• 03.02.2015, 14:00:39
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Normung – Weniger ist mehr

TESÖ Obmann Dipl.-Ing. Leopold Schöggl

Wien (OTS) - In der aktuellen Normungsdebatte plädiert der Verein
"Technische Experten für ein sicheres Österreich" (TESÖ) für eine
Versachlichung der Diskussion. Die von Politikern geortete "Packelei"
zugunsten der Industrie auf dem Rücken der Konsumenten findet nicht
statt. Normungsprozesse öffentlich und basisdemokratisch
durchzuführen hält TESÖ-Sprecher Leopold Schöggl theoretisch und
praktisch für undurchführbar. Trotzdem gibt es Optimierungspotential,
etwa im Bereich der Abstimmung von Produkt- und Prüfnormen oder in
Bezug auf die Vernetzung der Stakeholder der einzelnen
Normungsvorhaben.

"Normen sind ein wesentlicher Bestandteil der Welt, in der wir leben.
Die meisten Menschen kennen ihre Schuhgröße, weil Schuhgrößen genormt
sind. Auch beim Kauf eines elektronischen Gerätes, wie zum Beispiel
eines Fernsehers, kann man vernünftigerweise davon ausgehen, dass
sich dieses zu Hause problemlos anschließen lässt, weil sowohl die an
den elektronischen Geräten angebrachten Stecker als auch die im
Haushalt installierten Steckdosen gemeinsam erarbeiteten und weithin
akzeptierten Normen entsprechen. Eine moderne Welt ohne Normen ist
daher undenkbar", erklärt Dipl.-Ing. Leopold Schöggl, Obmann und
Sprecher des Vereins TESÖ - Technische Experten für ein sicheres
Österreich.

Bedeutung der Normen für Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und
Innovation

Aus Sicht der TESÖ sind Normen zum einen deshalb so wichtig, weil sie
die Interoperabilität zwischen neuen und bereits bestehenden
Produkten, Dienstleistungen und Prozessen garantieren. Sie sind also
die Voraussetzung dafür, dass neue Technologien und innovative
Produkte eingeführt werden können, weil sie bewirken, dass Produkte,
Komponenten und Dienstleistungen auch dann miteinander vereinbar,
gegenseitig austauschbar oder gleichwertig sind, wenn sie von
unterschiedlichen Unternehmen stammen. Zum anderen erleichtern Normen
den internationalen Handel, weil sie zur Reduzierung von technischen
Handelshemmnissen beitragen. "Und nicht zuletzt können Unternehmen
anhand von Normen gegenüber Behörden und Kunden leichter
dokumentieren, dass ihre Produkte und Dienstleistungen den
festgelegten Sicherheits-, Qualitäts- und Umweltstandards
entsprechen", so TESÖ-Sprecher Leopold Schöggl." Normen machen somit
die Technik sicherer und leistbarer. Außerdem sind sie die Grundlage
für periodische Sicherheitsüberprüfungen durch anerkannte Experten,
wie den TÜV AUSTRIA"

Normung transparent und offen

Die Abwicklung der Normungsprozesse in aller Öffentlichkeit hält TESÖ
Obmann Leopold Schöggl theoretisch und praktisch für undurchführbar,
jedoch gewährleisten die vielfältigen Möglichkeiten der Teilhabe an
Normungsprozessen aus seiner Sicht die höchstmögliche Transparenz. So
etwa können Anträge zur Entwicklung von Normen auf der Website von
Austrian Standards von allen interessierten Organisationen und
Personen eingebracht werden. Neue Normungsprojekte können online
kommentiert werden und Entwürfe zu ÖNORMEN können kostenlos im
Normen-Entwurf-Portal auf der Website von Austrian Standards
durchgesehen und während des öffentlichen, sechswöchigen
Stellungnahmeverfahrens kommentiert werden.

Rückläufiger Normenzuwachs

Die gern zitierte Normenflut sieht TESÖ-Sprecher Leopold Schöggl
nicht. Der Zuwachs an Normen ist bereits seit 2011 rückläufig. Grund
dafür ist, dass der Großteil des europäischen Normenwerks, das für
den Aufbau eines gemeinsamen Binnenmarktes notwendig ist, weitgehend
fertiggestellt ist. 2014 betrug der Zuwachs lediglich 262 ÖNORMEN. Im
Vergleich dazu war der Zuwachs im Jahr 1997 mit 1.110 Normen mehr als
vier Mal so hoch.

"Zur Gänze ausschalten lässt sich eine gewisse Fluktuation trotzdem
auch in Zukunft nicht, da selbst bereits bestehende Normen regelmäßig
daraufhin überprüft werden müssen, ob sie angesichts inzwischen
vorhandener neuer Materialien, Technologien und Prozesse noch
anwendbar oder gegebenenfalls zu aktualisieren sind", so Leopold
Schöggl.

Optimierungsbedarf sieht der TESÖ-Sprecher jedoch in punkto
Abstimmung von Produkt- und Prüfnormen sowie im Hinblick auf das
strategische Normungsmanagement, etwa was die Vernetzung der
Normungsverantwortlichen betrifft. "Nach wie vor sind die Stakeholder
der einzelnen Normungsvorhaben vielerorts schlecht vernetzt und nicht
immer passen Produkt- und Prüfnormen auch tatsächlich zusammen. Dabei
ist Weniger gerade auch bei Normen manchmal mehr", so Schöggl
abschließend.

Sicherheitsakademie - Verein zur Förderung der technischen
Sicherheit

Technische Experten für ein sicheres Österreich (TESÖ): Wir machen
Technik sicher!

Unser modernes Leben in einer globalisierten Wirtschaft erfordert
Aktivitäten zur Hebung der technischen Sicherheitsstandards auf allen
Gebieten des täglichen Lebens, z.B. Sicherheit von Bauwerken,
Produktsicherheit, Sicherheit von Systemen und Anlagen. Aus diesem
Grund haben wir die Tätigkeiten des Vereins wieder stärker
reaktiviert. Der Verein ""Sicherheitsakademie - Technische Experten
für ein sicheres Österreich (TESÖ)" wird meinungsbildendend und
informierend auftreten.

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sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at

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