• 04.12.2014, 08:12:01
  • /
  • OTS0012 OTW0012

Inspirationen für Österreichs neue Bahnhöfe

Sieger Concrete Student Trophy 2014 gekürt

Utl.: Sieger Concrete Student Trophy 2014 gekürt =

Wien (OTS) - Die eingereichten Projekte zum Wettbewerb "Concrete
Student Trophy 2014" lieferten großartige Inspirationen für die
geplanten Neubauten regionaler ÖBB-Bahnhöfe. Am 25. November wurden
an der TU Wien die Sieger des interdisziplinären Studentenbewerbs
gekürt. Christian Szalay (Architektur) und sein Kommilitone Bernhard
Ramsauer (Bauingenieur), beide an der TU Wien, erhielten für ihr
Projekt "inside out" den 1. Platz und eine Siegerprämie von 4.000
Euro. Die Projekte "Zukunftsbahnhof Münchendorf" und "concrete waves"
folgten auf den Plätzen zwei und drei. Dazu wurden vier
Auszeichnungen verliehen. Insgesamt wurden Preisgelder von 13.000
Euro vergeben.

Gefordert war ein fiktiver Neuentwurf eines ÖBB-Bahnhofs anhand der
realen Situation der Pendlergemeinde Münchendorf (NÖ). Unter
Einbindung innovativer Lösungen für Inselbahnsteig sowie
Bahnhofvorplatz wurde eine Mobilitätsschnittstelle kreiert und
geplant. Die Concrete Student Trophy wurde bereits zum neunten Mal
durchgeführt und wird an interdisziplinäre Nachwuchstalente aus
Bauingenieurwesen und Architektur vergeben.

1. Platz: "inside out" - Bahnhof, integraler Bestandteil des
Ortes

Christian Szalay (Architektur) und Bernhard Ramsauer (Bauingenieur)
bewiesen beim Entwurf ihres Projektes "inside out" Mut. Sie stellten
die zwingende Vorgabe des Gleissystems in Frage. "Wir wollten den Ort
verstehen, wissen wohin dieser künftig wachsen wird und wie wir mit
dem Schallschutz umgehen", erklärt Ramsauer. Bei allen Varianten auf
Basis der Vorgabe wäre der Bahnhof immer in Lärmschutzwände gehüllt
und so ein Fremdkörper ohne Bezug zum Ort geblieben. Nur eine neue
Gleislösung könnte zu einem schlüssigen Konzept führen. Die Gleise
für lärmende Güter- und durchfahrende Schnellzüge wurden in die
mittlere Spur, die Haltegleise und Bahnsteige nach außen verlegt. Die
Lärmschutzwände schotten die Hochgeschwindigkeitstrasse von den
Haltegleisen ab und fungieren für diese gleichzeitig als Vordach.
Szalay: "Die Haltegleise sind nach außen offen und stellen so die
Verbindung zum Ort her." So besticht das Projekt mit sehr sensiblen,
wertvollen, raumplanerisch beachtlichen Lösungsansätzen. ""inside
out" ist das einzige Projekt, das nicht nur Städtebau und
Architektur, sondern auch Schallschutz und Statik gleichwertig zum
Thema gemacht und ausgearbeitet hat", argumentiert die Jury. Das Team
erhielt ein Preisgeld von 4.000 Euro.

2. Platz "Zukunftsbahnhof Münchendorf" - Unterführung transformiert
zur Brücke

Weil sie eine Unterführung unpraktisch und auch bedrohlich fanden,
interpretierten die angehenden ArchitektInnen Mélanie Bouissiere,
Bernd Hausegger und Theresa Reisenhofer mit dem künftigen
Bauingenieur Stefan Leitner, alle TU Graz, diese als Brücke. Die Jury
war von den hohen räumlichen Qualitäten, die dabei entstanden,
besonders beeindruckt. Das Gelände für die Ankunfts- und
Abfahrtshalle wurde abgesenkt, die Gleise über Brücken geführt. Damit
entstand ein innovativer, lebendiger öffentlicher Raum als Treffpunkt
und Aufenthaltszone. Das Team erhielt ein Preisgeld von 3.000 Euro.

