• 23.01.2015, 11:32:33
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mc-quergeredet: Management in volatilen Zeiten – Europäischer versus amerikanischer Weg

Ein hochkarätig besetztes Podium diskutierte am 21. Jänner 2015 im management club über die markantesten Unterschiede in den Führungsstilen europäischer und US-amerikanischer Manager.

http://www.apa-fotoservice.at/galerie/6333 Im Bild
v.l.n.r.: Erich Pichorner (Geschäftsführer, ManpowerGroup GmbH),
MMag. Peter Oswald (CEO, Mondi AG), Mag. Andrea Lehky, MA
(Journalistin, Die Presse), Dr. Claus J. Raidl (Präsident, OeNB)

Utl.: Ein hochkarätig besetztes Podium diskutierte am 21. Jänner
2015
im management club über die markantesten Unterschiede in den
Führungsstilen europäischer und US-amerikanischer Manager. =

Wien (OTS) - Am Podium nahmen Peter J. Oswald, CEO Mondi Europe &
International, der ehemalige Vorstandvorsitzende der Böhler-Uddeholm
AG und jetzige Präsident der Österreichischen Nationalbank Claus J.
Raidl sowie Erich Pichorner, Managing Director der ManpowerGroup
Österreich, Platz und diskutierten mit Karriere-Redakteurin Mag.
Andrea Lehky (Die Presse) über die unterschiedlichen
Managementansätze sowie deren Vor- und Nachteile.

Alle drei Manager machten im Laufe ihrer Karrieren ihre eigenen
Erfahrungen mit internationalen Führungsstilen, die - so global sie
in der Theorie auch konzipiert sind - im praktischen Umsetzen doch
sehr stark von regionalen Gegebenheiten und nationalen Kulturen
geprägt sind. Aus seiner Zeit bei der Böhler-Uddeholm AG weiß Claus
Raidl, dass beispielsweise in Schweden ein Konsensmanagement
vorherrscht, wo so lange am Verhandlungstisch geredet wird, bis alle
beteiligten Parteien übereinstimmen. In den USA hingegen gibt es in
Konzernen einen CEO (Chief Executive Officer), der die Geschäfte
führt, entscheidet und somit auch die volle Verantwortung trägt.

Erich Pichorner berichtete von seinen persönlichen Erlebnissen als
österreichischer Manager eines US-amerikanischen Konzerns; 2005 bei
Manpower als Berater begonnen erweiterte er bald sein Tätigkeitsfeld
und stieg 2007 in die Geschäftsleitung ein, wo er sich rasch einen
anderen Kommunikationsstil aneignen musste. Im Sprachgebrauch
amerikanischer Manager gibt es kein Nein (Ausnahme sind rechtliche
Gründe); es gibt auch keine Probleme, nur eine "challenge"; Lösungen
richten sich nach dem Grundsatz: "Make it an opportunity!".

"Kann ich damit Geld verdienen?"

Der Fokus eines US-amerikanischen Managers liegt - mitunter aufgrund
ihrer vordergründig kurzfristigen Planung (Quartalserfolge) - in
erster Linie auf dem Kapital des Unternehmens und in der Rolle als
dessen Verwalter. Da das Sozialsystem in den USA nicht so ausgeformt
ist wie in Österreich steigt dort auch die Risikobereitschaft, Geld
zu investieren, was zu einem fundamentalen Unterschied in den beiden
volkswirtschaftlichen Systemen führt: die österreichische Wirtschaft
basiert auf Fremdfinanzierung (zum Beispiel durch Kredite), die USA
kennen eine kapitalmarktfinanzierte Ökonomie - für Peter J. Oswald,
Mondi, das bessere System, da Aktien mehr wirtschaftliche Flexibiltät
ermöglichen. Die US-Mentalität folge dem Prinzip "Either you risk
your money or you don’t", so Claus Raidl.

Erich Pichorner unterstrich den Leitsatz mit seiner Beobachtung, dass
in den USA nicht nur das Kapital, sondern auch die Menschen selbst in
ihrer Denk- und Handlungsweise mobiler sind; in Österreich agieren
viele Manager eher konservativ und angstgetrieben, in den USA
reagieren Manager viel schneller auf ihre Umwelt und passen sich den
Gegebenheiten rascher an. Gut erkennbar ist dieser Unterschied in der
Hightech- und Biotech-Branche bzw. in der Start-up-Szene, die in den
USA bereits floriert und nicht ohne Investitionen von Eigenkapital
funktioniert (zum Beispiel Facebook, Amazon und Google). Hier hat
Österreich definitiv noch Entwicklungspotential.

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