40 Jahre Fristenregelung: Kritik an Politik wegen "Nichtstun"

"Aktion Leben": Noch immer fehlt Umsetzung der versprochenen "flankierenden Maßnahmen" wie etwa Hilfen für Schwangere in Not

Wien, 23.12.2014 (KAP) 40 Jahre nach dem Inkrafttreten der Fristenregelung zur Abtreibung am 1. Jänner 1975 sind die damals von der Politik angekündigten "flankierenden Maßnahmen" immer noch nicht umgesetzt - aus "Untätigkeit und Desinteresse", wie die "Aktion Leben" kritisiert. Deren Präsidentin Gertraude Steindl appellierte an die Politik, die nötigen Grundlagen zu schaffen, um Schwangeren in Not zu helfen. "Das Maß ist voll", so Steindl, "40 Jahre Nichtstun sind zu viel."

Viele Abbrüche würden mit Beratung, Prävention sowie konkreter Unterstützung im Fall einer ungeplanten Schwangerschaft nicht stattfinden, so die "Aktion Leben"-Präsidentin. In Österreich wisse man jedoch - als einzigem Land Europas neben Luxemburg - immer noch nicht, wie viele Abtreibungen es jährlich gibt, wie sich die Zahl entwickelt hat und aus welchen Gründen sich Frauen für oder gegen ihre Kinder entscheiden. Um diesen "untragbaren" Umstand zu beenden, hat die Aktion Leben die Petition "Fakten helfen!" (http://www.fakten-helfen.at) ins Leben gerufen, die noch bis 30. März 2015 läuft.

Steindl erinnerte daran, dass sich 1974 alle Parteien einstimmig auf "flankierende Maßnahmen" einigten, die Frauen veranlassen sollten, bei Schwangerschaft das Kind zu behalten, darunter u.a. Ausbau, Propagierung und Förderung von Familienberatungsstellen, Aufklärung über Empfängnisverhütung durch Sexualerziehung in den Schulen, der Neubau und Ausbau von Kindergärten und moderne Sozialhilfegesetze zur Unterstützung Schwangerer.

Diese Versprechungen seien "bis heute leere Worte, denn es ist vor allem die SPÖ, die die Einführung einer anonymen Abbruch-Statistik und Motiverforschung seit Jahrzehnten blockiert", so Steindl. Tatenlos seien jedoch auch die anderen Parteien - weshalb es Schwangeren in Notsituationen bis heute an öffentlicher Unterstützung fehle.

Aufholen könne man das Versäumnis laut "Aktion Leben" nur durch ständige Aktualisierung der "flankierenden Maßnahmen", was gelinge durch die Verfügbarkeit seriöser Daten, ein klares Bekenntnis der Politik für möglichst wenige Abbrüche, sowie Maßnahmen zu einer kinderfreundlicheren Gesellschaft.

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