• 11.01.2015, 09:12:01
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Bundesheer: Entminungsdienst 2014 über 1.120 Mal im Einsatz

Wien (OTS) - 1.123 Fund- bzw. Wahrnehmungsmeldungen von
sprengkräftigen Kriegsrelikten wurden dem Entminungsdienst des
Bundesheeres zwischen 1. Jänner und 31. Dezember 2014 übermittelt.
Seen und Flüsse zählten dabei ebenso zu ihren Einsatzräumen wie
Waldgebiete, Städte oder alpines Gelände.

Die Tauchgruppe des Entminungsdienstes sorgte mit mehr als 200
Tauchstunden während 20 Taucheinsätzen für die Bergung von rund acht
Tonnen Kriegsrelikten aus Gewässern. Ein Großteil wurde dabei im
September und Oktober aus dem Ossiachersee geborgen. Weitere
Einsatzorte waren der Wörther- und der Weißensee in Kärnten oder Seen
und Flüsse in Ober- und Niederösterreich. Die Alpingruppe des
Entminungsdienstes war zwölf Mal im alpinen Gelände eingesetzt, wo
etwa 30 Kilogramm Kriegsmaterial an verschiedenen Kriegsrelikten
geborgen bzw. durch Sprengen vernichtet wurden. Die zwölf
Einsatzfahrzeuge des Entminungsdienstes legten im vergangenen Jahr
etwa 258.000 Kilometer zurück.

"Die zahlreichen Einsätze 2014 haben gezeigt, wie aktuell und
zeitgemäß die Aufgaben des Entminungsdienstes heute noch sind. Seit
Jahrzehnten verschüttete Kriegsrelikte stellen immer noch eine
potenzielle Gefahr dar und werden täglich von den 15 Mitarbeitern
unseres Entminungsdienstes fachgerecht unschädlich gemacht. Ich danke
den Experten für ihre verantwortungsvolle und präzise Arbeit im Sinne
der Sicherheit unserer Bevölkerung", sagt Verteidigungsminister
Gerald Klug. Er wünscht dem Entminungsdienst für 2015 viel Erfolg.
"Viele Einsätze sind für uns eine Chance, unser Erfahrungsspektrum zu
erweitern. Vor allem unsere jungen Mitarbeiter profitieren davon,
denn wir trainieren nach dem Motto ‚learning by doing’", sagt der
Leiter des Entminungsdienstes Wolfgang Korner.

Der Entminungsdienst existiert seit 1945. Pro Jahr finden rund 1.000
Einsätze statt. Das Jahr 2014 war mitunter aufgrund zahlreicher
Bauprojekte und eines schneearmen Winters ein einsatzstarkes Jahr.
Zum Vergleich: 2013 rückte der Entminungsdienst 947 Mal zu Einsätzen
aus, 2012 trafen 1.010 Fund- bzw. Wahrnehmungsmeldungen ein.

Das Schwergewicht 2014 lag wieder in Niederösterreich: In Österreichs
größtem Bundesland konnten bei 575 Einsätzen (2013 waren es 450) etwa
14 Tonnen Kriegsmaterial beseitigt werden. In der Steiermark fanden
135 Einsätze statt, in Oberösterreich 116. In diesen Bundesländern
wurden jeweils 2,5 Tonnen Kriegsmaterial geborgen. Das viertstärkste
Bundesland ist das Burgenland mit 92 Einsätzen. In Wien wurde der
Entminungsdienst 72 Mal gerufen, in Kärnten und Tirol etwa 50 Mal und
in Salzburg und Vorarlberg jeweils rund 20 Mal.

2014 konnten die Mitarbeiter des Entminungsdienstes sprengkräftige
Kriegsrelikte im Gewicht von 35 Tonnen einzeln bergen, untersuchen,
beurteilen, abtransportieren und vernichten. Während des Einsatzes
wird abgeklärt, ob es sich um einen Blindgänger oder um abgelegte,
also funktional gesicherte Munition handelt. Je nach
Gefahreneinstufung wird diese Munition dann entschärft, geborgen,
abtransportiert und später auf militärischen Sprengplätzen
unschädlich gemacht oder muss auf Grund der Gefährlichkeit vor Ort
vernichtet werden. 2014 musste sprengkräftige Munition 64 Mal vor Ort
gesprengt werden. Insgesamt wurden im Rahmen dieser Sprengungen rund
600 Kilogramm Kriegsmaterial vernichtet. Dabei kam es zu keinen Sach-
oder Personenschäden.

Im Mai 2014 vernichtete der Entminungsdienst am Truppenübungsplatz
Allentsteig in Niederösterreich bei einer dreitägigen Sprengung rund
15 Tonnen Kriegsmaterial. Dabei handelte es sich um Kriegsrelikte aus
Österreich, die großteils im Jahr 2013 vom Entminungsdienst geborgen
wurden. Weiters wurden im Jahr 2014 rund sieben Tonnen
Infanteriemunition der beiden Weltkriege durch Ausglühen vernichtet.

Der Entminungsdienst hat seine Dienststelle in Wien. Weiters gibt es
Außenstellen in Graz und Hörsching. An den Dienstsellen ist eine
24-Stunden Rufbereitschaft eingeführt und somit die Erreichbarkeit
des Entminungsdienstes rund um die Uhr sichergestellt.

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