Wenn nach Winterstürmen der Schnee kommt: AUVA-Prävention gibt Tipps für sicheres Arbeiten auf Dächern

AUVA-Landesstelle Wien und Innungen bieten zu Jahresbeginn umfangreiche Schulungen für Arbeits- und Führungskräfte

Wien (OTS) - 2013 stürzten laut AUVA-Statistik 231 Arbeitskräfte vom Dach. 77 dieser Dachunfälle ereigneten sich in Wien, Niederösterreich und Burgenland. Der Absturz endet meist mit schwersten oder sogar tödlichen Verletzungen und bringt durchschnittlich mehr als zwölf Wochen Krankenstand mit sich. "Die Gefahren der Höhenarbeit, auf Dächern oder bei Lichtkuppeln werden immer noch unterschätzt. Die Situation spitzt sich bei Stürmen, Eis und Schnee zu", warnt Ing. Bernd Toplak, Präventionsexperte der AUVA-Landesstelle Wien, "Was schon immer das Anliegen der AUVA war, wird seit April 2014 seitens des Gesetzgebers gefordert: regelmäßige Übungen mit der Schutzausrüstung gegen Absturz sind genauso vorgeschrieben, wie das Retten." Seit Jänner 2005 bietet die AUVA gemeinsam mit den Innungen Spezialkurse für Dachdecker, Spengler und Holzbauer zu Sonderkonditionen an.

Das Präventionsteam der AUVA-Landesstelle rät, nie auf die Eigensicherung zu vergessen. Gegen das Abrutschen bei Steildächern oder gegen das Durchbrechen bei Flachdächern hilft, wenn jeder

  • vor dem Betreten des Daches abklärt, ob dieses der Belastung standhält. Im Zweifelsfall bitte einen Fachmann hinzuziehen;
  • das Dach nur mit Gurt und Seil gesichert betritt;
  • besonders vorsichtig bei Lichtkuppeln, Dachfenstern, Glasdächern und ähnlichen Konstruktionen ist, da sie in der Regel nicht durchbruchsicher sind;
  • bei Schnee auf die Statik des Dachstuhles achtet. Bei einseitigem Abschaufeln können Stabilitätsprobleme auftreten. Daher den Schnee abschnittsweise abwechselnd auf der einen und der anderen Dachseite abtragen und die Dachflächen gleichmäßig entlasten;
  • Gefahrenzonen im und rund um das Gebäude absichert, damit im Falle eines Durchbruches oder bei herunterfallenden Schneemassen keine anderen Personen verletzt werden.

"Was schon immer das Anliegen der AUVA war, ist seit April 2014 offiziell seitens des Gesetzgebers gefordert. In der PSA-V, der Verordnung zur Persönlichen Schutzausrüstung, ist die regelmäßige Durchführung von Übungen mit der Schutzausrüstung gegen Absturz (PSAgA) vorgeschrieben, die auch das Retten von Menschen beinhalten müssen" erinnert Ing. Bernd Toplak, stellvertretender Abteilungsleiter des Unfallverhütungsdienstes der AUVA-Landesstelle Wien.

Wie sieht die persönliche Schutzausrüstung, das Auffangsystem, bei Dacharbeiten bis zu einem Tag aus? Laut EN Norm besteht das auf einander abgestimmte Auffangsystem im Wesentlichen aus dem Sicherheitsseil, dem Seilkürzer, dem Fallstopp und dem Sicherheitsgeschirr.

Kurse speziell für Praktiker - alltagsgeprüfte, schnelle Techniken zum richtigen Sichern

Eine wichtige Hilfe speziell für die am meisten gefährdeten Berufe Dachdecker, Spengler und Holzbauer ist das Schulungsangebot der AUVA-Landesstelle Wien. Es umfasst neben einem eintägigen Basiskurs im Trainingszentrum der Höhenwerkstatt bei Baden (NÖ) einen Auffrischungs-Lehrgang und ein eigenes Aufbauseminar für Führungskräfte. Die Aktivlehrgänge erfreuen sich dank des hohen Praxisnutzens großer Beliebtheit. Bisher - seit 2005 - haben insgesamt rund 1.600 Teilnehmer aus Wiener, niederösterreichischen und burgenländischen Betrieben das Angebot von AUVA-Landesstelle Wien und Innungen genützt. Für die am 19. Jänner 2015 beginnenden Kurse sind bereits 200 Teilnehmer angemeldet.

Die AUVA-Landesstelle Wien übernimmt 80 Euro der Kurskosten jedes Teilnehmers, die jeweiligen Landesinnungen zahlen ebenfalls dazu. Für die Betriebe bleiben so je nach Kurs zwischen 55 und 80 Euro pro Mitarbeiter übrig.

Parallel dazu stehen die Präventionsexperten des Unfallverhütungsdienstes der AUVA-Landesstelle Wien für laufende Beratung zur Verfügung. Broschüren (Sicherheit auf dem Dach), Merkblätter (M 222 "Arbeiten auf Dächern"), Checklisten (Dachelemente/Checklisten) und Videos - zum Beispiel über die Vorteile von Auffangnetzen im Hallen- oder Brückenbau - können per Fax bestellt oder via Internet unter www.auva.at/merkblaetter heruntergeladen werden. Fragen beantworten die Bauexperten der AUVA-Landesstelle Wien unter der E-Mail-Adresse sichereswissen@auva.at.

"Die Gefahr der Arbeit auf Dächern wird leider immer noch unterschätzt. Aufpassen allein reicht nicht aus. Richtiges Sichern muss gelernt, richtiges Reagieren bei Gefahrensituationen regelmäßig geübt werden. Regelmäßiges Schulen und Üben unter gesicherten Bedingungen wie in unseren Kursen sind das Um und Auf", fasst Toplak zusammen.

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Über die AUVA:

Bei der AUVA sind rund 4,8 Millionen Personen gesetzlich gegen Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten versichert: 1,2 Millionen Arbeiterinnen und Arbeiter, 1,6 Millionen Angestellte, 500.000 Selbständige sowie 1,5 Millionen Schulkinder und Studierende. Die Landesstelle Wien betreut in den Bundesländern Wien, Niederösterreich und Burgenland 42 Prozent der AUVA-Versicherten. Pro Jahr erhalten rund 150.000 Verletzte in den Wiener AUVA-Unfallkrankenhäusern Meidling und Lorenz Böhler sowie rund 1.900 Patienten in den Rehabilitationszentren Wien-Meidling und Weißer Hof, Klosterneuburg, die bestmögliche Behandlung. Die AUVA finanziert ihre Aufgaben als soziale Unfallversicherung fast zur Gänze aus Pflichtbeiträgen der Dienstgeber. Prävention ist dabei die vorrangige Kernaufgabe der AUVA, denn die Verhütung von Unfällen und die Vorbeugung von Berufskrankheiten senken die Kosten für die drei weiteren Unternehmensbereiche Heilbehandlung, Rehabilitation und finanzielle Entschädigung von Unfallopfern am wirksamsten.

Rückfragen & Kontakt:

Gabriela Würth, Öffentlichkeitsarbeit der AUVA-Landesstelle Wien
Telefon mobil: 0676 33 24 879, E-Mail: gabriela.wuerth@auva.at
Im Internet: www.auva.at/wien

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