- 30.01.2015, 10:29:51
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Auftaktveranstaltung: "AusBildung bis 18" - alle gemeinsam für die Zukunft unserer Jugend
Gemeinsamer Reformprozess von Ressorts, Bundesländern und Sozialpartnern gestartet - Auftakt mit Hundstorfer, Mitterlehner, Heinisch-Hosek und Karmasin

Utl.: Gemeinsamer Reformprozess von Ressorts, Bundesländern und
Sozialpartnern gestartet - Auftakt mit Hundstorfer,
Mitterlehner, Heinisch-Hosek und Karmasin =
Wien (OTS/BMASK) - Die österreichische Bundesregierung will jungen
Menschen bessere berufliche Chancen eröffnen und setzt daher auf die
Initiative "AusBildung bis 18". Einerseits wird dadurch die
Jugendarbeitslosigkeit bekämpft, andererseits dem Wunsch der
Unternehmen nach gut ausgebildeten jungen Menschen entsprochen. "Wer
gut ausgebildet ist, hat einfach bessere Chancen; diese Chancen
wollen wir allen jungen Menschen in Österreich ermöglichen. Eine
Ausbildungspflicht für 15- bis 18-Jährige ist daher ein ganz
entscheidender Punkt auch für die Zukunft unseres Landes", sagte
Sozialminister Rudolf Hundstorfer bei der Auftaktveranstaltung
"AusBildung bis 18". "Mit der Ausbildungspflicht für 15- bis
19-Jährige sichern wir Wachstum und Beschäftigung. Denn der
Wirtschaftsstandort Österreich ist von gut ausgebildeten Fachkräften
abhängig. Eine Lehre, mit der man zum Meister, oder über das Programm
Lehre mit Matura zum Akademiker wird, schafft die Basis für eine gute
Karriere ", sagt Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner.
Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek setzt vor allem auf
Information: "Wir haben ein vielseitiges Bildungs- und
Ausbildungsangebot, das für alle etwas zu bieten hat. Die große
Herausforderung ist aber Jugendlichen bei der Entscheidung über ihre
weiterführende Bildungs- oder Berufslaufbahn bestmöglich zu
unterstützen und zu informieren. Mein Ziel ist, dass alle,
entsprechend ihrer individuellen Interessen und Stärken, den für sie
besten Weg finden." Jugendministerin Karmasin strich die wichtige
Rolle der Jugendarbeit bei diesem Reformprozess heraus: "In der Phase
des Erwachsenwerdens spielt die Jugendarbeit eine zentrale Rolle. Sie
kann insbesondere in den Bereichen der Persönlichkeitsentwicklung und
der Aneignung von sozialen Kompetenzen qualitätsvolle Unterstützung
leisten. Das Empowerment der jugendlichen Interessen wird durch
nicht-formales und informelles Lernen in den familiären und
jugendlichen Lebenswelten ermöglicht". ****
Beginnend mit dem Schuljahr 2016/2017 muss jede/r Jugendliche
nach der Pflichtschule eine weiterführende Bildung oder Ausbildung
absolvieren. Dies kann der Besuch einer mittleren oder höheren Schule
oder eine Lehrausbildung sein. Benachteiligten Jugendlichen stehen
die bewährten Programme wie Produktionsschulen und überbetriebliche
Lehrausbildung zur Verfügung. Mit der Ausbildungspflicht geht es der
Bundesregierung darum, vielfältige Angebote, notwendige
Unterstützungen und die richtigen Anreize zu schaffen und die
Verbindlichkeit der Wahrnehmung von Bildungs- und
Ausbildungsangeboten zu erhöhen. Mit einer Schulpflicht von lediglich
neun Jahren befindet sich Österreich derzeit international am unteren
Ende der Skala; eine Verlängerung der Mindestausbildungsdauer junger
Menschen ist vor dem Hintergrund steigender beruflicher und
gesellschaftlicher Anforderungen erforderlich.
Während die meisten Jugendlichen nach dem Ende der neunjährigen
Schulpflicht ohnehin den Schulbesuch fortsetzen oder eine Lehre
absolvieren, trifft dies für eine kleine Gruppe nicht zu. Sie brechen
die Schule oder die Ausbildung ab, nehmen Hilfstätigkeiten an oder
ziehen sich phasenweise ganz aus den Systemen Bildung, Ausbildung und
Arbeitsmarkt zurück. Ein solch schlechter Start in das Berufsleben
zieht lebenslange schwerwiegende Folgen für den Betroffenen nach
sich. Rund 7.000 der 15 bis 17-Jährigen finden derzeit auch nach
mehreren Monaten nicht wieder den Anschluss. Insbesondere diese
Jugendlichen, die bisher nicht den nachhaltigen Zugang zu
weiterführender Bildung gefunden haben, sollen im Rahmen der
"AusBildung bis 18" durch bedarfsgerechte Angebote darin unterstützt
werden.
Dies wird dadurch gewährleistet werden, dass einerseits die bereits
vielfältige Angebotslandschaft besser koordiniert und effizienter
genutzt wird und andererseits Angebotslücken geschlossen werden. Die
dazu erforderlichen (Weiter-)Entwicklungen betreffen die
Unterstützung bei der Ausbildungswahl, die Vermeidung von Bildungs-
und Ausbildungsabbrüchen, die Vorbereitung auf weiterführende
Ausbildungen für benachteiligte Jugendliche sowie die betriebliche
und überbetriebliche Lehrausbildung.
Um das Vorhaben "Ausbildung bis 18" erfolgreich umzusetzen, gibt
es daher einen Schulterschluss mehrerer Ressorts und Institutionen,
die diese weitreichenden Reformen anstreben. Damit arbeitet die
österreichische Bundesregierung schon jetzt an einer
ressortübergreifenden Gesamtstrategie für eine zukunftsorientiere
Ausbildung und Verbesserung der beruflichen Chancen unserer Jugend.
Die heutige Auftaktveranstaltung ist für die federführenden Ressorts
daher eher ein Etappenziel als ein Startschuss, da die
Bundesministerien für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz, für
Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft, für Bildung und Frauen, sowie
jenes für Familien und Jugend bereits seit dem Frühjahr 2014 an den
Vorbereitungen dieser umfassenden Reform arbeiten.
Durch die enge Zusammenarbeit der verantwortlichen Ressorts und
Institutionen an der "AusBildung bis 18" werden insbesondere
bildungs- und arbeitsmarktpolitische Initiativen so weiterentwickelt,
dass sie sinnvoll ineinandergreifen. Die gemeinsamen Anstrengungen
zielen auf ein System, in dem jeder Jugendliche das seinen Interessen
und Bedürfnissen passende Bildungs- oder Ausbildungsangebot findet
und die entsprechende Unterstützung, um dieses erfolgreich zu
absolvieren. Die Bundesregierung ist überzeugt, mit dem Vorhaben der
"AusBildung bis 18" einen Meilenstein in der Verbesserung des
Ausbildungsniveaus und der Arbeitsmarktchancen junger Menschen ebenso
wie für die Deckung des zukünftigen FacharbeiterInnenbedarfs der
österreichischen Unternehmen zu setzen. (Schluss)
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