- 03.12.2014, 08:00:33
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Kurz: Inklusion geht alle an
Wien (OTS) - "Menschen mit Behinderungen sind weltweit noch immer mit
Hürden konfrontiert. Viele Barrieren bestehen dabei in den Köpfen der
Menschen. Deswegen setzen wir uns in Österreich aber auch auf
internationaler Ebene aktiv für eine inklusive Gesellschaft ein",
erklärt Außenminister Sebastian Kurz anlässlich des heutigen
Internationalen Tags der Menschen mit Behinderungen.
Derzeit leben 80 Prozent der Menschen mit Behinderungen in
Entwicklungsländern. Rund 90 Prozent der Kinder mit Behinderungen in
Entwicklungsländern gehen nicht zur Schule. Menschen mit
intellektuellen Behinderungen sind von fast allen gesellschaftlichen
Aktivitäten ausgeschlossen und leiden besonders unter Diskriminierung
und Vernachlässigung.
Der österreichische Weg
Aus diesem Grund unterstützt die Österreichische
Entwicklungszusammenarbeit seit vielen Jahren Programme und Projekte,
die speziell auf die Förderung von Menschen mit Behinderungen
zugeschnitten sind: beispielsweise die Verbesserung der sozialen und
wirtschaftlichen Lebensumstände Betroffener in den Palästinensischen
Gebieten, Simbabwe und dem Südkaukasus. Die Förderung der
Gleichstellung und Partizipation von Menschen mit Behinderungen sind
als grundsätzliche Ziele in allen österreichischen Programmen und
Projekten der Entwicklungszusammenarbeit zu berücksichtigen.
Bildung als Schlüssel
"Der Zugang zu Bildung ist besonders wichtig, denn dadurch wird der
Grundstein für ein selbstbestimmteres Leben gelegt", betont Sebastian
Kurz. "Außerdem braucht es Bewusstseinsbildung, um die Einstellung
der Gesellschaft zu Menschen mit Behinderungen zu verändern."
Im Rahmenprogramm der Diakonie in den Palästinensischen Gebieten und
Simbabwe wird 1.450 Kindern und Jugendlichen mit intellektuellen
Behinderungen Zugang zu Bildung ermöglicht. In inklusiven Schulen
wird der Kontakt und Austausch mit Gleichaltrigen gefördert. Die
Österreichische Entwicklungszusammenarbeit unterstützt dieses
Programm mit 950.000 Euro.
Ausbildung als Startbrett
In Georgien unterstützt die Österreichische
Entwicklungszusammenarbeit die Diakonie mit 100.000 Euro dabei,
jungen Menschen mit intellektueller Behinderung Zugang zu Ausbildung
zu ermöglichen. 300 Jugendliche werden im Rahmen von Trainings und
Workshops geschult, damit sie später zu ihrem Lebensunterhalt
beitragen können. Die Aktivitäten umfassen Trainings für
Kunsthandwerk oder Kochklassen, aber auch Kunsttherapie, Logopädie
und sportliche Aktivitäten. So wird ihr Selbstvertrauen gestärkt und
die Wahrnehmung der Gesellschaft verändert.
Selbstbestimmtes Leben als Ziel
Wie schon bisher unterstützt die Österreichische
Entwicklungszusammenarbeit die Förderung einer inklusiven
Gesellschaft in Burkina Faso auch in den kommenden drei Jahren mit
1,4 Millionen Euro. Das Programm der Nichtregierungsorganisation
Licht für die Welt stärkt Menschen mit Behinderungen, damit sie aktiv
am Alltag in der Gemeinde teilhaben und auch an politischen
Entwicklungen mitwirken können.
Die Rehabilitationsdienstleitungen des Programms werden jährlich
140.000 bis 150.000 Menschen zugutekommen, vor allem in den Bereichen
Augenmedizin, Physiotherapie und Orthopädie. Rund 2.000 Kindern und
Jugendlichen mit Behinderungen wird der Schulbesuch oder eine
berufliche Ausbildung ermöglicht. Etwa 150 Beamte verschiedener
Ministerien werden geschult, um die Bedürfnisse von Menschen mit
Behinderungen bei der Planung von Gesundheits- Bildung- oder
Arbeitsmarktprogrammen besser berücksichtigen zu können.
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