• 29.12.2014, 10:14:57
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Partnerschaft von AIT und ASFINAG trägt erste Früchte

Die BMVIT-Töchter AIT und ASFINAG arbeiten gemeinsam an neuen Lösungen bei Verkehrs- und Infrastrukturthemen

Utl.: Die BMVIT-Töchter AIT und ASFINAG arbeiten gemeinsam an neuen
Lösungen bei Verkehrs- und Infrastrukturthemen =

Wien (OTS) - Verkehr ist ein wichtiger Forschungsschwerpunkt des AIT
Austrian Institute of Technology. Seit der Unterzeichnung des
Kooperationsvertrages mit der ASFINAG im Juli 2013 konnten bereits
vier große Forschungsthemen abgeschlossen werden.

Verkehrsminister Alois Stöger: "Infrastrukturunternehmen wie ASFINAG
und ÖBB stehen permanent unter Kostendruck. Gleichzeitig wird daran
gearbeitet das Service und die Sicherheit für die Kunden zu steigern.
Dies ist in vielen Fällen nur durch die Implementierung neuer
Forschungsergebnisse in die tägliche Arbeit möglich. Durch die enge
Verflechtung mit dem AIT als Österreichs größte außeruniversitäre
Forschungseinrichtung unter dem Dach des BMVIT, ergeben sich
wertvolle Synergien durch die Österreichs Straßen und Bahnstrecken
noch effizienter und sicherer werden."

Entwicklung langlebiger Fahrbahnübergänge

Fahrbahnübergänge zählen zu den am meisten belasteten Teilen einer
Brücke. Dadurch ergeben sich im Lebenszyklus einer Brücke hohe Kosten
und vergleichsweise lange Sanierungszeiten, die für Autofahrer
oftmals Behinderungen und Staus bedeuten. Im Rahmen des Projektes
EVAF hat das AIT mit fachlicher Betreuung der ASFINAG und einer
Partnerschaft mit der Fa. MAGEBA sowie der BOKU Wien fast 100
unterschiedliche Fahrbahnübergänge untersucht. Mit Hilfe des AIT
Messfahrzeuges RoadSTAR wurden umfangreiche Daten erhoben um
Lösungsansätze für neue, robuste, wartungsarme und mit möglichst
geringem Aufwand instandzusetzende Technologien zu finden. Die
Erkenntnisse des Forschungsprojektes fließen nun in die
Bauausschreibungen der ASFINAG ein und werden damit langfristig die
Instandhaltungskosten der ASFINAG reduzieren und die
Streckenverfügbarkeit für Nutzer des österreichischen Autobahnen- und
Schnellstraßennetzes erhöhen.

DI Anton Plimon, Geschäftsführer des AIT: "Die Verbesserung der
Infrastruktur im Hinblick auf mehr Sicherheit und Kosteneffizienz in
Betrieb und Erhaltung ist eines unserer wichtigsten
Forschungsbereiche. Durch das gebündelte Know-How unserer rund 1.100
Mitarbeiter ist es - wie man auch anhand der gemeinsamen Projekte
mit der ASFINAG erkennt - möglich Lösungen auf breiter Basis zu
finden. Bei all diesen Projekten steht für uns die umfassende
Betrachtung des Mobilitätssystems im Zentrum."

Maßnahmen gegen Unfallschwere beim Abkommen von der Fahrbahn

Mit dem Projekt "RISKANT" wurden Unfälle durch Abkommen von der
Fahrbahn und Aufprallen auf ortsfeste Hindernisse wie Bäume, Mauern
etc. untersucht. Mit rund 37 % stellt diese Unfallart den Großteil
der Unfälle mit Personenschaden auf dem ASFINAG-Netz dar. Bei
derartigen Unfällen waren in der Vergangenheit 43 % aller Getöteten,
41 % der Schwerverletzten und 30 % der Leichtverletzten auf
Autobahnen und Schnellstraßen zu beklagen.

Im Projekt RISKANT gingen die Experten von AIT und ASFINAG der Frage
nach, wie derartige Unfälle zukünftig verhindert bzw. die
Unfallschwere reduziert werden kann. Ziel war es dabei ein
Risikomodell zu erstellen, mit dessen Hilfe man erstmalig
ortsspezifisch die Wahrscheinlichkeit des Abkommens berechnen kann.
Zusätzlich wurde das Verletzungsrisiko bei Kollision mit
verschiedenen ortsfesten Hindernissen evaluiert. Ein nicht
unwesentlicher Teil der Forschung beschäftigte sich auch mit der
Schaffung neuer Grundlagen zum Thema Absicherung von Verkehrszeichen.
Aus den Erkenntnissen des Projektes wurden direkt Bewertungskriterien
für die Beurteilung von Hindernissen für neu zu errichtende, aber
auch bestehende Streckenabschnitte definiert. Die Ergebnisse sollen
nun direkt in Rechtsvorschriften für Straßenerhalter wie die RVS
einfließen.

ASFINAG-Vorstand DI Alois Schedl: "Jeder zweite Euro, den wir
investieren fließt in die Hebung der Verkehrssicherheit. Trotz
steigender Verkehrszahlen konnten Unfälle mit Todesfolge in den
letzten zehn Jahren auf ein Drittel reduziert werden. Da jeder
Verunglückte einer zu viel ist, arbeiten wir gemeinsam mit Partnern
wie dem AIT an laufenden Verbesserungen um Österreichs Autobahnen und
Schnellstraßen zu den sichersten in Europa zu machen!"

Vorhersage von Reisezeiten für Autobahnen und Schnellstraßen

Sowohl für Geschäftsreisende und den Güterverkehr, als auch bei
privaten Autobahnfahrten wird es immer wichtiger über die
wahrscheinliche Reisezeit informiert zu sein. Mit dem Projekt VoRAB
haben AIT und ASFINAG gemeinsam mit dem französischen Institut
IFSTTAR den Prototyp eines Prognosemodells erarbeitet, mit dem kurz-,
mittel- und langfristige Prognosen von Reisezeiten auf Autobahnen und
Schnellstraßen möglich sind.

Bei der Entwicklung der Prognosemethoden wurde vor allem auf einen
hohen Automatisierungsgrad der Lösung sowie die Anwendbarkeit auf das
gesamte Autobahnen- und Schnellstraßennetz geachtet. Projekt -
Highlights sind der iterative Entwicklungsprozess, wodurch
zeitgerecht technische Schnittstellen und Datenstrukturen integriert
werden konnten. Zusätzlich wurde ein hybrides Prognose-Modell
entwickelt, das Kurzfristprognosen erlaubt und dynamisch auf die
Verfügbarkeit von Detektordaten reagiert.

Das Ergebnis des Projektes ist ein prototypisches
Echtzeit-Reisezeiten-Prognosesystem mit den entsprechenden
Schnittstellen. Damit erhalten sowohl Straßennutzer als auch
Straßenbetreiber qualitativ hochwertige Verkehrsinformationen. Bis
zum Sommer 2015 wird der Prototyp zum Produktivsystem
weiterentwickelt und den Autofahrern für kurzfristige
Verkehrsmeldungen als auch langfristige Reisezeit- bzw.
Routenplanungen dienen.

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