BEIGEWUM: Erbschaftssteuern für mehr Verteilungsgerechtigkeit in Österreich

Über 1000 WissenschafterInnen unterstützen die Initiative „Erbschaften besteuern!“

Wien (OTS) - Anlässlich der Debatte um die Steuerreform bekräftigt der Beirat für gesellschafts-, wirtschafts- und umweltpolitische Alternativen (BEIGEWUM) die Forderung nach der Wiedereinführung einer Erbschafts- und Schenkungssteuer. Verstärkt wird der Ruf nach einer Erbschaftssteuer durch eine Petition von mehr als 1000 BefürworterInnen aus den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften.

Erbschaften sind in Österreich sehr stark konzentriert. Das bedeutet, wenige Menschen erben sehr hohe Beträge und werden ohne zu arbeiten reich. Auf diese leistungslosen Einkommen sind seit Abschaffung der Erbschaftssteuer keine Steuern fällig, gleichzeitig ist die Steuerbelastung auf Ar-beitseinkommen in Österreich hoch. "Bei der Steuerreform muss es um eine echte Umverteilung gehen. Die Entlastung von Menschen mit niedrigen Einkommen ist wichtig, die Gegenfinanzierung muss aber unbedingt einen Beitrag zu mehr Verteilungsgerechtigkeit leisten. Die Besteuerung sehr großer Erbschaften schafft Spielräume für die dringend notwendige Entlastung von Arbeitsein-kommen und sorgt damit für mehr Verteilungsgerechtigkeit", so der BEIGEWUM-Vorstand.

Ähnlich sieht es auch Verteilungsexperte Alois Guger: "Lohneinkommen wurden in den letzten Jahrzehnten immer stärker belastet, Kapitalerträge und Vermögen entlastet. Eine Erbschafts- und Schenkungssteuer wäre ein richtiger Schritt zu mehr Steuergerechtigkeit." Guger ist einer von zahlreichen renommierten Sozial- und WirtschaftswissenschafterInnen, die die Petition "Erbschaften besteuern!" (www.erbschaften-besteuern.at) unterzeichnet haben. Über 1000 Personen aus der Wissenschaft haben sich der Initiative angeschlossen. Neben der ökonomischen Wirksamkeit ist der Aspekt der sozialen Gerechtigkeit zentral. "Die soziale Herkunft darf nicht über die Zukunft der Menschen entscheiden. In Österreich prägen die unterschiedlichen sozialen Ausgangslagen von Menschen bzw. ihr familiärer Hintergrund den Lebensweg sehr stark. Eine Erbschaftssteuer kann hier ein Schritt in die richtige Richtung sein, wenn die Einnahmen etwa für eine Entlastung von Menschen mit geringen Einkommen oder soziale Investitionen eingesetzt werden", so der BEIGEWUM abschließend. "Den beiden Verhandlungsparteien möchten wir außerdem unser neues Buch "Mythen des Reichtums" als Leseempfehlung über die Feiertage mitgeben."

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Philipp Poyntner
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