3. Platz: "concrete waves" - crazy project, nice experience

Bei der Entwicklung der Bahnsteigüberdachung und Lärmschutzwand
ließen sich die Architekturstudentinnen Eva Himmelbauer und Isabella
Penthor mit Erasmusstudent Jakub Bielski (Bauingenieur) von den
Bewegungen der Verkehrsteilnehmer und des Flusses inspirieren. Die
drei TU Wien-StudentInnen brachten einen lehrreichen Prozess hinter
sich. "Crazy project, nice experience", war der kurze Kommentar dazu
von Bielski. Die Jury attestiert "sowohl bauingenieurstechnisch als
auch architektonisch eine gute interdisziplinäre Leistung." Die
Überdachung lässt natürliches Licht auf die Bahnsteige fluten, in den
Stützen wurden innovative Sitzgelegenheiten vorgesehen. Gegen Grund-
und Hochwasser wurde die Unterführung als weiße Wanne vorgesehen und
auch die Option eines mobilen Hochwasserschutzes eingeräumt. Das Team
erhielt 2.000 Euro.

Vier Anerkennungspreise vergeben

Die Jury hat zusätzlich zu den drei Plätzen insgesamt vier
Anerkennungspreise vergeben. Jedes Team erhält je 1.000 Euro. Team
der TU Graz Alexander Freydl, Julian Gatterer (beide Architektur) und
Laurin Hauser, Stefan Leitner (beide Bauingenieure) mit ihrem Projekt
"KREUZ und QUER". Team der TU Wien, Simon Hendrix, Marcus Paar
(Architektur), Ilbey Islam Kumcu (Bauingenieur) punktet mit
"Bahnhof-Radhof". Beeindruckend auch der Entwurf "Kathedrale der
Moderne" des TU Wien-Teams Maximilian Keil, Nils Lütke, Thomas
Petters (Architektur) und der Bauingenieurin Nora Sadlick. "Diamonds
in the Sky" des TU Graz-Teams Alexander Ramminger, Alina Rejepava,
Tatjana Schon (Architektur) und Stefan Leitner (Bauingenieur).

Fotodownload Siegerprojekte:
http://www.ots.at/redirect/Siegerprojekte

Realität bestätigt Vision der Concrete Student Trophy

Die Concrete Student Trophy ist eine Plattform, bei der sich
Studierende von Architektur und Bauingenieurwesen austauschen und
gezielt zusammenarbeiten. Eine große Herausforderung, wie Studenten
und Professoren bestätigen. Dazu kommt die Konfrontation mit einer
realen Bauaufgabe. "Bei der Entwicklung der Concrete Student Trophy
vor zehn Jahren war unsere Vision, interdisziplinäre Teams würden
bessere Ergebnisse kreieren und planen. Diese Vision wird jährlich
von der Realität übertroffen", freut sich DI Felix Friembichler,
Geschäftsführer Vereinigung der österreichischen Zementindustrie.
"Wenn Nachwuchstalente der Baubranche mit diesem Wettbewerb die
Vorteile der interdisziplinären Zusammenarbeit erkennen, werden sie
diese auch später in der Praxis weiterführen."

Challenge der gemischten Teams

"Es ist eine Challenge im gemischten Team ein ganzes Projekt zu
erarbeiten und es gibt wenige Wettbewerbe, wo Projekte mit den
Studierenden weiterwachsen. Die Concrete Student Trophy macht es
möglich. Denken wir nur an die Schwimminsel aus Beton an der neuen
Donau", so Andreas Trummer, Ass. Professor der TU Graz. "Jetzt müssen
wir die Schlüsselfaktoren definieren, die zu einer besseren Qualität
von Projekten beitragen und damit zum Erfolg eines Projektteams
führen", sagte Iva Kovacic, Ass. Professorin TU Wien. Juryvorsitzende
Architektin Silja Tillner hob die hohe Qualität der eingereichten
Projekte hervor und freute sich über den gestiegenen Anteil der
Frauen in den beiden Disziplinen. "Wir haben mit der Concrete Student
Trophy viel gelernt. Das ineinander übergreifende Arbeiten wird in
den Studien immer selbstverständlicher. Das Leben ist
interdisziplinär", sagte Prof. Josef Eberhardsteiner, Dekan für
Bauingenieurwesen an der TU Wien. "Leider war unsere Gemeinde nur
eine Modellvorgabe", bedauerte Münchendorfs Bürgermeister Josef
Ehrenberger, dass keiner der entwickelten Entwürfe in seinem Ort
umgesetzt werden wird.

Concrete Student Trophy 2015

Im Februar 2015 startet der neue Bewerb mit einer Ausschreibung zur
Neugestaltung des Birnersteigs in Wien in Zusammenarbeit mit der
Stadt Wien. "Wenn die Projekte die Qualität halten, woran niemand
zweifelt, dann haben wir damit bereits das vierte Bauwerk, das aus
unseren Studentenwettbewerben hervorgeht", so Friembichler. Gebaut
wurden bereits eine Fußgängerbrücke über den Wienfluss, eine
Schwimminsel an der Neuen Donau und eine innovative Grill-Lounge für
die Donauinsel. www.zement.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | BWO

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel