• 12.12.2014, 09:00:24
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"trend": HCB-Problem seit Jahren bekannt

Bereits 2008 zeigte eine AGES-Studie über Kürbiskerne österreichweite Verdachtsflächen.

Utl.: Bereits 2008 zeigte eine AGES-Studie über Kürbiskerne
österreichweite Verdachtsflächen. =

Wien (OTS) - HCB-Rückstände und Unsicherheiten mit Grenzwerten sind
weder neu, noch Kärntner Einzelfälle. Bereits 2008 dokumentierte eine
Studie der Agentur für Ernährungssicherheit (AGES) Spuren des
Pflanzenschutzmittels Hexachlorbenzol (HCB) sowohl in Lebensmitteln
als auch im Boden mehrerer Bundesländer, berichtet das
Wirtschaftsmagazin "trend" in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe.
Damals ging es nicht um Milch, sondern um Kürbiskerne. Die Ölfrüchte
nehmen Rückstände des längst verbotenen Umweltgifts offenbar
besonders gut auf. Anlassfall für die Studie waren erhöhte Werte bei
Rückstandsmessungen in der Steiermark. Als Ursache der Verunreinigung
machte die AGES die frühere Verwendung von HCB als Fungizid in der
Landwirtschaft aus; Zementwerke wie in Kärnten waren kein Thema.

Interessant sind die Folgen rund um die seinerzeitigen
Untersuchungen, berichtet der "trend": Die EU setzte damals auf
Ersuchen Österreichs die Grenzwerte für Ölkürbisse von 0,02 mg/kg auf
0,05 mg/kg hinauf. Sonst wäre ein Teil der steirischen
Kürbiskernernte nicht verkehrsfähig gewesen. Zusätzlich konnte man
auch die Einführung eines "Verarbeitungsfaktors" durchsetzen: Seither
gelten etwa im Kürbiskernöl höhere Grenzwerte (bis 0,115 mg/kg).
Begründet werden die höheren Schwellen etwa im Vergleich zu Milch mit
den geringeren Genussmengen.

Die Revision erwies sich jedenfalls als wirtschaftlich sehr nützlich,
zeigt ein jüngeres Fallbeispiel. Im Jahr 2012 zeigten etwa
Biokürbiskerne des steirischen Großproduzenten Steirerkraft erneut
einen höheren HCB-Gehalt. Vor der Grenzwertänderung wäre die Ware
unverkäuflich gewesen. Danach ermöglicht eine Ausnahme deutscher
Bioorganisationen sogar den Export als Bioware. Steirerkraft
Geschäftsführer Wolfgang Wachmann betont: "An die von der
Wissenschaft und Gesetzgeber jeweils festgelegten Grenzwerte halten
wir uns lückenlos. Und eine Gesundheitsgefährdung bei diesen geringen
Mengen schließe ich aus."

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | TRE

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