Fortpflanzungsgesetz: Kirche macht online mobil gegen Novelle

Mitgliederstärkste Vereinigungen wollen Parlamentarier von übereilter Beschlussfassung abbringen

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Wien, 12.1.2015 (KAP) In bisher beispielloser Geschlossenheit treten alle großen Vereinigungen der katholischen Kirche gemeinsam gegen die umstrittene Novelle beim Fortpflanzungsmedizingesetz auf. Über die Internetseite www.kinderbekommen.at sowie auf Twitter und Facebook laden sie die Bürger ein, dass die Abgeordneten der für den 21. Jänner angesetzte Beschlussfassung der Novelle nicht zustimmen und stattdessen die Gesetzesmaterie einer breiten umfassenden Diskussion zuzuführen.

Bedenken gegen das "Durchpeitschen" des Gesetzes seien demokratiepolitischer Natur, heißt es in dem Aufruf. Schließlich seien die Auswirkungen der beabsichtigten Neuregelung der Fortpflanzungsmedizin in Österreich auf Kinder, Frauen und die Gesellschaft als Ganzes nicht geklärt. Initiatoren sind die Katholische Aktion, der Katholische Familienverband, die "Aktion Leben", die Arbeitsgemeinschaft Katholischer Verbände und die Ordensgemeinschaften.

Das neue Gesetz müsse ethischen und wissenschaftlichen Anliegen gerecht werden und dürfe nicht von ökonomischen und parteipolitischen Interessen bestimmt sein, so die Initiatoren. Sie fordern dafür die Einbindung unabhängiger, auch internationaler Experten, die Analyse der Folgen des Gesetzes für alle Betroffenen und die Diskussion mit allen Beteiligten.

Wie in dem Aufruf dargelegt wird, bleibt bei einer Ablehnung der derzeitigen Novelle das bisherige Gesetz - und somit das Verbot von Eizellspende und Präimplantationsdiagnostik (PID) - gültig. Verändert würde lediglich der Ausschluss lesbischer Paare von der Fremdsamenspende, die aufgrund eines Urteils des Verfassungsgerichtshofes seit 1. Jänner rechtlich zulässig ist.

Bereits in den vergangenen Wochen hatten die katholischen Bischöfe ihr klares "Nein" zu der Novelle ausgesprochen, darunter Kardinal Christoph Schönborn, der für die Debatte mehr Tiefgang, Breite und vor allem Entschleunigung statt Husch-Pfusch eingefordert hat. Wir dürfen nicht alles, was wir können, so die Mahnung des Vorsitzenden der Bischofskonferenz. Als "ethischen Dammbruch und großen Irrtum - ohne Diskussion" bezeichnete die Bischofskonferenz in ihrer offiziellen Stellungnahme den Gesetzesentwurf. Dieser schaffe "unüberbrückbare Probleme und Leiden", im Namen einer "naiven Fortschrittsgläubigkeit".

Gesammelt finden sich die kirchlichen Stimmen zum geplanten Gesetz in einem "Kathpress"-Themenschwerpunkt unter www.kathpress.at/fortpflanzungsmedizin.

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(forts. mgl.) per/pwu/

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