FP-Dobrilovic: EU darf Serbien nicht unter Druck setzen!

Geforderter Bruch mit dem traditionellen Freund Russland ist für das serbische Volk kaum möglich

Wien (OTS/fpd) - Klare Worte fand Konstantin Dobrilovic, Präsident der Christlich Freiheitlichen Plattform, gestern bei der Konferenz über den möglichen EU-Beitritt Serbiens im Parlament in Straßburg. "Sowohl Serbien als auch die EU würden von solch einem Schritt profitieren. Das steht außer Streit. Aber was einige, leider auch durchaus namhafte EU-Mandatare fordern, nämlich dass Serbien einerseits mit Russland bricht und andererseits entgegen der UN-Resolution 1244 das serbische Kernland Kosovo und Metochien aufgibt, das kann nicht sein. Die EU darf Serbien da nicht unter Druck setzen", so der freiheitliche Politiker mit serbischen Wurzeln.

Dobrilovic verwies auf die schrecklichen Folgen der verfehlten Politik des Westens in der Ukraine: "Die USA und auch die EU haben von der Ukraine verlangt, sich für eine Seite zu entscheiden. Die Folge war ein Bürgerkrieg." Dass es in Serbien auch so weit kommen könnte, hält Dobrilovic für unwahrscheinlich: "Aber auf jeden Fall würde eine Entscheidung zwischen EU und Russland das Land tief spalten." Eine Ansicht, die auch seine Mitdiskutanten teilten.

Nach den Epochen des realen Sozialismus, des Krieges, den die gesamte NATO gegen das kleine Land führte, und der darauf folgenden völligen Liberalisierung der Märkte, habe Serbien aktuell massive, wirtschaftliche Probleme, berichtete Dobrilovic: "Um diese zu lösen braucht Serbien die Unterstützung der EU und Russlands." Gerade in diesem Bereich hinke die EU allerdings dem kulturell und historisch traditionellen Partner Russland weit hinterher: "Serbien hat, einzigartig in Europa, nahezu zollfreien Zugang zum russischen Markt. Russland ist zudem nicht nur Energielieferant, sondern auch ein wichtiger Investor - und es will beides auch bleiben."

Dobrilovic betonte abschließend, dass es für Serbien wirtschaftlich und politisch unabdingbar ist, zwischen beiden Polen EU und Russland zu balancieren. Mit einem davon zu brechen, wäre fatal: "Man kann nur hoffen, dass die Verantwortlichen in Europa die mögliche Brückenrolle Serbiens in Bezug auf EU und Russland anerkennen, diese ernsthaft in ihre Planungen einbeziehen, und damit Serbien diesmal, 100 Jahre nach dem Beginn des ersten Weltkrieges, eine ultimative Entscheidung ersparen." (Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

Klub der Freiheitlichen, Pressestelle
Tel.: (01) 4000 / 81 798

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NFW0001