- 18.12.2014, 10:27:39
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FP-Dobrilovic: EU darf Serbien nicht unter Druck setzen!
Geforderter Bruch mit dem traditionellen Freund Russland ist für das serbische Volk kaum möglich
Utl.: Geforderter Bruch mit dem traditionellen Freund Russland ist
für das serbische Volk kaum möglich =
Wien (OTS/fpd) - Klare Worte fand Konstantin Dobrilovic, Präsident
der Christlich Freiheitlichen Plattform, gestern bei der Konferenz
über den möglichen EU-Beitritt Serbiens im Parlament in Straßburg.
"Sowohl Serbien als auch die EU würden von solch einem Schritt
profitieren. Das steht außer Streit. Aber was einige, leider auch
durchaus namhafte EU-Mandatare fordern, nämlich dass Serbien
einerseits mit Russland bricht und andererseits entgegen der
UN-Resolution 1244 das serbische Kernland Kosovo und Metochien
aufgibt, das kann nicht sein. Die EU darf Serbien da nicht unter
Druck setzen", so der freiheitliche Politiker mit serbischen Wurzeln.
Dobrilovic verwies auf die schrecklichen Folgen der verfehlten
Politik des Westens in der Ukraine: "Die USA und auch die EU haben
von der Ukraine verlangt, sich für eine Seite zu entscheiden. Die
Folge war ein Bürgerkrieg." Dass es in Serbien auch so weit kommen
könnte, hält Dobrilovic für unwahrscheinlich: "Aber auf jeden Fall
würde eine Entscheidung zwischen EU und Russland das Land tief
spalten." Eine Ansicht, die auch seine Mitdiskutanten teilten.
Nach den Epochen des realen Sozialismus, des Krieges, den die gesamte
NATO gegen das kleine Land führte, und der darauf folgenden völligen
Liberalisierung der Märkte, habe Serbien aktuell massive,
wirtschaftliche Probleme, berichtete Dobrilovic: "Um diese zu lösen
braucht Serbien die Unterstützung der EU und Russlands." Gerade in
diesem Bereich hinke die EU allerdings dem kulturell und historisch
traditionellen Partner Russland weit hinterher: "Serbien hat,
einzigartig in Europa, nahezu zollfreien Zugang zum russischen Markt.
Russland ist zudem nicht nur Energielieferant, sondern auch ein
wichtiger Investor - und es will beides auch bleiben."
Dobrilovic betonte abschließend, dass es für Serbien wirtschaftlich
und politisch unabdingbar ist, zwischen beiden Polen EU und Russland
zu balancieren. Mit einem davon zu brechen, wäre fatal: "Man kann nur
hoffen, dass die Verantwortlichen in Europa die mögliche Brückenrolle
Serbiens in Bezug auf EU und Russland anerkennen, diese ernsthaft in
ihre Planungen einbeziehen, und damit Serbien diesmal, 100 Jahre nach
dem Beginn des ersten Weltkrieges, eine ultimative Entscheidung
ersparen." (Schluss)
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