- 14.01.2015, 13:02:06
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Mitterlehner: Österreicher für Ausbau der Wissensgesellschaft
"Wissenschaftsmonitor" zeigt hohe Akzeptanz für Zugangsregeln - Kooperation Wissenschaft und Wirtschaft weiter ausbauen
Utl.: "Wissenschaftsmonitor" zeigt hohe Akzeptanz für Zugangsregeln
- Kooperation Wissenschaft und Wirtschaft weiter ausbauen =
Wien (OTS/BMWFW) - "Wissenschaft und Forschung haben einen hohen
Stellenwert in Österreich und der Begriff der Wissensgesellschaft
wird von der Bevölkerung positiv mitgetragen. Das Angebot und die
Infrastruktur an unseren Hochschulen sind gut und das wird auch von
den Studierenden überwiegend positiv bewertet", so Wissenschafts- und
Forschungsminister Reinhold Mitterlehner bei einer gemeinsamen
Pressekonferenz mit Politik- und Kommunikationswissenschaftler Peter
Filzmaier anlässlich der Präsentation der Ergebnisse des
"Wissenschaftsmonitors". Diese repräsentative Studie wurde durch das
Institut für Strategieanalysen (ISA) im Auftrag des
Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW)
durchgeführt und fragt die Meinung der Österreicherinnen und
Österreicher zu aktuellen Wissenschaftsthemen ab. "Acht von zehn
Befragten beurteilen Österreich als guten Wissenschaftsstandort, 72
Prozent der Studierenden geben an "sehr" (16 Prozent) oder "eher" (56
Prozent) zufrieden mit ihren Studienbedingungen zu sein", sagt
Mitterlehner.
Die Ergebnisse des Wissenschaftsmonitors zeigen, dass rund 70 Prozent
der Gesamtbevölkerung Zugangsregeln für gerechtfertigt halten, unter
den Studierenden sind es immer noch Zweidrittel. "Zugangsregeln
führen zu einer überlegteren Studienwahl, geringeren Drop-Outs und
nutzen die vorhandenen Ressourcen optimal aus. Um die Massenfächer
weiter zu entlasten, braucht es zudem eine Fortsetzung des
Fachhochschul-Ausbaus und verstärkte Beratung vor Studienbeginn", so
Mitterlehner, der sich für eine Verlängerung der bestehenden
Zugangsregelungen in den fünf Fächern (Architektur, Biologie,
Informatik, Pharmazie, Wirtschaftswissenschaften) und eine eventuelle
Ausweitung auf weitere Massenfächer einsetzt. Derzeit läuft die
Evaluierung der bis Ende 2015 fixierten Regelung, nach Vorlage des
entsprechenden Berichts werden die Verhandlungen mit dem
Koalitionspartner starten. "Bei diversen Universitätsrankings liegen
regelmäßig Institutionen vorne, die sich durch Zugangsregeln die
besten Studierenden aussuchen können. Gleichzeitig sehen wir an
Beispielen wie Finnland oder den steigenden Studierendenzahlen in
Österreich, dass qualitative Zugangsregelungen zu einer bewussteren
Studienwahl aber nicht zu einer geringeren Studierendenzahl führen",
sagt Mitterlehner. In Finnland gibt es in allen Studienrichtungen
Zugangsbeschränkungen, dennoch hat das Land mit 40 Prozent eine
doppelt so hohe Akademikerquote wie Österreich.
Klar befürwortet wird laut Wissenschaftsmonitor die verstärkte
Kooperation zwischen den einzelnen Hochschulen und mit der
Wirtschaft. Besonders die Zusammenarbeit zwischen Universitäten und
Fachhochschulen beim Studienangebot (86 Prozent), Personal (78
Prozent) und bei wissenschaftlichen Geräten und Infrastruktur (88
Prozent) wird befürwortet. 72 Prozent der Befragten sprechen sich für
eine bessere Zusammenarbeit Hochschulen mit der Wirtschaft aus. Das
BMWFW hat bereits zahlreiche Maßnahmen in diesem Bereich gesetzt, so
stehen seit Herbst 2014 im Rahmen des Programms
"Wissenstransferzentren und IPR-Verwertung" rund 20 Millionen Euro
bis 2018 für die Universitäten zur Verfügung. "Wir werden in den
kommenden Leistungsvereinbarungen weitere Anreize setzen, um
Kooperationen zu erleichtern und um vorhandene Kräfte zu bündeln.
Zudem werden wir die Schnittstellen zwischen Wissenschaft und
Wirtschaft weiter stärken", sagt Mitterlehner. Die Hochschulen sind
angehalten konkrete Maßnahmen zu nennen, um Patenteinreichungen,
Spin-offs und Beteiligungsgesellschaften zu erleichtern.
Die aktuellen Umfrageergebnisse bestätigen aber auch den
Nachholbedarf bei der privaten Finanzierung von Wissenschaft und
Forschung, ergänzend zu staatlichen Mitteln. Trotz des hohen
Stellenwertes in der Bevölkerung kann sich nur ein Drittel
theoretisch vorstellen privates Geld für diesen Bereich zu spenden.
Dieser Eindruck wird auch von den Zahlen aus der Praxis bestätigt:
Während Stiftungen in Deutschland 183 Euro pro Jahr und Einwohnerin
bzw. Einwohner investieren, in der Schweiz 160 Euro, liegt der Wert
im Gegensatz dazu in Österreich bei drei Euro. Aus diesem Grund
arbeitet das Wissenschaftsministerium gemeinsam mit anderen Ressorts
bereits an einem gemeinnützigen Bundesstiftungs- und Fondsgesetzes,
um die unbürokratische Gründung gemeinnütziger Stiftungen zu
erleichtern.
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