AK zu neuer Lebensmittelkennzeichnung: Es darf ein bisserl mehr sein

Lebensmittelkennzeichnung neu - nicht nur auf Speisekarten

Wien (OTS) - Analogkäse auf der Pizza, Schummelschinken, ... dem sollte nun ein Riegel vorgeschoben werden. Seit 13. Dezember gibt es eine neue Lebensmittelkennzeichnung in der EU. "Ein wichtiger Schritt ist getan, damit Konsumenten mehr Klarheit über Lebensmittel erhalten", sagt AK Konsumentenschützer Heinz Schöffl. "Am Etikett gibt's umfassendere Angaben bei Zutaten, Herkunft, Nährwerten und Allergenen sowie eine Mindestschriftgröße. Weitere Verbesserungen sind dennoch nötig."

Die neuen Vorschriften sollen mehr Klarheit über die Zutaten in den Lebensmitteln bringen. "Die Verbesserungen sind wichtig, aber es braucht mehr", sagt Schöffl. Was der AK nach wie vor fehlt:
"Wesentliche Angaben, etwa die Produktbezeichnung oder die Men-gen der wertbestimmenden Bestandteile sollten verpflichtend auf der Schauseite des Produktes stehen, eine übersichtliche grafische Darstellung der Nährwerte in Form einer Lebensmittelampel und eine generelle verpflichtende Herkunftskennzeichnung von Produkt und enthaltenen wertbestimmenden Rohstoffen", sagt Schöffl. "Bei der Schriftgröße muss überprüft werden, ob sie im Alltag wirklich tauglich ist - das heißt auch lesbar in Zusammenhang mit Farben, Kontrasten."

Die neue Lebensmittelkennzeichnung ist jetzt nach Ablauf einer dreijährigen Übergangsfrist seit 13. Dezember verpflichtend anzuwenden. Wesentliche Neuerungen sind:
+ Verpflichtende Mindestschriftgröße von zumindest 1,2 Millimeter; + Angabe der Herkunft des verwendeten "Hauptrohstoffes" in verarbeiteten Produkten, wenn für das Produkt eine Herkunftsangabe gemacht wird;
+ Klare Kennzeichnung von Zutaten, wenn sie aus technisch hergestellten Nanomaterialien bestehen;
+ Klare Kennzeichnung von Imitaten, etwa "Käse" aus pflanzlichem Eiweiß und Fetten;
+ Klare Kennzeichnung von Produkten, die aus Fleisch- oder Fischstücken zusammen-gesetzt sind;
+ Angabe des Einfrierdatums bei tiefgefrorenem Fleisch und Fisch;
+ Angabe der konkreten pflanzlichen Herkunft bei pflanzlichen Fetten und Ölen;
+ Herkunftskennzeichnung bei Frischfleisch von Schwein, Geflügel, Schaf und Ziege (anzuwenden ab April 2015);
+ verpflichtende Nährwertkennzeichnung statt freiwilliger Angabe (Übergangsfrist bis Dezember 2016);
+ Neue Form der Nährwertkennzeichnung bei Produkten, die eine Nährwertkennzeichnung aufweisen wie Energie, Fett, gesättigtes Fett, Kohlehydrate, Zucker, Protein, Salz;
+ Kennzeichnung von Allergenen: grafische Hervorhebung der Allergene im Zutatenverzeichnis bei verpackten Produkten sowie eine Allergenkennzeichnung bei offen abgeg-ben Produkten und auf der Speisekarte in Gaststätten.

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