Asylquoten: Rotes Kreuz appelliert an die Länder

Wien (OTS/Rotes Kreuz) - Morgen, Samstag, endet die Frist zur Erfüllung der Asylquoten der Bundesländer. Als "enttäuschend" bezeichnet Rotkreuz-Präsident Gerald Schöpfer, dass nur Wien, Niederösterreich und die Steiermark die vereinbarte Anzahl an Unterbringungsplätzen zur Verfügung stellen. "Ich habe zwar Verständnis, dass die Länder durch die steigende Anzahl an Asylwerbern stark gefordert sind", sagt Schöpfer, "finde es aber traurig, dass es nicht allen Ländern gelungen ist, angemessen auf diese Herausforderung zu reagieren und ausreichend Unterkünfte zu schaffen."

Bund und Länder hätten schließlich zugesagt, Beiträge für ein funktionierendes Asylsystem zu leisten. "Diese Zusagen müssen eingehalten werden - ohne lautstarkes öffentliches Getöse auf dem Rücken von Flüchtlingen", fordert Schöpfer. "Derzeit erleben wir die dramatischste Flüchtlingstragödie der vergangenen Jahrzehnte. In Notlagen wie diesen sind die für unser Asylsystem notwendigen Mittel an die gestiegene Anzahl an Asylwerbern anzupassen. Verpflichtungen müssen eingehalten werden - nicht nur, wenn es leicht geht, sondern gerade jetzt, wo es drauf ankommt."

Schöpfer appelliert an die Landeshauptleute, nicht nur alles daran zu setzen, so bald wie möglich ihre Quoten zu erfüllen, sondern auch längerfristige Strategien zu entwickeln, um schutzsuchende Menschen angemessen unterbringen zu können. "Solange sich kein Ende der zahlreichen Konflikte abzeichnet, die Menschen zur Flucht zwingen, müssen wir damit rechnen, dass mehr Asylwerber nach Österreich kommen", so Schöpfer.

Eine angemessene Unterbringung sei nur ein erster Schritt. "Menschen, die in Österreich Schutz erhalten, müssen auch nach Ende des Asylverfahrens unterstützt werden", sagt der Rotkreuz-Präsident und betont die Wichtigkeit von Integrationsmaßnahmen für ein gutes Zusammenleben.

Zusätzlich zu Konzepten auf nationaler Ebene müsse die Flüchtlingspolitik der EU dringend überdacht werden. "Wir brauchen ein gut funktionierendes gemeinsames europäisches Asylsystem, das Flüchtlingen legalen Zugang in die EU-Länder ermöglicht, um hier Asyl zu beantragen und wir brauchen eine faire Lastenverteilung innerhalb Europas", sagt Schöpfer.

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