- 12.01.2015, 10:13:09
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Fortpflanzungsgesetz: Kirche macht online mobil gegen Novelle
Mitgliederstärkste Vereinigungen wollen Parlamentarier von übereilter Beschlussfassung abbringen
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Wien, 12.1.2015 (KAP) In bisher beispielloser Geschlossenheit treten alle
großen Vereinigungen der katholischen Kirche gemeinsam gegen die umstrittene
Novelle beim Fortpflanzungsmedizingesetz auf. Über die Internetseite
www.kinderbekommen.at sowie auf Twitter und Facebook laden sie die Bürger ein,
dass die Abgeordneten der für den 21. Jänner angesetzte Beschlussfassung der
Novelle nicht zustimmen und stattdessen die Gesetzesmaterie einer breiten
umfassenden Diskussion zuzuführen.
Bedenken gegen das "Durchpeitschen" des Gesetzes seien demokratiepolitischer
Natur, heißt es in dem Aufruf. Schließlich seien die Auswirkungen der
beabsichtigten Neuregelung der Fortpflanzungsmedizin in Österreich auf Kinder,
Frauen und die Gesellschaft als Ganzes nicht geklärt. Initiatoren sind die
Katholische Aktion, der Katholische Familienverband, die "Aktion Leben", die
Arbeitsgemeinschaft Katholischer Verbände und die Ordensgemeinschaften.
Das neue Gesetz müsse ethischen und wissenschaftlichen Anliegen gerecht werden
und dürfe nicht von ökonomischen und parteipolitischen Interessen bestimmt
sein, so die Initiatoren. Sie fordern dafür die Einbindung unabhängiger, auch
internationaler Experten, die Analyse der Folgen des Gesetzes für alle
Betroffenen und die Diskussion mit allen Beteiligten.
Wie in dem Aufruf dargelegt wird, bleibt bei einer Ablehnung der derzeitigen
Novelle das bisherige Gesetz - und somit das Verbot von Eizellspende und
Präimplantationsdiagnostik (PID) - gültig. Verändert würde lediglich der
Ausschluss lesbischer Paare von der Fremdsamenspende, die aufgrund eines
Urteils des Verfassungsgerichtshofes seit 1. Jänner rechtlich zulässig ist.
Bereits in den vergangenen Wochen hatten die katholischen Bischöfe ihr klares
"Nein" zu der Novelle ausgesprochen, darunter Kardinal Christoph Schönborn,
der für die Debatte mehr Tiefgang, Breite und vor allem Entschleunigung statt
Husch-Pfusch eingefordert hat. Wir dürfen nicht alles, was wir können, so die
Mahnung des Vorsitzenden der Bischofskonferenz. Als "ethischen Dammbruch und
großen Irrtum - ohne Diskussion" bezeichnete die Bischofskonferenz in ihrer
offiziellen Stellungnahme den Gesetzesentwurf. Dieser schaffe "unüberbrückbare
Probleme und Leiden", im Namen einer "naiven Fortschrittsgläubigkeit".
Gesammelt finden sich die kirchlichen Stimmen zum geplanten Gesetz in einem
"Kathpress"-Themenschwerpunkt unter www.kathpress.at/fortpflanzungsmedizin.
Mehr zum Thema auf www.kathpress.at
(forts. mgl.) per/pwu/
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