OECD bestätigt WKO-Forderungen nach Adaptierung der Rot-Weiss-Rot-Karte

Rot-Weiss-Rot-Karte als Meilenstein der Migrationspolitik - WKÖ-Gleitsmann: Jetzt Gesamtstrategie für qualifizierte Zuwanderung entwickeln"

Wien (OTS/PWK908) - "Die Rot-Weiß-Rot-Karte war ein Meilenstein in der österreichischen Migrationspolitik, viele Länder blicken mit großem Interesse nach Österreich. Wenn die OECD nun zu dem Schluss kommt, dass nun, nach drei Jahren des Bestehens, eine Adaptierung des Modells notwendig ist, bestätigen die Experten damit die Forderungen der Wirtschaft", betont Martin Gleitsmann, Leiter der Abteilung Sozialpolitik und Gesundheit in der WKÖ.

Öffnung für Bachelor- und Doktoratsabsolventen

In der heute präsentierten Studie "Recruiting Immigrant Workers Austria" schlägt die OECD Weiterentwicklungen der Rot-Weiß-Rot-Karte vor, um die Potenziale ausländischer Studienabsolventen besser nützen zu können. Empfohlen wird die Öffnung der Rot-Weiß-Rot-Karte für Bachelor- und Doktoratsabsolventen sowie eine Ausweitung der Jobsuchzeit - damit liegt die OECD genau auf Linie der WKÖ. "Internationale Studierende, die ihr Studium an österreichischen Universitäten absolviert haben, sind Idealzuwanderer. Sie verfügen über eine hohe Qualifikation und sind bereits in Österreich integriert. Zudem wurde ihre Ausbildung auf Kosten der österreichischen Steuerzahler finanziert. Es wäre also sowohl arbeitsmarkt- als auch fiskalpolitischer Unfug, diesen hoch qualifizierten Personen den Zugang zum österreichischen Arbeitsmarkt zu erschweren", stellt Gleitsmann fest.

Auch der Vorschlag der OECD, die Voraussetzung des Vorliegens eines Mietvertrags bei der Antragstellung zu streichen, deckt sich mit einer WKÖ-Forderung. Gleitsmann: "Es ist für Personen, die sich noch im Ausland befinden, nahezu unmöglich, einen Mietvertrag in Österreich abzuschließen - vor allem vor dem Hintergrund, dass der Ausgang des Verfahrens zu diesem Zeitpunkt noch unklar ist und sich kaum ein österreichischer Vermieter darauf einlassen würde. Diese Voraussetzung stellt eine sachlich nicht gerechtfertigte Hürde dar und sollte möglichst rasch gestrichen werden".

Höher qualifizierte Jobs in die Mangelberufsliste aufnehmen

Weiters wird von der WKÖ - wie auch von der OECD vorgeschlagen -eine Ausweitung der Datengrundlage für die Erstellung der Mangelberufsliste unterstützt, sodass insbesondere auch höher qualifizierte Jobs in der Mangelberufsliste berücksichtigt werden können. Darüber hinaus fordert auch die WKÖ eine verbesserte Verfahrensqualität und Willkommenskultur bei den österreichischen Behörden.

Die OECD hält fest, dass Österreich noch nicht am Radar von international mobilen Talenten aufscheint und auch noch nicht ausreichend Anstrengungen unternommen hat, um sich als Zielland für qualifizierte Migranten zu positionieren. Hier hofft Gleitsmann, dass die im Regierungsprogramm verankerte Gesamtstrategie für qualifizierte Zuwanderung bald in Angriff genommen wird. "Die WKÖ hat hier umfassende Vorschläge ausgearbeitet, um die Attraktivität Österreichs für internationale Talente zu steigern. Wir müssen rasch die nötigen Schritte vorbereiten, damit wir im internationalen Wettbewerb um qualifizierte Zuwanderer nicht nachhinken. Deutschland hat uns in den letzten Jahren bereits einiges vorgelegt. Wir dürfen uns nicht auf der Rot-Weiß-Rot-Karte ausruhen und riskieren, den Anschluss zu verlieren", warnt Gleitsmann. (PM)

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