• 15.12.2014, 12:06:21
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Schultes: Bauerneinkommen erneut gesunken - Neue Steuern strikt abzulehnen

Zusätzlich: Russland-Krise hat Druck auf Agrarmärkten spürbar erhöht

Utl.: Zusätzlich: Russland-Krise hat Druck auf Agrarmärkten spürbar
erhöht =

Wien (OTS) - "Das österreichische Bauerneinkommen sinkt heuer im
Schnitt um 2,4%. Das ist abermals ein Rückschlag für die
Landwirtschaft, deren Einkommen bereits im Vorjahr um 10,4% und 2012
um 5,2% zurückgegangen ist. Die wesentlichen Gründe für das
neuerliche Minus sind stark gesunkene Produktpreise, die fehlende
EU-Investitionsförderung sowie reduzierte EU-Flächenzahlungen.
Angesichts des dritten Minus in Folge über neue Steuern für die
Landwirtschaft nachzudenken, ist purer Zynismus", erklärt der
Präsident der LK Österreich, Hermann Schultes, zu den heute von der
Statistik Austria veröffentlichten vorläufigen Einkommenszahlen 2014.
Er verlangt, dass nach dem 'grünen Licht' in Brüssel nun auch
Österreich rasch alle Beschlüsse fasst, um das Programm Ländliche
Entwicklung zu starten.

"Wir brauchen nun umgehend die nationale Umsetzung der Ländlichen
Entwicklung in Form von Sonderrichtlinien. Besonders dringlich ist
dabei der Bereich Investitionen für die Landwirtschaft. Hier wollen
die Bäuerinnen und Bauern rasch Klarheit über laufende und zukünftige
Förderanträge. Außerdem erwarten wir uns von Brüssel, dass der neue
Agrarkommissar Phil Hogan seine Ankündigungen, die EU-Agrarpolitik zu
vereinfachen, konkret umsetzt", so Schultes.

Ursachen für Einkommensminus

Trotz einer mengenmäßig guten Getreideernte in der Größenordnung
von 5,6 Mio. t inklusive Mais war wegen stark gesunkener
Erzeugerpreise kein Einkommensplus im pflanzlichen Bereich möglich.
Die Wetterkapriolen im Laufe der Vegetationsperiode schadeten dem
Getreide und drückten die Erlöse. Fehlende Pflanzenschutzmittel
führten zu Ertragsausfällen, besonders bei Mais, Raps und Erdäpfel.
Auch der tierische Sektor hatte einen wesentlichen Anteil am
Einkommensminus. Vor allem im Schweinebereich waren die
Erzeugerpreise rückläufig. Der Milchpreis entwickelte sich zwar zu
Jahresbeginn noch zufriedenstellend, doch ab der zweiten Jahreshälfte
gab er nach.

Vor allem die Russland-Krise hat einen gewaltigen Druck auf
EU-Märkte und Preise ausgelöst. Ab August 2014 waren als Folge des
von Moskau verhängten Embargos anhaltend negative Auswirkungen auf
Exporte und Preise festzustellen. Diese Marktverwerfungen sind für
die gesamte Wertschöpfungskette bis hin zur Exportwirtschaft nach wie
vor eine große Belastung. Für das Berichtsjahr gilt bereits der neue
EU-Finanzrahmen, der für die Landwirtschaft weniger finanzielle
Mittel pro Jahr vorsieht. Aus diesem Grund mussten die
Direktzahlungen für die Betriebsprämien und Tierprämien 2014 um rund
3% gekürzt werden.

Positiv wirkten sich die Preise von Vorleistungen auf das
Einkommen aus. Im Jahr 2014 waren die Energiekosten niedriger als
2013, Treibstoffe und Düngemittel wurden ebenfalls günstiger, was ein
noch ein größeres Defizit verhinderte.

"Die Bäuerinnen und Bauern brauchen in dieser Situation
Zukunftskonzepte, wie die Ländliche Entwicklung sie bietet und keine
neuen Steuern und Abgaben. Wir sind in diesem Zusammenhang an der
zeitgerechten Umsetzung der Einheitswert-Hauptfeststellung 2014
interessiert, die die Grundlage für die Einkommensteuerpauschalierung
ist", so Schultes.
(Schluss)

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