- 30.01.2015, 10:13:50
- /
- OTS0048 OTW0048
Asylquoten: Rotes Kreuz appelliert an die Länder
Wien (OTS/Rotes Kreuz) - Morgen, Samstag, endet die Frist zur
Erfüllung der Asylquoten der Bundesländer. Als "enttäuschend"
bezeichnet Rotkreuz-Präsident Gerald Schöpfer, dass nur Wien,
Niederösterreich und die Steiermark die vereinbarte Anzahl an
Unterbringungsplätzen zur Verfügung stellen. "Ich habe zwar
Verständnis, dass die Länder durch die steigende Anzahl an
Asylwerbern stark gefordert sind", sagt Schöpfer, "finde es aber
traurig, dass es nicht allen Ländern gelungen ist, angemessen auf
diese Herausforderung zu reagieren und ausreichend Unterkünfte zu
schaffen."
Bund und Länder hätten schließlich zugesagt, Beiträge für ein
funktionierendes Asylsystem zu leisten. "Diese Zusagen müssen
eingehalten werden - ohne lautstarkes öffentliches Getöse auf dem
Rücken von Flüchtlingen", fordert Schöpfer. "Derzeit erleben wir die
dramatischste Flüchtlingstragödie der vergangenen Jahrzehnte. In
Notlagen wie diesen sind die für unser Asylsystem notwendigen Mittel
an die gestiegene Anzahl an Asylwerbern anzupassen. Verpflichtungen
müssen eingehalten werden - nicht nur, wenn es leicht geht, sondern
gerade jetzt, wo es drauf ankommt."
Schöpfer appelliert an die Landeshauptleute, nicht nur alles daran zu
setzen, so bald wie möglich ihre Quoten zu erfüllen, sondern auch
längerfristige Strategien zu entwickeln, um schutzsuchende Menschen
angemessen unterbringen zu können. "Solange sich kein Ende der
zahlreichen Konflikte abzeichnet, die Menschen zur Flucht zwingen,
müssen wir damit rechnen, dass mehr Asylwerber nach Österreich
kommen", so Schöpfer.
Eine angemessene Unterbringung sei nur ein erster Schritt. "Menschen,
die in Österreich Schutz erhalten, müssen auch nach Ende des
Asylverfahrens unterstützt werden", sagt der Rotkreuz-Präsident und
betont die Wichtigkeit von Integrationsmaßnahmen für ein gutes
Zusammenleben.
Zusätzlich zu Konzepten auf nationaler Ebene müsse die
Flüchtlingspolitik der EU dringend überdacht werden. "Wir brauchen
ein gut funktionierendes gemeinsames europäisches Asylsystem, das
Flüchtlingen legalen Zugang in die EU-Länder ermöglicht, um hier Asyl
zu beantragen und wir brauchen eine faire Lastenverteilung innerhalb
Europas", sagt Schöpfer.
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | ORK






