• 19.12.2014, 14:40:01
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VP-Dworak ad Hochhauskonzept: Alibihandlung ohne Leitwirkung für Stadtplanungspolitik

Wien (OTS) - Enttäuscht zeige sich heute der Planungssprecher der ÖVP
Wien, Bernhard Dworak, vom neu ausgearbeiteten Hochhauskonzept der
Stadträtin Maria Vassilakou. "Die Chance für eine Neuinterpretation
sowie eine Erweiterung des 2003 entwickelten Hochhauskonzeptes wurde
vertan", so Dworak. Im Bereich der Bürgerbeteiligung bei
Hochhausplanungen stelle das Konzept sogar einen Rückschritt dar.
Auch bei allen aktuell geplanten Hochhausbauten gebe es Bürgerunmut,
den die grüne Stadträtin nicht kanalisieren und auflösen konnte.
"Zusammenfassend handelt es sich bei dem Hochhauskonzept um eine
weitere inhaltlose, auf Wiederholung setzende, weitschweifende
Alibihandlung bzw. Ablenkungsmanöver, ohne Leitwirkung für die
umsetzungsschwache grüne Stadtplanungspolitik", so Dworak.

Während im Hochhauskonzept von 2003 konkrete mögliche
Hochhausstandorte als auch entsprechende Hochhausvorranggebiete
angeführt wurden, sei im jetzigen Hochhauskonzept lediglich ein
"Kompedium an Allgemeinplätzen" zu finden, die seinesgleichen suchen.
Mit der "literarischen" Einteilung Wiens in sechs
"Hochhausgebietstypen" sowie der Beschreibung ihrer
Hochhaustauglichkeit habe man eine "geographische und literarische
Fleißaufgabe" erfüllt, die an "Herr der Ringe" erinnere, wovon sich
aber keinesfalls konkrete stadtplanerische Handlungsweisen ableiten
lassen, so Dworak.

Hinsichtlich der Beschaffung von sozialem Wohnbau bezeichnet der
ÖVP-Planungssprecher den Hochhausbau als "falsches Instrumentarium".
"Man kann den Hochhausbau nicht in die Rolle des Beschaffers von
sozialem Wohnbau drängen", so Dworak. Hierzu müsse man andere
Ausgleichsmechanismen finden. Klar sei, dass Wien angesichts der
Bevölkerungszunahme dringend zusätzlichen Wohnraum brauche und
deshalb auch in die Höhe gebaut werden müsse. "Allerdings müssen hier
auch die Anliegen der Stadtgestaltung und das Umfeld dieser Projekte
eine Rolle spielen", so Dworak. Diesen Spagat hätten die Grünen in
den letzten Jahren jedoch nicht geschafft, sondern sich über das
Problem hinweg geschummelt.

Grundsätzlich erklärte der Planungssprecher, dass die
Stadtplanungspolitik der grünen Stadträtin eher das "Wollen" statt
das "Können" widergespiegelt habe. Im Vordergrund sei lediglich das
Produzieren von Papier gestanden. "Die eigentliche
Stadtplanungspolitik ist jedoch zum Stillstand gekommen", so Dworak,
der dazu zahlreiche nicht stattgefundene Projekte wie das
Westbahnhofwohnareal, die alte WU, St. Marx, Rothneusiedl oder die
Wientaleinfahrt aufzählt. Kritik übte er auch an der Planung der
Seestadt Aspern, die immer mehr Gefahr laufe, eine Schlafstadt zu
werden oder dem Areal am Hauptbahnhof, bei dem die versprochenen
Betriebsansiedelungen ausbleiben. "Die so gut wie nicht vorhandene
Stadtplanungspolitik der letzten vier Jahr hat nur darin bestanden,
verkehrspolitische Grünmeilensteine zu setzen - zumindest solche, die
die Grünen für diese halten", so Dworak abschließend.

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