- 23.01.2015, 11:14:14
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Verband Österreichischer Kieferorthopäden: "Gratiszahnspange" hat Schwachstellen
Mit sozialer Staffelung der Kassenleistung hätten mehr PatientInnen profitiert - Deckelung des Budgets auf Kosten der PatientInnen

Utl.: Mit sozialer Staffelung der Kassenleistung hätten mehr
PatientInnen profitiert - Deckelung des Budgets auf Kosten der
PatientInnen =
Wien (OTS) - Ab 1. Juli 2015 sollen schwere Zahn- und
Kieferfehlstellungen (Stufe 4 und 5 nach der IOTN-Skala für den
kieferorthopädischen Behandlungsbedarf) für Kinder und Jugendliche
bis Vollendung des 18. Lebensjahres als Kassenleistung finanziert
werden. "Das ist eine längst überfällige Maßnahme", erläutert DDr.
Martin Brock, Präsident des Verbands Österreichischer
Kieferorthopäden. "Die eigentlichen kieferorthopädischen Fachleute
wurden allerdings nur im Vorfeld der Verhandlungen beigezogen. Die
Ausverhandlung des detaillierten Vertragsinhaltes erfolgte ohne
Einbindung von VertreterInnen der Kieferorthopädie."
"Notbremse auf Kosten der Patienten"
Ein wesentlicher Kritikpunkt des VÖK ist die fehlende soziale
Staffelung, sagt Brock: "Eine soziale Staffelung würde ermöglichen,
dass 60 Prozent anstatt der jetzt maximal möglichen 30 Prozent der
PatientInnen versorgt werden könnten." Auch die Deckelung des Budgets
sei äußerst problematisch. Begeben sich mehr PatientInnen als von den
Verhandlungspartnern kalkuliert in Behandlung, steht ab 2017 weniger
Geld pro PatientIn zur Verfügung. "Das ist eine Notbremse auf Kosten
der PatientInnen", kritisiert VÖK-Präsident Brock. "Sinken die Mittel
pro PatientIn, muss die Betreuungsqualität abnehmen. Das wird im Mund
der PatientInnen sichtbar sein."
VÖK fordert die Einführung des Fachzahnarztes für
Kieferorthopädie
"Durch das vom Nationalrat im März 2014 verabschiedete Gesetz waren
alle Beteiligten gezwungen, den zweiten Schritt vor dem ersten zu
machen", sagt DDr. Silvia M. Silli, Generalsekretärin des Verbandes
Österreichischer Kieferorthopäden. "Denn es wurde ein Vertrag für ein
zahnmedizinisches Spezialgebiet abgeschlossen, das in Österreich
bislang offiziell noch immer nicht anerkannt ist." Österreich ist
neben Spanien das letzte Land Europas, in welchem es keine staatliche
Anerkennung der Ausbildung zum Fachzahnarzt für Kieferorthopädie
gibt. Dies erschwert den PatientInnen, die ExpertInnen zu erkennen.
Um Klarheit in der Qualifikationsfrage und Sicherheit bei der
Arztwahl für die PatientInnen zu schaffen, sei es dringend notwendig,
endlich auch in Österreich den Fachzahnarzt für Kieferorthopädie
einzuführen.
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