Lorentschitsch: "Flächendeckende Lkw-Maut wäre massiver Anschlag auf die Nahversorgung"

Handelsobfrau: Maut-Ausweitung wäre "hausgemachter Preistreiber" - Nahversorgung erfolgt insbesondere im ländlichen Raum meist über das niederrangige Straßennetz

Wien (OTS/PWK080) - "Eine Lkw-Maut auch auf Landes- und Gemeindestraßen in Österreich würde nicht nur die Verkehrswirtschaft treffen, sondern auch den Handel, und damit die Konsumentinnen und Konsumenten", warnt Bettina Lorentschitsch, Obfrau der Bundessparte Handel in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ): "Das wäre ein massiver Anschlag auf die ländlichen Regionen und die Nahversorger. Die Wege der Nahversorgung lassen sich nämlich nicht verschieben. Werden die Transporte auch in entlegene Gebiete teurer, gefährdet das massiv die Versorgungsstrukturen".

Regionale Produkte und Dienstleistungen mit kurzen Transportwegen seien zu Recht stark in Österreich nachgefragt. Diese Angebote würden sich durch die Zusatzkosten aus der Maut schlagartig verteuern. Wie die heute präsentierte Studie des Instituts für Transportwirtschaft und Logistik zeigt, ist mit einer finanziellen Belastung der Endkonsumenten von rund 63 bis 77 Euro pro Kopf und Jahr zu rechnen. "Diese Verteuerungen würden alle treffen -insbesondere auch ältere Menschen oder Familien. Deswegen wäre dies nichts anderes als eine Konsumsteuer", warnt Lorentschitsch.

"Es spricht eine ganze Menge gegen die Ausweitung der Lkw-Maut auf alle Straßen in Österreich", so Lorentschitsch: "Erstens die nicht vorhandene Treffsicherheit der Ausweitung: Man braucht nämlich nicht zu glauben, mit einer solchen Maßnahme den Durchzugverkehr einzudämmen."

"Vielmehr - und das ist der eigentlich relevante Punkt, der uns alle in Österreich treffen würde - erfolgt die Nahversorgung in unserem Land ja zu einem großen Teil über Bundes- bzw. Landesstraßen - und nicht über das Autobahnnetz, weil das ja bekanntlich nicht überall hinführt, wo Menschen auch mit Gütern versorgt werden wollen. Die Nahversorgung der Konsumenten würde dadurch deutlich verteuert".

"Daher wendet sich der Handel massiv gegen eine Maut-Ausweitung:
Das wäre eine hausgemachte Benachteiligung des Wirtschaftsstandortes und eine Verteuerung der täglichen Güter, die alle Konsumentinnen und Konsumenten in Österreich treffen würde. Und das kann doch wohl niemand ernsthaft wollen", so die Vertreterin des heimischen Handels. (JR)

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