Schultes: Bauerneinkommen erneut gesunken - Neue Steuern strikt abzulehnen

Zusätzlich: Russland-Krise hat Druck auf Agrarmärkten spürbar erhöht

Wien (OTS) - "Das österreichische Bauerneinkommen sinkt heuer im Schnitt um 2,4%. Das ist abermals ein Rückschlag für die Landwirtschaft, deren Einkommen bereits im Vorjahr um 10,4% und 2012 um 5,2% zurückgegangen ist. Die wesentlichen Gründe für das neuerliche Minus sind stark gesunkene Produktpreise, die fehlende EU-Investitionsförderung sowie reduzierte EU-Flächenzahlungen. Angesichts des dritten Minus in Folge über neue Steuern für die Landwirtschaft nachzudenken, ist purer Zynismus", erklärt der Präsident der LK Österreich, Hermann Schultes, zu den heute von der Statistik Austria veröffentlichten vorläufigen Einkommenszahlen 2014. Er verlangt, dass nach dem 'grünen Licht' in Brüssel nun auch Österreich rasch alle Beschlüsse fasst, um das Programm Ländliche Entwicklung zu starten.

"Wir brauchen nun umgehend die nationale Umsetzung der Ländlichen Entwicklung in Form von Sonderrichtlinien. Besonders dringlich ist dabei der Bereich Investitionen für die Landwirtschaft. Hier wollen die Bäuerinnen und Bauern rasch Klarheit über laufende und zukünftige Förderanträge. Außerdem erwarten wir uns von Brüssel, dass der neue Agrarkommissar Phil Hogan seine Ankündigungen, die EU-Agrarpolitik zu vereinfachen, konkret umsetzt", so Schultes.

Ursachen für Einkommensminus

Trotz einer mengenmäßig guten Getreideernte in der Größenordnung von 5,6 Mio. t inklusive Mais war wegen stark gesunkener Erzeugerpreise kein Einkommensplus im pflanzlichen Bereich möglich. Die Wetterkapriolen im Laufe der Vegetationsperiode schadeten dem Getreide und drückten die Erlöse. Fehlende Pflanzenschutzmittel führten zu Ertragsausfällen, besonders bei Mais, Raps und Erdäpfel. Auch der tierische Sektor hatte einen wesentlichen Anteil am Einkommensminus. Vor allem im Schweinebereich waren die Erzeugerpreise rückläufig. Der Milchpreis entwickelte sich zwar zu Jahresbeginn noch zufriedenstellend, doch ab der zweiten Jahreshälfte gab er nach.

Vor allem die Russland-Krise hat einen gewaltigen Druck auf EU-Märkte und Preise ausgelöst. Ab August 2014 waren als Folge des von Moskau verhängten Embargos anhaltend negative Auswirkungen auf Exporte und Preise festzustellen. Diese Marktverwerfungen sind für die gesamte Wertschöpfungskette bis hin zur Exportwirtschaft nach wie vor eine große Belastung. Für das Berichtsjahr gilt bereits der neue EU-Finanzrahmen, der für die Landwirtschaft weniger finanzielle Mittel pro Jahr vorsieht. Aus diesem Grund mussten die Direktzahlungen für die Betriebsprämien und Tierprämien 2014 um rund 3% gekürzt werden.

Positiv wirkten sich die Preise von Vorleistungen auf das Einkommen aus. Im Jahr 2014 waren die Energiekosten niedriger als 2013, Treibstoffe und Düngemittel wurden ebenfalls günstiger, was ein noch ein größeres Defizit verhinderte.

"Die Bäuerinnen und Bauern brauchen in dieser Situation Zukunftskonzepte, wie die Ländliche Entwicklung sie bietet und keine neuen Steuern und Abgaben. Wir sind in diesem Zusammenhang an der zeitgerechten Umsetzung der Einheitswert-Hauptfeststellung 2014 interessiert, die die Grundlage für die Einkommensteuerpauschalierung ist", so Schultes.
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