- 10.02.2015, 20:56:37
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Wende vollzogen, Kommentar zum Ölmarkt von Dieter Kuckelkorn
Frankfurt (ots) - Frankfurt (ots) - Der Ölpreis hat in den
vergangenen zwei Wochen eine bemerkenswerte Erholung erfahren.
Gegenüber dem Januartief von 45,19 Dollar je Barrel hat Brent
inzwischen rund 30% zugelegt. Am Ölmarkt macht sich bei Anbietern und
Finanzinvestoren Zuversicht breit. Dies, so heißt es, könnte die von
ihnen erhoffte Preiswende sein.
In der Tat spricht einiges für diese These. Auf jeden Fall hat der
Markt seine Dynamik verändert. Der stark nach unten weisende Trend
ist gebrochen. Inzwischen ist der Markt auch wieder für Nachrichten
empfänglich, die geeignet sein sollten, den Preis zu stützen. So wird
die neueste Prognose der Organisation Erdöl exportierender Länder
(Opec) ernst genommen, gemäß der die Nachfrage nach Opec-Öl im
laufenden Jahr größer sein soll als bisher gedacht.
Am Dienstag wurden sogar Hinweise ignoriert, die für ein weiterhin
üppiges Angebot sprechen. So ließ die Internationale Energieagentur
IEA, die die Industriestaaten in Fragen der Energiepolitik berät, in
ihrem Mittelfristausblick verlauten, das Wachstum der amerikanischen
Schieferölförderung werde von dem gegenwärtigen Preistief kaum
berührt. Schieferöl sei weiterhin als Treiber einer kräftigen
Angebotsausweitung mindestens bis ins Jahr 2020 zu sehen. Am Markt
wurde das mit einem Achselzucken quittiert, der Brent-Preis gab am
Dienstag kaum nach. Dazu mag beigetragen haben, dass die IEA in der
Vergangenheit eine ausgesprochen schlechte Trefferquote hatte, was
ihre Prognosen angeht. Wenig Eindruck hat aber auch gemacht, dass es
die Analysten der US-Großbank Citigroup in einer jetzt
veröffentlichten Studie für möglich halten, dass der Ölpreis noch bis
20 Dollar je Barrel fallen könnte.
Trotz der Erholung gibt es weiter Faktoren, die die Wende gefährden.
So sind insbesondere die US-Lagerbestände in den vergangenen Wochen
auf einen Rekordstand geklettert. In den USA ist die Produktion damit
immer noch größer als die Nachfrage. Zudem deuten jüngste
Konjunkturdaten aus China darauf hin, dass die Konjunktur in Asien
nicht rund läuft. Und die Konfrontation zwischen Griechenland und der
Rest-EU könnte Schockwellen in ganz Europa auslösen. Somit ist
durchaus damit zu rechnen, dass die Erholung von dem einen oder
anderen Schwächeanfall unterbrochen wird. Zu viel sollten sich
Finanzinvestoren auf keinen Fall erhoffen. Die fundamentale Lage
lässt einen Anstieg auf über 70 Dollar derzeit nicht erwarten.
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