- 16.01.2015, 11:21:55
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35 Jahre ORF TELETEXT: Information und Service auf Knopfdruck
Jubiläumsausstellung im Ars Electronica Center
Utl.: Jubiläumsausstellung im Ars Electronica Center =
Wien (OTS) - Ein Versuchsprogramm mit 64 Seiten für rund 500
teletextfähige TV-Geräte in ganz Österreich - so begann am 21. Jänner
1980 mit dem ORF TELETEXT eine der größten Erfolgsstorys des ORF.
Heute steht das Medium in praktisch allen Haushalten zur Verfügung,
bietet auf mehr als 1.400 Seiten umfassende und aktuelle Information
und Service und ist auch nach 35 Jahren trotz aller technologischer
Revolutionen im Medienbereich mit 1,9 Millionen Leserinnen und Lesern
pro Woche weiterhin jung, modern und gefragt. Anlässlich des
35-Jahr-Jubiläums präsentiert das Ars Electronica Center in
Kooperation mit dem ORF im Rahmen einer Ausstellung ein buntes
Panoptikum aus dreieinhalb Jahrzehnten ORF TELETEXT von seinen
Anfängen bis zur Gegenwart. Thomas Prantner (stv. ORF-Direktor für
Technik, Online und neue Medien), Gerhard Weis (ehemaliger
Generalintendant des ORF, Gründer des ORF-Teletext 1980) und Mag.
Karl Pachner (Geschäftsführer der ORF Online und Teletext GmbH & Co
KG), stellten die Ausstellung im Rahmen einer Pressekonferenz am
Freitag, dem 16. Jänner 2015, in Linz vor.
ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz:
"Der ORF TELETEXT ist eine echte Erfolgsstory: 1,9 Millionen
Nutzerinnen und Nutzer belegen das jede Woche. Topaktuelle
Information und Service und einfache Handhabbarkeit sind das
Erfolgsgeheimnis. Und er ist ein Symbol für die hohe Innovationskraft
des ORF, der eines der ersten Unternehmen in Europa war, das ein
Teletextservice angeboten hat. Der ORF setzt nicht nur programmlich,
sondern auch technologisch Standards - von ORF.at über TVthek, die
HDTV-Einführung, bis hin zu unseren erfolgreichen Apps und neuen
Projekten wie 'FLIMMIT', um nur einige Beispiele zu nennen. Im
Mittelpunkt steht dabei immer der größtmögliche Nutzen für unser
Publikum, der öffentlich-rechtliche Mehrwert. Ich gratuliere den
Kolleginnen und Kollegen des Teletext zum 35-Jahr-Jubiläum und
bedanke mich beim Publikum für die großartige Nutzung!"
ORF-Hörfunkdirektor Mag. Karl Amon:
"Der ORF TELETEXT kam gleich zu Beginn beim Publikum an und daran hat
sich auch im digitalen Medienzeitalter nichts geändert, wie das Ars
Electronica Center in seiner Ausstellung zum 35-Jahr-Jubiläum des
Mediums eindrucksvoll vermittelt. Der ORF TELETEXT besticht durch
Einfachheit der Bedienung ebenso wie durch quasi ständige
Verfügbarkeit - denn wo ein TV-Gerät oder Internetzugang, dort auch
der ORF TELETEXT. Vor allem aber ist es die Schnelligkeit, die seinen
Erfolg ausmacht: Schnelligkeit sowohl bei der Bereitstellung von News
binnen weniger Sekunden als auch durch die sofortige Verfügbarkeit
für den Leser mittels nur eines Knopfdrucks auf der Fernbedienung."
ORF-Direktor für Technik, Online und neue Medien, Michael Götzhaber:
"Der ORF TELETEXT beweist, dass man trotz aller Veränderung durch die
digitale Medienwelt auch heutzutage nicht ständig und unbedingt
technologisch Neues präsentieren muss, um beim Publikum erfolgreich
zu sein. Bewährtes, Gutes, Qualitätsvolles funktioniert auch nach 35
Jahren weiterhin hervorragend und wird, wie der ORF TELETEXT, von den
Leserinnen und Lesern nach wie vor hoch geschätzt."
ORF-Onlinechef Thomas Prantner:
"Der ORF TELETEXT ist ein österreichisches Medienphänomen und eine
Erfolgsgeschichte. Mit 35 Jahren ein scheinbar altes Medium, das alle
Phasen der digitalen Revolution unbeschadet überstanden hat und heute
sogar auf vielen modernen Plattformen wie HbbTV und auch auf mobilen
Devices online abgerufen werden kann. Der TELETEXT ist nach wie vor
eines der wichtigen Informationsmedien des ORF, das 1,9 Millionen
Menschen pro Woche erreicht und rund um die Uhr aktuelle News und
Service bietet. Und die Ausstellung gerade im 'Technologietempel' Ars
Electronica Center zeigt sehr plastisch, wie hervorragend der ORF
TELETEXT in Gegenwart und Zukunft passt."
