• 04.12.2014, 11:56:14
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Der Heilige Nikolaus: Frohbotschaft statt Drohbotschaft!

Die Katholische Jungschar setzt sich für Kinder und den Schutz vor repressiven "Erziehungsmethoden" ein

Utl.: Die Katholische Jungschar setzt sich für Kinder und den Schutz
vor repressiven "Erziehungsmethoden" ein =

Wien (OTS) - 04\. 12. 2014. Der Nikolaus ist zu Recht eine der
beliebtesten Heiligengestalten. Was den Heiligen Nikolaus so
sympathisch macht, ist seine entschiedene Parteilichkeit für Kinder.
"Der Heilige Nikolaus ist der Schutzpatron der Kinder, der sich
tatkräftig für ihre Anliegen stark macht. Die Katholische Jungschar
als größte Kinderorganisation Österreichs setzt sich ebenso wie der
Nikolaus aktiv für Kinder und ihre Rechte ein. Er ist ein Symbol für
gelebtes soziales Handeln. Der Nikolaustag ist für Kinder ein
besonderer Tag, der keine Angst machen, sondern mit Freude erfüllt
sein sollte", erklärt Sara Dallinger, Bundesvorsitzende der
Katholischen Jungschar Österreichs (KJSÖ).

In den letzten Tagen wurden die Vorschläge der Katholischen
Jungschar, wie heutzutage eine für Kinder gestaltete Nikolausfeier
aussehen sollte, teilweise recht kontroversiell diskutiert. Die
Jungscharforderung "der Nikolaus soll Kindern keine Angst machen"
wurde viel zu oft als "Weg mit dem Bart" vereinfacht dargestellt.
Kindern Angst zu machen und sie zu disziplinieren, ein angstmachender
Krampus, Androhung von Schlägen mit der Rute oder ein
"Sündenregister" mit angeblichen Verfehlungen haben in der Arbeit mit
Kindern generell und deswegen auch beim Nikolausfest nichts verloren.
Leider wird der Nikolaus noch viel zu oft zur "Erziehung" der Kinder
missbraucht. Und hier kommt auch die Diskussion um den Bart ins
Spiel: "Wenn der künstliche Bart den Kindern Angst macht: Bitte
weglassen! Wenn der Nikolaus durch seine Größe erschreckt: Bitte auf
Augenhöhe begeben! Wenn Erwachsene Kindern wissentlich Angst machen,
ist das grausam", appelliert Sara Dallinger.

"Wir besinnen uns am Tag des Heiligen Nikolaus auf einen der
wichtigsten Begleiter in der Adventzeit. Er führt uns zu Jesus
Christus hin und vermittelt die fundamentale Bedeutung der
Nächstenliebe. Der Heilige Nikolaus beschützt, hilft und beschenkt -
ohne dafür eine Gegenleistung zu verlangen. Im Laufe der Zeit wurde
ihm eine fragwürdige Rolle als Erziehungshelfer auferlegt. Dabei hält
er doch die Bibel auf Darstellungen in Händen, und nicht, wie
fälschlicherweise interpretiert, ein Sündenregister. Die Katholische
Jungschar hat meine volle Unterstützung bei ihren Bemühungen, den
Heiligen Nikolaus nicht als drohenden Erziehungsersatz, sondern als
beschützenden und kinderfreundlichen Künder der Frohen Botschaft
darzustellen", unterstützt Kinder- und Jugendbischof Stephan
Turnovszky das Anliegen der KJSÖ.

Susanna Haas, pädagogische Leiterin der St. Nikolausstiftung -
Trägerorganisation von Kindergärten und Horten in Wien -, führt dazu
ein Negativbeispiel aus der Praxis in Kindergärten an: "Wieso weiß
der Nikolaus, dass Daniel noch immer einen Schnuller braucht oder in
der Nacht eine Windel? Oder dass Klara sich oft mit Sabine streitet?
Diese Ermahnungen vor allen anderen Kindern in der Gruppe beschämen
die Mädchen und Buben. Die Angst, ich werde "vom Himmel aus"
beobachtet, prägt ein Kind. Viel mehr wollen wir gemeinsam mit den
Kindern das Leben des Hl. Nikolaus beleuchten und Werte wie
Unterstützung, Hilfe und Nächstenliebe thematisieren und erlebbar
machen."

Die Katholische Jungschar ruft mit ihren Nikolausfeiern und
-Hausbesuchen das Bild eines menschenfreundlichen Beschützers, der
sich besonders für Kinderrechte einsetzt, ins Bewusstsein. Diesem
Einsatz ist es zu verdanken, dass lebendiges Brauchtum erhalten wird
und die positiven Aspekte daran gestärkt werden. Die ursprüngliche
Intention des Heiligen - wie sie in den verschiedenen Legenden
überliefert wird - soll so für die Kinder erlebbar werden.

Bildmaterial und Interviewmöglichkeit auf Nachfrage.

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