- 29.01.2015, 11:47:37
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Grüne/Johann: "Wietersdorfer durch Zeugenaussagen indirekt belastet"
Fast unbekannter Bescheid der BH St Veit sieht strengere Grenzwerte vor
Utl.: Fast unbekannter Bescheid der BH St Veit sieht strengere
Grenzwerte vor =
Klagenfurt (OTS) - "Auch wenn die Verantwortlichen der Wietersdorfer
Zementwerke es vorgezogen haben, nicht bei der gestrigen
Zeugenbefragung im HCB-U-Ausschuss zu erscheinen, so werden sie doch
durch die Aussagen der gestern erschienenen Zeugen indirekt
belastet", meint der LAbg. Michael Johann von den Grünen.
"Die Wietersdorfer Zementwerke legten im Deponie-Vergabeverfahren im
Jahr 2011 ein Angebot, den gesamten in Brückl lagernden CKW-haltigen
Kalkschlamm innerhalb von nur sieben Jahren aufzuarbeiten. Um dies zu
erreichen, hätten 4,5 Tonnen pro Betriebsstunde eingesetzt werden
müssen. An der bescheidmäßig vorgeschriebenen Einbringungsstelle, an
welcher die vorgeschriebenen Temperaturen von 850 bis 1.100 Grad
herrschen, können aber nur maximal 2,5 bis drei Tonnen pro Stunde
eingebracht werden, da der nasse Kalkschlamm sonst die
Produktqualität gefährdet. Wietersdorfer hätte also das Angebot so
nie legen dürfen, da die technischen Voraussetzungen für eine
Einbringung solcher Mengen an Kalkschlamm ohne CKW-Emissionen nicht
gegeben waren", erklärt Johann. Als Versäumnis sieht es Johann, dass
der in der G.U.T.-Studie vorgesehene Großversuch zur
Kalkschlammverarbeitung im Zementwerk nie umgesetzt wurde.
"Die von der Donau Chemie angewandte organoleptische Analyse bedeutet
eine Beurteilung, ob der Kalkschlamm stinkt oder nicht. Da
Hexachlorbenzol farb- und geruchlos ist, kann auf diese Weise eine
Kontamination des Kalkschlamms mit HCB nicht ausgeschlossen werden.
Insofern entpuppen sich die Aussagen der Verantwortlichen von
Wietersdorfer beim Besuch des U-Ausschusses in Wietersdorf, es sei
nur unbelasteter Kalk über die Rohmehlmühle aufgegeben worden, als
nicht haltbar. Denn wenn es keine Beprobungen gegeben hat, konnte gar
nicht zuverlässig festgestellt werden, welcher Kalk CKW-belastet und
welcher unbelastet gewesen ist", so Johann.
In den Unterlagen des Untersuchungsausschusses hat Johann einen
Bescheid der Bezirkshauptmannschaft St Veit ausgegraben, der bisher
nahezu unbekannt war. Im Jahr 2011 hat Wietersdorf eine
Produktionssteigerung um zehn Prozent (das sind immerhin 220 Tonnen
pro Tag oder über 60.000 Tonnen pro Jahr) angezeigt und sich bereit
erklärt, dafür die Grenzwerte für die Luftschadstoffe um zehn Prozent
abzusenken. Die BH hat die Produktionssteigerung innerhalb von nur
zwei Tagen genehmigt und die niedrigeren Grenzwerte per Bescheid
vorgeschrieben. In den Emissionsberichten hat Wietersdorfer in den
folgenden Jahren aber immer die alten, höheren Grenzwerte aus der UVP
verwendet, weil es offenbar große Schwierigkeiten gibt, die neuen
Stickoxid- und Kohlenmonoxid-Grenzwerte einzuhalten.
"Wenn Wietersdorfer im Februar seinen Betrieb wieder aufnimmt, muss
das Zementwerk sicherstellen, dass die gültigen Grenzwerte der BH St.
Veit eingehalten werden", fordert Johann.
(Schluss)
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