ÖGB-Tirol: Foglar pocht bei Innsbruck-Besuch auf Lohnsteuersenkung

Pensionsautomatik würde zu Lasten junger Menschen gehen

Tirol (OTS/ÖGB) - ÖGB-Präsident Erich Foglar pochte bei seinem heutigen Besuch in Innsbruck erneut auf ein rasches Handeln der Politik hinsichtlich einer Lohnsteuersenkung. Im Rahmen von Betriebsbesuchen beim Brenner Basistunnel und Innsbrucker Flughafen forderte Foglar eine rasche Entlastung der ArbeitnehmerInnen und PensionistInnen: "Mit dem Lohneinkommen die monatlichen Ausgaben bestreiten zu können, ist besonders in teuren Regionen wie Tirol schwierig. Eine spürbare Lohnsteuersenkung würde den Menschen zugutekommen und der Wirtschaft auch den notwendigen Schub zu mehr Wachstum verleihen", sagte Foglar und bedankte sich für die Tausenden Tiroler Unterschriften zur gemeinsamen Kampagne "Lohnsteuer runter!". ++++

Am Rande seines Besuchs erteilte Foglar einer "Pensionsautomatik" eine klare Absage. Diese würde vor allem junge Menschen treffen und zu einer enormen Altersarmut führen: "Schauen wir uns heute die Realität an: Junge Menschen - egal mit welcher Ausbildung - haben enorme Hürden beim Berufseinstieg zu meistern. Nach unzähligen Praktika oder Volontariaten - also Zeiten mit schlechter oder gar keiner Entlohnung - ergattern sie nach Jahren endlich ein ordentlich entlohntes Beschäftigungsverhältnis", so Foglar mit Verweis auf die Erfahrungen mit der Aktion "Watchlist-Praktikum".

Das Risiko heute arbeitslos zu werden, steige schon ab 45 Jahren an. "Wenn sich daran nichts ändert, bleiben jungen Menschen im schlechtesten Fall nur mehr 20 gute Jahre im Berufsleben, auf denen sie ihr ganzes Leben aufbauen müssen", erklärte Foglar. Und zu den alltäglichen Lebensrisiken wie zum Beispiel Krankheit, Arbeitslosigkeit, Scheidung etc. würde dann auch noch die Unsicherheit der Pensionsautomatik dazu kommen. "Damit würde eine vernünftige Lebens- oder Familienplanung für all jene verunmöglicht, die nicht aus reichem Elternhaus kommen", so Foglar. Dazu komme, dass es bereits heute zu wenige Arbeitsplätze für ältere ArbeitnehmerInnen gibt. Das zeige sich auch in Tirol, wo die Lage am Arbeitsmarkt besonders angespannt sei.

"Hinter dem Krankjammern des umlagefinanzierten Pensionssystems steckt Absicht", warnte Foglar. Im Übrigen solle man alle Zahlen und Fakten bei dem Langfristgutachten zur Pensionsfinanzierung in Betracht ziehen. Der Bereich der BeamtInnenpensionen sei nämlich ausgeklammert, kritisiert der ÖGB-Präsident. Durch die Pensionsharmonisierung und das Auslaufen der Beamtenpensionsregelungen würden die gesamten öffentlichen Pensionsausgaben wesentlich geringer steigen. Foglar fordert daher eine Gesamtbetrachtung der öffentlichen Pensionsausgaben.

"Unser umlagefinanziertes Pensionssystem steht für Pensionen, die den Lebensstandard sichern und die Altersarmut verhindern", sagte Foglar. Eine vermeintliche Unfinanzierbarkeit oder das Ausspielen zwischen den Generationen werde nur von jenen ins Spiel gebracht, die davon profitieren würden. "Die Verantwortung für Soziales und Alterssicherung muss bei den PolitikerInnen bleiben und darf nicht einem Computer oder einer Statistik überlassen werden", so Foglar.

Betriebsbesuch Flughafen Innsbruck

Am Vormittag war Foglar am Innsbrucker Flughafen und bei den dort ansässigen Unternehmen zu Besuch. Gemeinsam mit den BetriebsrätInnen unterhielt sich der ÖGB-Präsident mit den Beschäftigten über die Geschehnisse der vergangenen Jahre. "Man spürt die Verunsicherung bei der Belegschaft der Fluggesellschaften noch immer. Die Turbulenzen der vergangenen Monate und Jahre haben Spuren bei den ArbeitnehmerInnen hinterlassen. Durch den engagierten Einsatz der BetriebsrätInnen und der Gewerkschaft vida sind wir zuversichtlich, dass bald Ruhe einkehrt", sagte Foglar.

Betriebsbesuch Brenner Basistunnel

Beeindruckt zeigte sich Foglar vom Megaprojekt Brenner Basistunnel, das ihm Konrad Bergmeister, Vorstand der BBT SE, ausführlich schilderte: Die Wertschöpfung des Großprojekts sei beeindruckend und vor allem schaffe der Bau des 64 Kilometer langen Tunnels Arbeitsplätze. Die gute sozialpartnerschaftliche Zusammenarbeit der Gewerkschaft Bau-Holz mit der Unternehmensführung sorge vor Ort für beste Rahmenbedingungen für die ArbeiterInnen.

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