• 25.01.2015, 09:00:33
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10 Jahre Wiener Tierschutzombudsstelle - eine Erfolgsgeschichte für Mensch und Tier in Wien

Wien (OTS) - Als zentrale Forderung der SPÖ zum einheitlichen
Bundestierschutzgesetz wurden vor 10 Jahren in jedem Bundesland
weisungsfreie und unabhängige Tierschutzombudsstellen (TOW)
eingeführt. "Ich bin stolz auf die Tierschutzombudsstelle in Wien,
sie ist seit 10 Jahren kompetente Anlaufstelle in Sachen Tierschutz
und dem Miteinander von Mensch und Tier in der Millionenstadt",
gratuliert Tierschutzstadträtin Ulli Sima dem Team der TOW, an dessen
Spitze 10 Jahre Hermann Gsandnter stand. "Hermann Gsandtner hat
großartige Arbeit für die Tiere in dieser Stadt geleistet", bedankt
sich Sima herzlich. Seit 1. Jänner 2015 ist Eva Persy neue
Tierschutzombudsfrau der Stadt Wien.

Beliebte Anlaufstelle für die Wienerinnen und Wiener

Seit ihrem Bestehen hat die Stelle über 20.000 Anrufe in Sachen
Tiere entgegen genommen und über 3.000 tierschutzrechtliche
Verfahren bearbeitet. Zentrale Maßnahmen waren die Etablierung des
Wiener Hundeführscheins und diverse Informationsoffensiven rund um
Hund, Katz & co. Zentral ist auch die Bewusstseinsbildung bei Kindern
und Jugendlichen für aktiven Tierschutz in der Millionenstadt.

Erfolgsmodell Wiener Hundeführschein

Der freiwillige Hundeführschein legt als Sachkundenachweis das
Hauptaugenmerk auf das tiergerechte, gesetzeskonforme und
rücksichtsvolle Führen von Hunden in der Großstadt. Wie verhalte ich
mich, wenn Kinder in der Nähe sind oder Jogger den Weg queren? Was
tun bei Begegnungen mit anderen Hunden? - all diese Fragen rund um
Alltagssituationen für Hund, Frauchen und Herrchen in der Großstadt
beinhaltetet der Hundeführschein. Bereits 2005 startete die
Tierschutzombudsstelle dieses große Projekt - mit der Erstellung der
Lern- und Prüfungsunterlagen sowie der Auswahl und Vorbereitung der
PrüferInnen. Über 8.200 HundehalterInnen haben mittlerweile die
Prüfung absolviert - sie erhalten für ihr Engagement sowohl eine
einmalige Befreiung von der Hundeabgabe als auch ein Gutscheinheft
mit tollen Leckerlies. Alle Infos unter www.freiwilliger-hfs.at. Nach
der Volksbefragung 2010 wurde in Wien der verpflichtende
Hundeführschein für sogenannte Listenhunde eingeführt - auch hier hat
die TOW entscheidend an der Umsetzung mitgearbeitet. 5869
HundehalterInnen haben den verpflichtenden Schein bisher absolviert.
Eine externe Evaluierung durch die Veterinärmedizinische Universität
drei Jahre nach Einführung belegt die Sinnhaftigkeit der Maßnahme:
ganze 63 % weniger Bissvorfälle durch Listenhunde!

Bewußtseinsbildung und Informationsaustausch für alle
TierfreundInnen

Großer Beliebtheit erfreut sich die Homepage der Wiener
Tierschutzombudsstelle (www.tieranwalt.at). Sie stellt jede Menge
wichtige Informationen über Heim-, Wild- und Nutztiere bereit,
informiert über gesetzliche Grundlagen des Tierschutzes in Österreich
und bietet einen Überblick über andere Tierschutz- relevante
Einrichtungen und Vereine. Die Ombudsstelle hat seit ihrem Bestehen
außerdem zahlreiche Fachtagungen veranstaltet, die dem
Informationssaustausch und der Bewusstseinsbildung dienen. Zuletzt
zuletzt die internationale Fachtagung zum Thema Streunerkatzen im
Oktober 2014.

Die Tierschutzombudsstelle setzt sich auch international für die
Interessen der Tiere ein. So hat sie z.B. 2006 das österreichische
Vorzeigemodell "Totalverbot der Haltung und Mitwirkung von Wildtieren
in Zirkussen" vor der Tierschutz-Arbeitsgruppe des Europaparlaments
(Intergroup on the Welfare and Conservation of Animals) vorgestellt
und verschiedene Lobbying-Aktivitäten (Tiertransport, Singvogelfang,
etc) gesetzt. Auch regelmäßige Treffen mit NGOs stehen am Programm.

Informationskampagnen "Tierschutz im Einkaufskorb" und "Tiere
sind kein Spielzeug"

Mit ihren Aktivitäten zu "Mehr Tierschutz im Einkaufskorb" widmet
sich die Tierschutzombdusstelle auch neuen Ansätzen der
Bewusstseinsbildung. So können z.B. Verhaltensänderungen bei
Konsumgewohnheiten (Reduktion von Produkten aus konventioneller
Massentierhaltung) als wichtiger Beitrag zu Umweltentlastung und
Gesundheitsförderung - und somit als Gewinn an Lebensqualität -
vermittelt und empfunden werden. Bezüglich Jugendtierschutz
entstanden im Laufe der Jahre verschiedene Materialen zur
Bewusstseinsbildung über die Ansprüche der typischen "Bauernhoftiere"
(wie das Tierquartett "Schöner Leben für Schwein & Co - Was macht
diese Tiere froh?"), die Kindern die Bedürfnisse und
Haltungsbedingungen der Tiere in der Landwirtschaft näher bringen und
die Unterschiede in den Haltungsformen aufzeigen sollen. Im Zuge der
Kampagne "Tiere sind kein Spielzeug" informierte die
Tierschutzombudsstelle über die Verantwortung der
Eltern/Betreuungspersonen beim richtigen Umgang mit Heimtieren.

Resümee und Ausblick

Wichtige Themen der letzten Jahre waren der Kampf gegen den
illegalen Tierhandel und die Problematik des ,Animal Hoarding' - das
krankhafte Sammeln und Halten von immer mehr Tieren. Ein großes
Anliegen ist es der Wiener Tierschutzombudsfrau, die
Eigenverantwortung jedes Einzelnen zu stärken. "JedeR kann etwas für
mehr Tierschutz tun - sei es `nur` beim Lebensmitteleinkauf durch
Beachtung von tiergerechten Haltungsbedingungen", so
Tierschutzombudsfrau Eva Persy, der das Miteinander von Mensch und
Tier ein zentrales Anliegen ist.

Gesetzlicher Hintergrund

Mit dem Bundestierschutzgesetz wurden die einzelnen Bundesländer
per 1. Jänner 2005 verpflichtet, unabhängige und weisungsfreie
Tierschutzombudsleute einzusetzen. Zu den wesentlichen Aufgaben
zählen die Vertretung der Interessen des Tierschutzes als sogenannte
Legalpartei in Verwaltungs-, beziehungsweise
Verwaltungsstrafverfahren, entsprechende Tätigkeiten im Bereich der
Öffentlichkeitsarbeit und die Mitgliedschaft im Tierschutzrat.

rk-Fotoservice: www.wien.gv.at/pressebilder

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