Geschäftsführer Mag. Karl Pachner, ORF Online und Teletext GmbH & Co
KG:
"Der ORF TELETEXT bietet die schnellste Nachrichten- und
Wetterübersicht und dazu auch den direkten Zug aufs Tor, wenn es um
sekundenaktuelle Sportnachrichten geht. Im ORF TELETEXT erfährt man
noch dazu, wohin man abheben kann, wann man die Reise auf Schienen
bringt und man preisgünstig auftankt. Service für den Alltag und das
Besondere, flott und kostenlos im Wohnzimmer."
Vom Versuchsprogramm zum modernen "Klassiker"
Als erste TV-Station auf dem europäischen Kontinent nutzte der ORF
1980 die Möglichkeit, regelmäßig Textinformationen über die
sogenannte Austastlücke des Sendesignals auf den Fernsehbildschirm zu
bringen. Im heutigen digitalen Zeitalter wird der Teletext als
eigener Datenstrom transportiert. Gab es zum Start 1980 erst ca. 500
teletexttaugliche Geräte, waren zehn Jahre später bereits rund ein
Fünftel aller TV-Haushalte Österreichs entsprechend ausgestattet. Im
Jahr 2000 konnten schon weit über zwei Drittel der TV-Haushalte
Teletext empfangen, heute ist mit 99 Prozent praktisch eine
Vollversorgung gegeben. Inhaltlich wurde der ORF TELETEXT von anfangs
64 auf inzwischen mehr als 1.400 Seiten (anwählbare Seiten plus
Unterseiten) ausgebaut.
Seit dem Relaunch im Jahr 2009 machen ein modernisiertes Design, eine
optimierte Usability sowie neue Inhalte den ORF TELETEXT noch
attraktiver, informativer und publikumsfreundlicher. So wurde
beispielsweise seine regionale Informationskompetenz durch den Ausbau
der Berichterstattung aus den Bundesländern verstärkt, neue Magazine
wie "Kultur und Show" präsentieren seither ihre Inhalte noch
prominenter als bisher. Das optimierte Design verbessert die
Lesbarkeit und vereinheitlicht das Erscheinungsbild des gesamten
Mediums. Die Umschichtung bzw. Zusammenführung korrespondierender
Inhalte unter gemeinsame Rubriken/Themenkategorien brachte noch mehr
Übersichtlichkeit und erhöhte damit die Benutzerfreundlichkeit des
ORF TELETEXT. Laufende Optimierungen wie zum Beispiel der
schrittweise Ausbau der Bundesländer-Wetterinformationen oder das
neue Segelwetterangebot erhöhen den Informations- und
Servicecharakter weiter.
Die Ausstellung - Ein Kaleidoskop aus 35 Jahren ORF
TELETEXT-Geschichte
In Kooperation mit dem Ars Electronica Center konnte eine Ausstellung
zusammengestellt werden, welche die Entwicklung des ORF TELETEXT seit
seinen Anfängen im Jahr 1980 darstellt und die Besucherinnen und
Besucher auf eine Zeitreise durch dreieinhalb Jahrzehnte einlädt.
Dabei wird ein Querschnitt der Vielfalt des ORF TELETEXT-Angebots
gezeigt, technische Facts erläutert und ein paar Blicke hinter die
Kulissen des Mediums gewährt - einst und jetzt.
Wie wandelbar das Medium Teletext sein kann und wie viele
gestalterische Ideen auf lediglich 24 Zeilen mit 39 Zeichen umsetzbar
sind, zeigen darüber hinaus ausgewählte Werke des Internationalen
Teletext Art Festivals ITAF 2013 und 2014, die ebenfalls ausgestellt
sind. Im Rahmen dieses Festivals, das von ORF TELETEXT, ARD TEXT,
Schweizer Teletext und arte Teletext veranstaltet wird, gestalten
internationale Künstler Werke, deren Bandbreite von
Wort-Text-Collagen bis hin zu Pixel-Comics reicht. Vom 3. bis 7.
September 2015 werden die Werke des ITAF 2015 dann auch im Rahmen des
Ars Electronica Festivals im Deep Space präsentiert.
