AK zu Wifo/IHS-Prognose: Konsum muss belebt werden

Aktuelle Korrektur zeigt Wichtigkeit einer Steuerreform auf

Wien (OTS) - "Die heute deutlich nach unten korrigierten BIP-Prognosen seitens Wifo und IHS sind ein weiterer Beweis dafür, dass eine Steuerreform dringend nötig ist", betont AK Präsident Rudi Kaske. Dass steigende Realeinkommen das Gebot der Stunde sind, zeigt zudem ein Vergleich mit der deutschen Wirtschaft.

Drastisch mussten heute Wifo und IHS ihre BIP-Prognosen für 2014 und 2015 reduzieren. Im Vergleich zur Herbst-Prognose belief sich die Abwärtsrevision für 2015 beim Wifo auf 0,7 Prozentpunkte auf ein BIP-Wachstum von 0,5 Prozent und beim IHS auf 0,8 Prozentpunkte auf 0,8 Prozent. Eine leichte Besserung ist erst 2016 möglich -allerdings mit der Einschränkung, dass auch das internationale Umfeld anzieht.

Besonders auffällig ist für AK Präsident Rudi Kaske die Schwäche des privaten Konsums, der während der Finanz- und Wirtschaftskrise in den Jahren ab 2008 als die Konjunkturstütze galt. Das Wifo erwartet für 2014 ein Plus von 0,2 Prozent, für 2015 werden 0,4 Prozent prognostiziert. Beim IHS belaufen sich die entsprechenden Werte auf 0,4 Prozent (2014) und 0,6 Prozent (2015). Ursache für die mehr als verhaltene Entwicklung der Binnennachfrage sind die schwache Einkommens- und Arbeitsmarktentwicklung.

Dabei zeigt das Beispiel Deutschland, dass es auch anders geht. Laut der Prognose des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in Düsseldorf vom 10. Dezember wird das deutsche BIP mit 1,5 Prozent im laufenden und 1,6 Prozent im kommenden Jahr deutlich stärker wachsen als das österreichische. "Und das, obwohl Deutschland demselben problematischen Umfeld wie Österreich ausgesetzt ist", sagt Kaske. Der Unterschied ist schnell erklärt: Das deutsche Wachstum ist konsumgetrieben. Denn der private Konsum wächst 2014 um 1,0 und 2015 um 1,8 Prozent. Das hat einen simplen Grund: Während die Löhne in Österreich stagnieren, verzeichnet Deutschland deutlich steigende Realeinkommen und eine positive Arbeitsmarktentwicklung. Laut IMK leistet die "Politik einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung der Lohnentwicklung in Deutschland".

"Auch in Österreich ist die Politik aufgerufen, jetzt rasch zu handeln", fordert Kaske. Der AK Präsident plädiert erneut für eine rasche Umsetzung der Steuerreform, die primär die ArbeitnehmerInnen entlastet. "Ihnen muss mehr Geld im Börsel bleiben, damit endlich der private Konsum wieder anzieht und so in Folge auch die Wirtschaft und der Arbeitsmarkt wieder belebt werden", so Kaske.

Zudem plädiert der AK Präsident für eine "goldene Finanzierungsregel", nach der Zukunftsinvestitionen - etwa Investitionen in Infrastruktur, Pflege, Kinderbetreuungseinrichtungen - vom Sparzwang ausgenommen werden.

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