Etzenberger: Anzahl der bäuerlichen Betriebe ist rückläufig

Sozialdemokratische Landwirte über das Erreichte erfreut, aber besorgt über die Gesamtsituation in der Landwirtschaft

St. Pölten (OTS) - In der Sitzung des Nationalrates vergangene Woche wurde Rechtssicherheit für Nebenerwerbslandwirte hergestellt, damit sie bei Jobverlust auch das Arbeitslosengeld bekommen. Damit wurde eine Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofes vom August repariert, der zufolge Bauern, die einer außerlandwirtschaftlichen Tätigkeit nachgehen und einen niedrigeren Einheitswert von 1.500 Euro haben, vom Bezug des Arbeitslosengeldes ausgeschlossen werden sollten, obwohl sie als unselbstständig beschäftigte ArbeitnehmerInnen in den Versicherungstopf einzahlen. "Für viele Kleinbauern wäre das eine existenzbedrohliche Ungleichbehandlung gewesen", zeigt sich Josef Etzenberger, Vorsitzender der SPÖ-Bauern erfreut. Unter ÖVP Minister und Burgenlands Bauernbundobmann Nikolaus Berlakovich ist diese Verschlechterung eingetreten, die es zu reparieren galt. Die nunmehrige Gesetzesanpassung, die in ein verschärftes Lohn- und Sozialdumpinggesetz eingebettet ist, war dringend notwendig. Von den insgesamt 166.317 land- und forstwirtschaftlichen Betrieben wurden im Jahr 2013 37 Prozent im Haupt- und 55 Prozent im Nebenerwerb geführt.

Außerdem sei Etzenberger in Sorge bezüglich aktueller Daten über die Rückläufigkeit der Anzahl der land- und forstwirtschaftlichen Betriebe: "Wir stellen fest, dass der Trend zu größeren Betrieben anhält und wir müssen alles daran setzen, dass die Nahrungsmittelversorgung durch die kleinbäuerlichen Familienbetriebe abgesichert wird." Im Jahr 2013 gab es in Österreich insgesamt 166.317 land- und forstwirtschaftliche Betriebe, das waren um vier Prozent weniger als bei der Zählung im Jahr 2010. Dies geht aus den endgültigen Ergebnissen der Agrarstrukturerhebung 2013 hervor, die von der Statistik Austria jetzt im November veröffentlicht wurden. Der Strukturwandel setzte sich somit weiter fort, er hat sich jedoch etwas verlangsamt.

Laut der Agrarstrukturerhebung 2013 waren insgesamt 414.410 Personen (-17 Prozent gegenüber 2003) in der Land- und Forstwirtschaft beschäftigt, darunter 343.728 oder 83 Prozent familieneigene Arbeitskräfte. Das sind wichtige Arbeitsplätze, die nicht durch falsche Strukturmaßnahmen und mangelnde Obsorge für die ländlichen Familienbetriebe verloren gehen dürfen. Der Trend zu größeren Einheiten hält laut Statistik Austria ungebrochen an: Wurde 2003 von einem Betrieb im Durchschnitt eine Gesamtfläche von 39 Hektar bewirtschaftet, so waren es 2013 bereits 44,2 Hektar. Ähnlich verlief die Entwicklung bei der landwirtschaftlich genutzten Fläche, wo eine Steigerung von 18,4 auf 18,8 Hektar festgestellt werden konnte. Die österreichische Landwirtschaft ist aber nach wie vor - auch im EU-Vergleich - klein strukturiert. "Das zeigt einmal mehr, dass wir in Österreich mit unserer Landwirtschaftspolitik richtig liegen", so der SPÖ-Bauern-Vorsitzende. "Auch bei der Tierhaltung ist der Trend zu immer größeren Einheiten zu beobachten und hier ist die Gefahr einer zu intensiven Landwirtschaft nicht von der Hand zu weisen. Daher fordern wir einmal mehr eine tierschutzgerechte Tierhaltung und ein Verbot der Lebendtier-Transporte", ergänzt Etzenberger.

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SPÖ Bauern NÖ, Josef Etzenberger, Tel.: 02742/2255-180, Mobil: 0664/264 21 03, josef.etzenberger@spoe.at

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