Während der Ausstellungsdauer verwandelt sich sogar das gesamte Ars
Electronica Center in eine ORF TELETEXT-Skulptur: Die Medienfassade
des Gebäudes wird mit den Farben und Mustern des ORF TELETEXT
animiert. Die Ausstellung "35 Jahre ORF TELETEXT" ist im Ars
Electronica Center in Linz bis zum 31. März 2015 zu sehen.
Der ORF TELETEXT heute - Information und Service rund um die Uhr
Mit einer Mischung aus Nachrichten und Informationsangeboten,
Service- und Programminformationen bietet der TELETEXT seinen
Leserinnen und Lesern rund um die Uhr einen aktuellen Überblick über
das Geschehen im In-und Ausland sowie zahlreiche nützliche Service-
und Programminformationen zu allen Radio- und Fernsehsendern des ORF.
Als spezielles Service für gehörlose und hörbehinderte Menschen in
Österreich stellt der ORF auf der ORF TELETEXT-Seite 777 außerdem
sein umfangreiches Untertitelungsservice bereit - von ORF eins und
ORF 2 werden inzwischen 66,39 Prozent des Programms untertitelt, in
ORF III Kultur und Information 32,56 Prozent (Stand November 2014).
Ab Seite 770 steht darüber hinaus das Magazin "Lesen statt hören" mit
aktuellen und Serviceinformationen bereit.
Auf ORF SPORT + beinhaltet das verfügbare Teletext-Angebot die vom
ORF TELETEXT übernommenen Sport-, Wetter- sowie ORF SPORT
+-Programminformationen. Die Redaktion des Senders ORF III betreut
die Programminformationsseiten des auf ORF III verfügbaren
Teletext-Angebots, das Magazin "Kultur und Show" sowie "Kultur und
Show Termine" wie auch die Wetterinformationen werden vom TELETEXT
übernommen.
Starke Nutzung
Trotz fortschreitender Digitalisierung und der steigenden Bedeutung
des Internets bleibt der ORF TELETEXT erfolgreich: Ein Marktanteil
von 69,6 Prozent bedeutet, dass mehr als zwei Drittel der gesamten
Teletextnutzungszeit auf den ORF TELETEXT entfallen, der damit
unangefochtener Marktführer in Österreich ist. Wöchentlich nutzen 1,9
Millionen Leserinnen und Leser das Teletext-Angebot des ORF, was
einer Reichweite von 25,7 Prozent (TV-Bevölkerung 12+) entspricht.
Stärkster Tag im Jahr 2014 war der 9. Februar (Olympia Sotschi - u.
a. Abfahrt Herren, Skispringen) mit 1,252 Millionen Leser/innen (17,3
Prozent). Wie erfolgreich der ORF TELETEXT beim Publikum ist, zeigen
auch die durchschnittlichen Seitenaufrufe sehr deutlich: Täglich
werden im Schnitt insgesamt 18,4 Millionen ORF TELETEXT-Seiten
aufgerufen, davon entfallen auf den News-Bereich (Seiten 101-154,
190-198) 7,8 Millionen. (Quelle für alle Werte: AGTT/GfK TELETEST
2014). Auch im Internet ist der ORF TELETEXT erfolgreich:
teletext.ORF.at erzielte 2014 pro Monat durchschnittlich 1,5
Millionen Visits. (Quelle: Interne Statistik).
ORF TELETEXT im Internet und über HbbTV
Zusätzlich zum "klassischen" ORF TELETEXT am TV-Gerät wird seit
vielen Jahren eine Onlineversion des ORF TELETEXT unter
http://teletext.ORF.at bereitgestellt. Seit dem Frühjahr 2014 steht
im Rahmen des ORF-HbbTV-Portals auch eine optisch in das Design des
Portals integrierte Version des ORF TELETEXT zur Verfügung, das
Teletextangebot kann direkt über die Startseite des Portals angewählt
werden. teletext.ORF.at und das HbbTV-Portal bilden das gesamte ORF
TELETEXT-Angebot ab und verfügen außerdem mit direkt anwählbaren
Unterseiten und Navigationsleisten sowie mit direkt anwählbaren
Themenkategorien bzw. Magazin-Übersichtsseiten über zusätzliche
Features.
