• 26.01.2015, 14:09:48
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Heinisch-Hosek: Selbstbewusste Jugendliche brauchen keine destruktiven Ideologien

ExpertInnengipfel "Bildung gegen Extremismus" Auftakt für multiprofessionelle Vernetzung

Utl.: ExpertInnengipfel "Bildung gegen Extremismus" Auftakt für
multiprofessionelle Vernetzung =

Wien (OTS/BMBF) - Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek lud heute
unter dem Titel "Bildung gegen Extremismus" zu einem
ExpertInnengipfel. Im Anschluss an die zweistündige Beratung mit rund
70 Expertinnen und Experten, die Jugendliche und ihre Angehörigen
beraten und unterstützen, präsentierte sie gemeinsam mit Dr.in Edit
Schlaffer (Frauen ohne Grenzen), Dr. Kenan Güngör (Soziologe und
Experte für Integrations- und Diversitätsfragen) und Ercan Nik Nafs
(Kinder- und Jugendanwalt) Maßnahmen, die direkt in den Schulen
ankommen und sowohl zur langfristigen Prävention beitragen, als auch
konkrete Handlungsanweisungen für akute Fälle bereitstellen.

"Handeln ist das Gebot der Stunde", erklärt die Bildungsministerin
den Hintergrund des heutigen Gipfels, der auch der Start für eine
multiprofessionelle Plattform ist, um die österreichweite Vernetzung
zwischen den handelnden Personen zu fördern. "Wir müssen Jugendliche
in ihrer Identität stärken, damit sie immun sind gegen destruktive
Ideologien. Hier müssen alle - Eltern, Pädagoginnen und Pädagogen,
Unterstützungspersonal, aber auch die außerschulische Jugendarbeit -
an einem Strang ziehen."

Schlaffer sieht den Schritt heraus aus der "privaten Beunruhigung"
als große Herausforderung für die Eltern, bei dem die Schule als
Schnittstelle eine wichtige Rolle spielt. Ähnlich äußerte sich auch
Güngör, der die Stärke der Schule vor allem darin sieht, dass sich
über die Jahre eine Beziehungsqualität zwischen SchülerInnen,
Lehrpersonen und auch den Eltern entwickle, die ein wichtiger
Ankerpunkt für Präventionsarbeit sei. Nik Nafs betonte vor allem die
Chancen, die sich ergeben, wenn man alle Beteiligten an einen Tisch
holt um gemeinsame Lösungsansätze zu finden.

300 Workshops für Schulen als Sofortmaßnahme

Als Reaktion auf die aktuellen Radikalisierungstendenzen stellt die
Bildungsministerin 300 zusätzliche Workshops für Schulen zur
Verfügung. "Pädagogische Präventionsarbeit wirkt langfristig und
muss laufend in den Schulen Platz finden", so die Ministerin.
Durchgeführt werden die Workshops von verschiedenen NGOs und können
von den Schulen unkompliziert über das Zentrum Polis beantragt
werden. "Selbstbewusste Kinder und Jugendliche brauchen keine
destruktiven Ideologien. Wir sehen Präventionsarbeit deshalb in der
ganzen Breite." Die Schwerpunkte der Workshops reichen von
Demokratie, De-Radikalisierung, Antidiskriminierung, Rassismus,
Gewaltprävention Diversität, Inklusion und Interkulturalität bis hin
zu Sozialem Lernen."

In Kooperation mit dem Innenministerium werden außerdem rund 50
Präventionsbeamte eng mit den Pädagogischen Hochschulen
zusammenarbeiten, um die Fortbildungsangebote für Lehrpersonen in
diesem Bereich noch weiter auszubauen. "Bei der
PädagogInnenausbildung Neu haben wir hier schon einen Schwerpunkt
gesetzt, um angehende Lehrpersonen bestmöglich auf die
Herausforderungen im Klassenzimmer vorzubereiten", erklärt die
Ministerin die Einführung von verpflichtenden Lehrveranstaltungen zu
Konflikt-Prävention, Persönlichkeitsbildung, Soziales Lernen,
Interkulturalität und Interreligiosität. Die Zusammenarbeit mit
psychosozialen Unterstützungssystemen und Präventionsprogrammen wird
ebenso Eingang in den Lehrplan finden. Ergänzend werden auch
Wahlpflichtfächer im Zusammenhang mit Gewalt-Prävention und
Radikalisierung angeboten.

Erste Maßnahmen bereits nach ExpertInnengruppe im Oktober 2014

Für akute Fälle wurde den Schulleitungen bereits im Oktober ein
Leitfaden zur Verfügung gestellt, der beim Umgang mit auftauchenden
"leisen Signalen" unterstützen soll. "Ich habe im Herbst auch schon
den PHs den Auftrag gegeben ihr Fortbildungsprogramm zu adaptieren.
Das Spektrum ist vielfältig und wurde bereits gut angenommen",
erklärt Heinisch-Hosek. (Schluss)

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