- 02.12.2014, 09:09:11
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ÖH Med Innsbruck, ÖH Med Graz sowie ÖH Med Wien fordert ÄrztInnen auf, Opt-Out nicht zu unterschreiben!
An vielen Kliniken wird eine Katastrophe an die Wand gemalt. Die angestellten ÄrztInnen sollen sich von den Drohungen nicht einschüchtern lassen und die Verhandlungshoheit behalten.
Utl.: An vielen Kliniken wird eine Katastrophe an die Wand gemalt.
Die angestellten ÄrztInnen sollen sich von den Drohungen nicht
einschüchtern lassen und die Verhandlungshoheit behalten. =
Wien/Graz/Innsbruck (OTS) - Nachdem im November auch der Bundesrat
die lang überfällige Anpassung der Arbeitszeitregelung für
angestellte ÄrztInnen beschlossen hat, rumort es in den
österreichischen Krankenhäusern gehörig. In Salzburg, Kärnten, Wien
und anderen Bundesländern stellen sich die in Krankenanstalten
angestellten ÄrztInnen auf die Hinterbeine. Sie wollen die seit 11
Jahren überfällige Anpassung der Arbeitszeitregelungen an EU-Recht
nicht ohne Anpassung der Gehaltsschemata passieren lassen. "In den
allermeisten Dienstverträgen für angestellte ÄrztInnen ist das
Grundgehalt lächerlich niedrig, erst mit dem Absolvieren vieler
Überstunden und langer Dienste wird das Gehalt, vor allem für
JungärztInnen, akzeptabel." berichtet Florian Schlader, Vorsitzender
der ÖH Med Innsbruck.
Die neue Regelung sieht ab 1.1.2015 eine höchstens 48 Stunden
umfassende Arbeitswoche vor. Bis 2021 ist es möglich in abgestuften
Schritten mittels "Opt-Out" vorübergehend auf diese Reduktion zu
verzichten und mehr als 48 Stunden pro Woche zu arbeiten. Die
SpitalsträgerInnen der Bundesländer, aber auch die medizinischen
Universitäten drängen ihre ÄrztInnen dazu dieses Opt-Out in Anspruch
zu nehmen, da sonst der Betrieb mit Jahresbeginn 2015 zusammen
breche. "Weil die Länder, der Bund und auch die
KrankenanstaltenträgerInnen es verabsäumt haben geltendes EU-Recht
über 11 Jahre lang umzusetzen, droht jetzt eine Katastrophe, sollten
die ÄrztInnen ihr neu erlangtes Recht NUR 48 Stunden arbeiten zu
müssen, in Anspruch zu nehmen. Wir haben auch schon von Fällen
gehört, wo AssistenzärztInnen damit gedroht wurde, dass ihre Verträge
ohne Opt-Out nicht verlängert werden würden." ärgert sich Jakob
Mandl, Vorsitzender der ÖH Med Graz.
Zum ersten Mal seit Jahrzehnten haben die angestellten ÄrztInnen ein
echtes Druckmittel für bessere Arbeitsbedingungen in der Hand. Bis
vor kurzem mussten bis zu über 100 Stunden lange Arbeitswochen,
lächerliche Stundengehälter und sehr variable Ausbildungsbedingungen
für AssistenzärztInnen schweigend akzeptiert werden. Wer nicht
mitmachte, wurde rasch durch eineN NachfolgerIn von der Warteliste
ersetzt. Weil die KrankenhausträgerInnen jahrelang die Entwicklung
verschlafen haben steht Österreich nun vor einem hausgemachtem
ÄrztInnenmangel. Wir haben zwar die dritthöchste ÄrztInnendichte in
der OECD, die Frage ist jedoch wie lange das noch so bleibt. Die
jungen Ärztinnen und Ärzte lassen sich nicht mehr alles gefallen und
wandern in hohen Zahlen ins Ausland ab. Die angestellten ÄrztInnen
entscheiden auch für den Nachwuchs mit. "Vermutlich ist das hier der
einzige Moment für sehr lange Zeit, wo auf die Bedürfnisse der
Ärztinnen und Ärzte gehört wird. Nur durch ein Verweigern des Opt-Out
bis die KrankenhausträgerInnen die Grundgehälter auf ein
international vertretbares Niveau gehoben haben, haben die ÄrztInnen
eine Position inne, die gehört wird." hält Sarah Schober, Vorsitzende
der ÖH Med Wien, abschließend fest.
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