Von "Ceefax" zu Teletext - Gerhard Weis, ehemaliger
ORF-Generalintendant und Gründer des ORF TELETEXT, wie es 1980
begonnen hat:
"Angefangen hat es in der zweiten Hälfte der 70er Jahre in
Großbritannien als 'Ceefax', sehr bescheiden im Umfang, schwarz-weiß
- ein Versuchsprogramm eben. Aber schon Ende der 70er Jahre nahm die
BBC unter dem Markennamen 'Teletext' den regulären Betrieb auf - in
Farbe, zunächst 64 Seiten, die aber bald nicht mehr reichten, und so
entschloss sich die BBC, ein neues, leistungsfähigeres Gerät zur
Produktion von 200 Teletextseiten anzuschaffen. Einen Bericht darüber
habe ich in der 'Times' gelesen, auch eine kurze Beschreibung, was
das überhaupt ist, Teletext. Ob das nicht auch für uns im ORF
interessant wäre? Die ORF-Technik konnte mit dem Begriff
'Austastlücke' etwas anfangen und recherchierte sehr rasch die
theoretischen Grundlagen - und dann hat der ORF ebenso unverzüglich
die alte Anlage der BBC gekauft und nach Wien gebracht.
Ich wurde mit dem Aufbau einer Teletext-Redaktion beauftragt und
schon zwei Monate später waren wir auf Sendung. Wir waren 'die ersten
auf dem Kontinent' und waren mächtig stolz darauf, dass wir unserem
Publikum diesen technischen Fortschritt, der ja eine substanzielle
Verbesserung des Kundendienstes brachte, unverzüglich weitergeben
konnten. Zwar hat der Schwedische Rundfunk bereits wenige Wochen vor
dem ORF mit Teletext experimentiert, das waren aber eben nur interne
Versuche - die ersten mit Vollbetrieb waren (auf dem europäischen
Kontinent) schon wir.
Zum Empfang war ein eigener Teletext-Decoder notwendig, der zunächst
extern angeschlossen werden musste - aber schon nach wenigen Monaten
brachte die Industrie 'teletexttaugliche' Geräte mit eingebautem
Decoder auf den Markt. Und damit begann der rasante Höhenflug. Für
kurze Zeit kamen auch Geräte mit eingebauten Druckern auf den Markt -
damit konnte man einzelne Teletext-Seiten auch auf einem
Papierstreifen ausdrucken. Das aber rief auch die Zeitungsverleger
auf den Plan - denn auch jene Zeitungen, die auf den (relativ teuren)
APA-Nachrichtendienst verzichteten, hatten nun gratis und sehr
schnell via Teletext Zugriff zu den 'News' aus Politik, Chronik,
Kultur, Sport, Wetter und allem anderen, was für eine Tageszeitung
lebenswichtig ist. Der ORF erklärte sich zur Kooperation mit dem
Verband der Zeitungsverleger bereit und ab März 1980 wurden dann im
'Teletextregister 3' von den Zeitungsverlegern erstellte
'VÖZ'-Nachrichten angeboten, hergestellt im Auftrag des VÖZ von der
APA. Aber diese Kooperation hielt sich auch nicht lange, weil ja nach
wie vor einige (vorzüglich Boulevard-)Medien gratis davon
profitierten, was alle anderen finanzierten.
Das also waren die hauptsächlichen Anfangsschwierigkeiten. Heutzutage
ist der ORF TELETEXT eine Selbstverständlichkeit, ein Begleiter durch
den Tag, eine leistungsfähige 'Auskunftei' - von Bahn- und
Flugverbindungen bis zu Öffnungszeiten von Apotheken. Vor einiger
Zeit hat Teletext sogar den 'Sprung heraus aus dem TV-Bildschirm' und
hinein auch ins Internet geschafft. Teletext ist damit 'multimedial'
geworden. Teletext läuft heutzutage in Büros und auch in vielen
Wohnzimmern pausenlos den ganzen Tag über. Das waren sehr produktive
Jahre, in denen ich auch mit der Gründung der 'ORF nachlese', später
dann der Reform von Radio Wien, der Gründung von FM4, der Ö3- und
auch der Ö1-Reform beschäftigt war.
Angefangen hat es mit Teletext - und ich freue mich sehr über diesen
Erfolg, der in den vergangenen Jahrzehnten von vielen Mitarbeitern
erarbeitet wurde - zunächst mit Peter Zurek, eine Zeit lang auch
Peter Nidetzky und einige wenige freie Mitarbeiter, und ich war auch
'mit von der Partie'. Auch jetzt wird in der neuen Konstellation in
der Hauptabteilung Online und neue Medien unter Thomas Prantner
ständig an Innovationen und Weiterentwicklungen gearbeitet, wie etwa
TELETEXT auf HbbTV. Ich bin darauf stolz, dabei gewesen zu sein, und
wünsche allen TELETEXT-Verantwortlichen in Redaktion, Technik und
Marketing weiterhin gutes Gelingen!"
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