- 11.02.2015, 11:04:53
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50 Jahre Diskurs
Das Programm zum 50-jährigen Jubiläum der ÖGFA
Utl.: Das Programm zum 50-jährigen Jubiläum der ÖGFA =
Wien (OTS) - Die gebaute Umwelt geht uns alle an, und Fragen des
Bauens und der Architektur brauchen eine kritische Öffentlichkeit.
Diese Diagnose führte 1965 zur Gründung der Österreichischen
Gesellschaft für Architektur. 50 Jahre später hat sie nichts an
Dringlichkeit verloren. In ihrem großen Jubiläumsprogramm blickt die
ÖGFA gleichermaßen zurück wie nach vorne.
Unter dem Motto "Fünfzig Jahre Diskurs" greift die ÖGFA 2015 zentrale
Fragestellungen aus ihrer Geschichte auf und konfrontiert sie mit
gegenwärtigen Diskussionen. Dazu gehören der Umgang mit der
architektonischen Moderne und die Rolle des Denkmalschutzes, aber
auch die kritische Beleuchtung von Planungs- und
Beteiligungsprozessen. Als Veränderungen in den letzten 50 Jahren
treten besonders der Stellenwert des Konzeptes Freiraum und der Kampf
um den öffentlichen Raum, aber auch die Definition von Nachhaltigkeit
in den Vordergrund. Einen der Höhepunkte des ÖGFA-Jubiläumsjahres
wird von 16. bis 18. Oktober 2015 ein internationales Symposium zu
Verantwortung und Kritik in Architektur und Stadtplanung bilden.
Dabei wird das Thema in gewohnt interdisziplinärer Form reflektiert,
von philosophischen Konzepten der Kritik über die Veränderung des
kritischen Zeitgeistes in Architektur und Architekturausbildung seit
den 1960er Jahren bis zu Ethik und Moral im heutigen
Planungsgeschehen.
Als unabhängige Plattform hat sich die ÖGFA seit ihren Anfängen nicht
nur der theoretischen Reflexion verschrieben, sondern sich immer
wieder akut eingemischt. Legendär sind Rettungsaktionen bedrohter
Baudenkmale wie des Wittgenstein-Hauses im Jahr 1970 oder des
Kassasaals der Postsparkassa von Otto Wagner 1973/74. Auch heute ist
die ÖGFA immer wieder mit Stellungnahmen zu aktuellen Eingriffen in
die erhaltenswürdige Bausubstanz, speziell auch der
Nachkriegsmoderne, sowie mit Kritik an problematischen Bauvorhaben
initiativ. Eine ganz konkrete Auseinandersetzung mit 50 Jahren
Baukultur bieten 2015 die Jubiläumsbauvisiten. Dafür werden aus jedem
Bestandsjahrzehnt der ÖGFA signifikante Projekte ausgewählt,
gemeinsam besucht und in ihrer historischen und gegenwärtigen
Bedeutung diskutiert. Zusätzlich wird es weiterhin die beliebten
Visiten zu aktuellen Bauprojekten geben, außerdem die
Stadtdiskursvisiten, die neuralgische Orte des Umbaus in der
wachsenden Stadt kritisch unter die Lupe nehmen.
Ab April 2015 wird die internationale Ausstellung "Lifting the
Curtain", die vom ÖGFA-Vorstandsmitglied Iris Meder gemeinsam mit
Institutionen aus Polen, Ungarn, Tschechien und Kroatien kuratiert
und mit großem Erfolg auf der Architekturbiennale Venedig 2014
gezeigt wurde, in Wien zu sehen sein. Sie zeigt grenzüberschreitende
mitteleuropäische Architekturnetzwerke vom Ende des Ersten Weltkriegs
bis zum Fall des Eisernen Vorhangs mit Bezügen und Kontinuitäten bis
in die Gegenwart. Damit knüpft die ÖGFA an ihre jahrzehntelange
Beschäftigung mit der österreichischen Moderne im europäischen
Kontext an. Von Beginn an machte sie sich um die Wiederentdeckung der
vertriebenen ArchitektInnen verdient, die die österreichische Moderne
prägten. So war 1965 die erste öffentliche ÖGFA-Veranstaltung die
erste Ausstellung zu Josef Frank. Während des Kalten Krieges
organisierte die ÖGFA jenseits parteipolitischer Vereinnahmung
Exkursionen in Länder des Ostblocks und pflegte vielfältige Kontakte
mit Fachleuten dieser Länder.
Gegründet wurde die ÖGFA 1965 von einem disziplinenübergreifenden
Kollektiv, zu dem neben den ArchitektInnen Viktor Hufnagl, Friedrich
Kurrent sowie Traude und Wolfgang Windbrechtinger auch der Kritiker
Friedrich Achleitner, der Architekturhistoriker Sokratis Dimitriou,
die Künstlerin Maria Biljan-Bilger und der Jurist Wolfgang Gleissner
gehörten. Und auch der heutige, weiterhin ehrenamtlich arbeitende
Vorstand setzt sich aus zehn Mitgliedern aus Architektur,
Kunstgeschichte, Kulturtheorie und Soziologie zusammen. Die
Neupositionierung des ÖGFA-Periodikums UmBau, die bereits Ende 2014
gestartet wurde, wird dieser breiten Ausrichtung jenseits
akademischer Grenzziehungen Rechnung tragen. "Die Österreichische
Gesellschaft für Architektur ist sich der Größe und Schwierigkeit der
gestellten Aufgabe bewusst, jedoch überzeugt, dass sich in einem
Lande mit überragenden Architekturleistungen in der Vergangenheit
auch heute noch viele für die zukünftige Gestaltung unseres Lebens
und unserer Umwelt verantwortlich fühlen", heißt es im
Gründungsmanifest der ÖGFA 1965. Genug zu tun für die nächsten 50
Jahre.
ÖGFA Vorstand 2015: Gabu Heindl (Vorsitzende), Elise Feiersinger
(stellvertretende Vorsitzende), Iris Meder (Schriftführerin), Manfred
Russo (Kassier), Ulrich Huhs, Michael Klein, Christina Linortner,
Angelika Fitz, Gabriele Ruff, Juri Troy, Andreas Vass
Die ÖGFA freut sich, die BIG Bundesimmobiliengesellschaft m.b.H. als
Kooperationspartner des Jubiläumsprogramms 2015 bekannt geben zu
können.
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