• 08.01.2015, 12:14:06
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Mitterlehner: Neues Finanzierungspaket für die Konjunkturstütze Tourismus

Durch eine Kooperation mit der Europäischen Investitionsbank können heimische Tourismusbetriebe zusätzlich 250 Millionen Euro an besonders zinsgünstigen Kreditmitteln abrufen

(C) photonews.at/Georges Schneider - Wien
08.01.2015 - Heute am Vormittag gab es im Wirtschaftsministerium ein
PG der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank (ÖHT) zum Thema
'Impulse für den Tourismus' statt. PHOTO: Wirtschafts- und
Tourismusminister Reinhold Mitterlehner (M/ÖVP), der Vizepräsident
der Europäischen Investitionsbank (EIB), Wilhelm Molterer (R) und
der Geschäftsführer der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank
(ÖHT), Wolfgang Kleemann (L).

Utl.: Durch eine Kooperation mit der Europäischen Investitionsbank
können heimische Tourismusbetriebe zusätzlich 250 Millionen
Euro an besonders zinsgünstigen Kreditmitteln abrufen =

Wien (OTS/BMWFW) - Wirtschafts- und Tourismusminister Reinhold
Mitterlehner hat am Donnerstag gemeinsam mit dem Vizepräsidenten der
Europäischen Investitionsbank (EIB), Wilhelm Molterer, ein neues
Finanzierungspaket für die Tourismuswirtschaft vorgestellt. "Wir
haben erreicht, dass heimische Tourismusbetriebe bis 2020 auf ein
besonders zinsgünstiges Kreditvolumen von 250 Millionen Euro
zugreifen können. Als wichtige Konjunkturstütze sichert der Tourismus
Wachstum und Arbeitsplätze im Land" sagte Mitterlehner. "Der
Tourismus ist krisenerprobt und investiert auch in schwierigen
Zeiten stärker als die Gesamtwirtschaft, steht allerdings vor
mehreren Herausforderungen. Einerseits aufgrund des schwierigen
internationalen Umfeldes, geprägt von geopolitischen Problemen wie
der Russland-Ukraine-Krise. Andererseits wegen der
Basel-III-Richtlinien und der höheren Eigenkapitalerfordernisse der
Banken. Daher ist unser Angebot gerade jetzt besonders wichtig",
betonte Mitterlehner.

Basis für die Kooperation mit der EIB ist eine Ausweitung des
Haftungsrahmens im KMU-Förderungsgesetz. Schon heuer ist eine erste
Tranche von 63 Millionen Euro bei der Österreichischen Hotel- und
Tourismusbank (ÖHT) abrufbar, ab 2016 sind es 38 Millionen Euro pro
Jahr. Für Molterer war die Relevanz der Branche mitausschlaggebend
für die Darlehenszusage: "Der Tourismus stellt für Österreich nicht
nur eine Schlüsselbranche dar, er hat sich auch in Krisenzeiten als
besonders robust und wachstumsstark erwiesen. Gerade die Klein- und
Mittelbetriebe spielen bei der Sicherung und Schaffung von
Arbeitsplätzen eine herausragende Rolle. Trotzdem stellt für viele
Betriebe die Beschaffung langfristiger Kapitalmarktfinanzierungen
nach wie vor eine Herausforderung dar. Gemeinsam mit unserem
langjährigen Partner ÖHT wollen wir auch künftig Darlehen anbieten,
die den Finanzierungsbedürfnissen der Unternehmen entsprechen", so
Molterer.

"Geförderte Kredite mit langen Laufzeiten und langfristig günstigen
Zinsen sind gerade jetzt besonders gefragt", betonen die
ÖHT-Geschäftsführer Wolfgang Kleemann und Franz Hartl. Aufgrund der
Kooperation mit der EIB kann die Finanzierungsschwelle für
zinsbegünstigte Kreditmittel auf eine Gesamtinvestitionssumme von
700.000 Euro (statt bisher einer Million Euro) gesenkt werden,
wodurch der Adressatenkreis größer wird und mehr Projekte unterstützt
werden können. Durch eine Garantie des Bundes können diese
Kreditmittel sehr zinsgünstig (0,9 bis 1 Prozent) angeboten werden.
Optional können die Bundesländer die Wirkung durch die Übernahme des
Zinsendienstes weiter verstärken.

Tourismus-Kredite aus ERP-Fonds erweitert

Zusätzlich kann das für den Tourismus im ERP-Fonds vorgesehene
Kleinkredite-Volumen von acht auf 11,5 Millionen Euro erhöht werden,
wenn der Bedarf vorhanden ist. Die Kreditobergrenze steigt von
100.000 auf bis zu 300.000 Euro, womit zusätzliche Projekte gefördert
werden können. Damit können gerade in der Gastronomie zahlreiche
Investitionsbedürfnisse abgedeckt werden, wie etwa die Finanzierung
des Inventars, von Lüftungsanlagen oder von
Energieeffizienzmaßnahmen. Der Vorteil des Kleinkredits besteht in
einem vereinfachten Verfahren und besonders niedrigen Fix-Zinsen von
0,75 Prozent, die tilgungsfreie Zeit liegt bei einem Jahr. Als
weiteres Angebot im ERP-Fonds sind wieder 50 Millionen Euro für
größere, längerfristige Tourismus-Finanzierungen reserviert. Diese
aus der Marshallplan-Hilfe stammenden Mittel zeichnen sich durch
tilgungsfreie Zeiten von zwei Jahren und niedrige Fixzinssätze von
derzeit 1,125 Prozent aus.

Positive Investitions-Bilanz - 780 Millionen Euro bewegt

Die positive Vorjahres-Bilanz der ÖHT unterstreicht den Bedarf nach
zusätzlichen Finanzierungen. Mit einem geförderten Kredit- und
Haftungsvolumen von 229 Millionen Euro konnten im Vorjahr
Gesamtinvestitionen in Höhe von rund 780 Millionen Euro unterstützt
werden. Das ist ein Plus von über 30 Prozent im Vergleich zu 2013.
Neben der Wertschöpfung für den Tourismus wurden damit auch 24.000
Arbeitsplätze gesichert und geschaffen. Eine positive Entwicklung
verzeichnet die ÖHT zudem bei der Eigenkapitalquote, die in der
Qualitäts-Hotellerie durchwegs positiv ist. Verbessern konnten sich
vor allem Drei-Sterne-Unternehmen, die zuletzt ein positives
Eigenkapital von mehr als zehn Prozent verzeichnen konnten.

Betriebe investieren kräftig in Ganzjahres-Angebote

Wie in der Tourismusstrategie angestrebt, entwickelt sich Österreich
zunehmend in Richtung Ganzjahresdestination. "Mehr als 55 Prozent der
Investitionen kommen aus Unternehmen, die damit ein Ganzjahreskonzept
verfolgen", so Mitterlehner. Rund 43 Prozent wurden in
Wintersaisongebieten getätigt. Generell kommen die
Tourismus-Investitionen vor allem ortsansässigen Branchen und
Professionisten zugute und sind damit eine wichtige Stütze der
regionalen Konjunktur. Insbesondere das Bau- und das Baunebengewerbe,
die Installations- und Elektrobranche, Tischler und Innenausstatter
sowie Architekten profitieren. Rund die Hälfte des eingesetzten
Kapitals fließt an regionale Firmen im Umkreis von bis zu 30
Kilometern.

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