- 02.01.2015, 14:46:41
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Landtagspräsident Kopietz: Betroffenheit über untersagte Hilfeleistung von Herzinfarktopfer in U-Bahn-Aufzug
"Ich kann solches Handeln nur verurteilen"
Utl.: "Ich kann solches Handeln nur verurteilen" =
Wien (OTS/SPW-K) - Landtagspräsident und Präsident des Vereins PULS
Prof. Harry Kopietz zeigt sich tief bestürzt über den tragischen
Vorfall in einem U-Bahn-Aufzug, bei dem ein Mann am Stefanitag mit
Herzversagen in einem U-Bahn-Lift zusammenbrach und stundenlang
liegen blieb, ohne dass ihm jemand half: "Es ist furchtbar tragisch,
wenn ein Mensch, unbeobachtet einem Herzinfarkt oder Herzstillstand
erliegt. Ein Zeuge eines solchen Ereignisses, der nicht darauf
reagiert, Hilfe leistet und die Rettungskräfte verständigt, handelt
zutiefst unmenschlich und menschenverachtend. Ich kann solches
Handeln nur verurteilen."
Wie Videoaufnahmen zeigten, stiegen mehrere Menschen über den
zusammengebrochenen Passanten und fuhren mit dem Lift, ohne, dass sie
den Notruf betätigt oder die Rettung gerufen hätten. "Zivilcourage
ist gefragt. Man kann bei der Ersten Hilfe nichts falsch machen,
außer nichts zu tun. Zeugen von lebensbedrohlichen Zwischenfällen
können mit einigen wenigen Handgriffen effizient Hilfe leisten und
dadurch die Überlebenswahrscheinlichkeit bei einem plötzlichen
Herzstillstand auf ein Vielfaches steigern. Durch kräftigen Druck in
der Mitte des Brustkorbes kann jede/r von uns Leben retten",
appelliert Kopietz abschließend und verweist auf die richtige
Vorgehensweise im Notfall:
Was tun im Notfall?
1) PRÜFEN - Person ansprechen und schütteln. Keine Reaktion? Keine
normale Atmung?
2) RUFEN - Um Hilfe rufen! Notruf 144!
3) DRÜCKEN - Herzdruckmassage: kräftig und rasch auf die Mitte des
Brutkorbs drücken
Wenn ein Defibrillator verfügbar ist, diesen einschalten und den
Anweisungen des Geräts folgen.
Entschlossene Hilfe wirkt!
Das feste und entschlossene Drücken in der Mitte des Brustkorbes und
wenn möglich der Einsatz eines Defis noch vor Eintreffen des
Rettungsdienstes sind für den Patienten in dieser Situation
überlebenswichtig. Durch Herzdruckmassage kann Blut und damit
Sauerstoff durch den Körper gepumpt werden, bis professionelle Hilfe
eintrifft. Ein schlagendes Herz kann damit niemals außer Takt
gebracht werden, ein Zuviel an Herzdruckmassage ist also unmöglich.
Der Defi führt mittels Sprachanweisungen durch die Anwendung und
stellt selbstständig fest, wann ein Elektroimpuls notwendig ist. Dazu
müssen lediglich zwei Elektroden auf den entblößten Brustkorb des
Patienten aufgeklebt werden. Durch den Stromimpuls eines Defis
besteht die Möglichkeit, das Herz wieder in den richtigen Rhythmus
und somit zum Schlagen zu bringen.
Wie funktioniert Herzmassage?
Bei der Herzdruckmassage wird der Brustkorb mit einer Frequenz von
100 pro Minute (d.h. zum Rhythmus von "Staying Alive" von den BeeGees
bzw. des Radetzkymarsches) fünf bis sechs Zentimeter tief eingedrückt
und danach wieder komplett entlastet. Ein schlagendes Herz kann durch
Herzdruckmassage niemals außer Takt gebracht werden, ein Zuviel an
Herzdruckmassage ist also unmöglich. Durch Herzdruckmassage wird Blut
und damit Sauerstoff durch den Körper gepumpt, bis professionelle
Hilfe eintrifft.
Muss ich beatmen, um wirksame Erste Hilfe zu leisten?
Die Beatmung dient dazu, frische Luft in die Lungen zu bringen.
Erwachsene haben aber eine relativ große Luftreserve in den Lungen,
sodass die Beatmung in den ersten Minuten nur eine untergeordnete
Rolle spielt. Gelingt die Beatmung nicht, oder hat man Zweifel,
sollte dies niemals der Grund sein, um Wiederbelebungsmaßnahmen zu
unterbrechen. Nur Herzmassage ist auch eine wirksame Erste Hilfe in
den ersten Minuten des Kreislaufstillstandes.
Weitere Information: www.puls.at
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