- 02.01.2015, 13:57:13
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IV zu Arbeitsmarkt: Im neuen Jahr drängende Strukturreformen angehen
IV-GS Neumayer: Arbeitsmarktlage zunehmend schwieriger - Steuerreform muss Arbeitszusatzkostenentlastung bringen
Utl.: IV-GS Neumayer: Arbeitsmarktlage zunehmend schwieriger -
Steuerreform muss Arbeitszusatzkostenentlastung bringen =
Wien (OTS/PdI) - "Das Jahr 2015 beginnt mit einer weiter zunehmend
schwierigen Arbeitsmarktlage. Umso mehr müssen wir die drängenden
Standort- und Strukturreformmaßnahmen endlich angehen", hielt der
Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Christoph
Neumayer heute, Freitag, anlässlich der Veröffentlichung der
aktuellen Arbeitsmarktzahlen fest. "Die Konjunkturprognosen lassen
keine baldige Besserung erwarten - entsprechend wird sich der Druck
auf den Arbeitsmarkt weiter erhöhen. Wir müssen daher um jeden
Arbeitsplatz mit noch mehr Nachdruck kämpfen", so Neumayer. Vor allem
die geplante Steuerreform könnte - richtig gemacht - einen Hebel für
Wachstum und Arbeitsplätze am heimischen Wirtschaftsstandort
darstellen. "Wir brauchen eine spürbare Entlastung des Faktors Arbeit
durch Senkung der Arbeitszusatzkosten insgesamt - nicht nur durch
eine simple Lohnsteuersenkung", betonte der Generalsekretär. Die mit
Jahreswechsel in Kraft getretene Reduktion des
Insolvenzentgeltbeitrags ist zwar ein positives Signal, "nunmehr gilt
es aber alle Potentiale zur Senkung der Lohnnebenkosten, etwa beim
Familienlastenausgleichsfonds und im Bereich der Unfallversicherung,
im Sinne eines innovativen und wettbewerbsfähigen Arbeits- und
Industriestandortes konkret und konsequent anzugehen. Die Senkung der
Lohnnebenkosten wirkt wachstumssteigernd und beschäftigungsfördernd",
unterstrich der Generalsekretär.
"Angesichts des schwierigen konjunkturellen Umfelds sind auch
Schritte zur Verbesserung der Kurzarbeitsregelung notwendig", betonte
Neumayer. Die im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise der
vergangenen Jahre befristet verankerte punktuelle Verbesserung der
Kurzarbeit ist ausgelaufen und wurde bisher nicht verlängert. Auch
Flexibilisierungsmaßnahmen im Bereich der Arbeitszeitregelungen sind
zur Belebung der Konjunktur und damit auch für eine Verbesserung der
aktuellen Arbeitsmarktlage dringend erforderlich. Kontraproduktiv und
schädlich für Jobs sind hingegen Rufe nach zusätzlichen Belastungen
für die Betriebe. So spricht sich die Industrie auch weiterhin mit
Nachdruck gegen ein Bonus-Malus-Quotensystem hinsichtlich der
Beschäftigung Älterer aus. "Österreichs Industrieunternehmen
benachteiligen ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht,
sondern zählen auf Know-How und Einsatz der älteren Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter. Das sieht man auch an den aktuellen Zahlen, denn die
Beschäftigung Älterer ist seit Jahresbeginn um 5,5 Prozent
gestiegen", betonte der Generalsekretär. Es gehe vielmehr darum,
erneute politische Schritte zu vermeiden, die die Beschäftigung
älterer Arbeitnehmer noch weiter verteuerten wie etwa die von
Gewerkschaftsseite geforderte Ausweitung bei der sechsten
Urlaubswoche. "Ein Bonus-Malus-Quotensystem bringt keine neuen
Arbeitsplätze, sondern noch mehr Lasten für vielfach am Limit
arbeitende Unternehmen", so der IV-Generalsekretär abschließend.
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