs
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