AK Test Elektrogeräteversicherung 2: Garantieverlängerung oder Versicherung - das wird nicht so genau genommen

Wien (OTS) - Eine Analyse der Geräteschutz-Produkte zeigt: Die großen Elektroketten bieten Garantieverlängerungen und Geräteversicherungen an. Manchmal reihen die Händler die Garantieverlängerung als Versicherung ein. Was Leistungen, Laufzeit, Ausschlüsse und Prämien betrifft, gibt es in den Versicherungsvarianten zahlreiche Abstufungen. Die Prämien können sehr teuer ausfallen.

In den einzelnen Versicherungspaketen für Elektrogeräte gibt es zahlreiche Abstufungen, was Leistungen, Laufzeit (und Beginn des Versicherungsschutzes), Ausschlüsse und Prämien (monatliche Zahlung oder Einmalprämie zu Beginn) anbelangt. Es gibt Versicherungen, die (nur) für Handys zugeschnitten sind, andere für "Großgeräte". In manchen Fällen gibt es im Schadensfall statt einer Geldleistung nur einen Gutschein. Auch Selbstbehalte sind üblich, die zwischen zehn und 33 Prozent der Schadenssumme ausmachen können - zu beachten sind eventuell anfallende Mindestbeträge, etwa 50 Euro.

"Die Prämien für Geräteschutz unterschieden sich erheblich und können - abhängig von Paketleistungen, Laufzeit und der Kaufpreishöhe - teuer ausfallen", weiß AK Konsumentenschützer Christian Prantner. Die Prämien für ein Elektrogerät (Preis: 999 Euro) betrugen bei den großen Elektronikhandelsunternehmen zum Erhebungszeitpunkt (bei drei Jahren Laufzeit) zwischen 49,90 und 179,99 Euro (inklusive Diebstahlschutz) sowie von 59,99 bis 329,40 Euro (Monatsprämie umgerechnet auf fünf Jahre). Zu berücksichtigen sind bei diesen Prämienzahlungen allfällige Selbstbehalte und die in den Paketen enthaltenen Leistungen (bzw. Einschränkungen, Ausschlüsse).
In den vier untersuchten Elektro-Webshops betrugen die Prämien für ein Elektrogerät (Preis: 999 Euro) zwischen 49,90 und 149,90 Euro (drei Jahre Laufzeit) sowie zwischen 59,90 und 199,90 Euro (fünf Jahre Laufzeit).

In der AK Konsumentenberatung gibt es immer wieder Beschwerden über Ausschlüsse. Versicherer berufen sich auf das Kleingedruckte, wenn KonsumentInnen den Geräteschutz einfordern. "Konsumenten bleiben auf der Strecke, weil ihnen die vielen Vertragsdetails nicht bewusst sind und sie darüber nicht informiert wurden", kritisiert Prantner.

Ein Beispiel: Frau K. erwarb bei einem Elektrohändler einen Herd um 599 Euro. Zusätzlich akzeptierte sie eine "Garantieverlängerung" auf fünf Jahre um einmalig zu bezahlende 69 Euro - immerhin zwölf Prozent vom Kaufpreis. Der Haken an der Sache war: Weder bei der Bestellung im Geschäft noch bei Lieferung des Elektrogerätes wurden Garantiebedingungen ausgehändigt oder per Post zugesandt - einzig auf der Rechnung war dieser Rechenposten angeführt. Welche Leistungen jedoch diese Garantieverlängerung inkludierte, wurde der Kundin nicht mitgeteilt. "Dieser Geräteschutz wurde also einfach mitverkauft, ohne handfeste schriftliche Vertragsgrundlagen", resümiert Prantner.

SERVICE: Mehr Fallbeispiele sowie die AK Erhebung "Kleinversicherungen für Elektrogeräte" finden Sie unter wien.arbeiterkammer.at. (Forts.)

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