IV zu Arbeitsmarkt: Im neuen Jahr drängende Strukturreformen angehen

IV-GS Neumayer: Arbeitsmarktlage zunehmend schwieriger - Steuerreform muss Arbeitszusatzkostenentlastung bringen

Wien (OTS/PdI) - "Das Jahr 2015 beginnt mit einer weiter zunehmend schwierigen Arbeitsmarktlage. Umso mehr müssen wir die drängenden Standort- und Strukturreformmaßnahmen endlich angehen", hielt der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Christoph Neumayer heute, Freitag, anlässlich der Veröffentlichung der aktuellen Arbeitsmarktzahlen fest. "Die Konjunkturprognosen lassen keine baldige Besserung erwarten - entsprechend wird sich der Druck auf den Arbeitsmarkt weiter erhöhen. Wir müssen daher um jeden Arbeitsplatz mit noch mehr Nachdruck kämpfen", so Neumayer. Vor allem die geplante Steuerreform könnte - richtig gemacht - einen Hebel für Wachstum und Arbeitsplätze am heimischen Wirtschaftsstandort darstellen. "Wir brauchen eine spürbare Entlastung des Faktors Arbeit durch Senkung der Arbeitszusatzkosten insgesamt - nicht nur durch eine simple Lohnsteuersenkung", betonte der Generalsekretär. Die mit Jahreswechsel in Kraft getretene Reduktion des Insolvenzentgeltbeitrags ist zwar ein positives Signal, "nunmehr gilt es aber alle Potentiale zur Senkung der Lohnnebenkosten, etwa beim Familienlastenausgleichsfonds und im Bereich der Unfallversicherung, im Sinne eines innovativen und wettbewerbsfähigen Arbeits- und Industriestandortes konkret und konsequent anzugehen. Die Senkung der Lohnnebenkosten wirkt wachstumssteigernd und beschäftigungsfördernd", unterstrich der Generalsekretär.

"Angesichts des schwierigen konjunkturellen Umfelds sind auch Schritte zur Verbesserung der Kurzarbeitsregelung notwendig", betonte Neumayer. Die im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise der vergangenen Jahre befristet verankerte punktuelle Verbesserung der Kurzarbeit ist ausgelaufen und wurde bisher nicht verlängert. Auch Flexibilisierungsmaßnahmen im Bereich der Arbeitszeitregelungen sind zur Belebung der Konjunktur und damit auch für eine Verbesserung der aktuellen Arbeitsmarktlage dringend erforderlich. Kontraproduktiv und schädlich für Jobs sind hingegen Rufe nach zusätzlichen Belastungen für die Betriebe. So spricht sich die Industrie auch weiterhin mit Nachdruck gegen ein Bonus-Malus-Quotensystem hinsichtlich der Beschäftigung Älterer aus. "Österreichs Industrieunternehmen benachteiligen ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht, sondern zählen auf Know-How und Einsatz der älteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das sieht man auch an den aktuellen Zahlen, denn die Beschäftigung Älterer ist seit Jahresbeginn um 5,5 Prozent gestiegen", betonte der Generalsekretär. Es gehe vielmehr darum, erneute politische Schritte zu vermeiden, die die Beschäftigung älterer Arbeitnehmer noch weiter verteuerten wie etwa die von Gewerkschaftsseite geforderte Ausweitung bei der sechsten Urlaubswoche. "Ein Bonus-Malus-Quotensystem bringt keine neuen Arbeitsplätze, sondern noch mehr Lasten für vielfach am Limit arbeitende Unternehmen", so der IV-Generalsekretär abschließend.

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