- 26.11.2014, 09:16:25
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Etzenberger: Anzahl der bäuerlichen Betriebe ist rückläufig
Sozialdemokratische Landwirte über das Erreichte erfreut, aber besorgt über die Gesamtsituation in der Landwirtschaft
Utl.: Sozialdemokratische Landwirte über das Erreichte erfreut, aber
besorgt über die Gesamtsituation in der Landwirtschaft =
St. Pölten (OTS) - In der Sitzung des Nationalrates vergangene Woche
wurde Rechtssicherheit für Nebenerwerbslandwirte hergestellt, damit
sie bei Jobverlust auch das Arbeitslosengeld bekommen. Damit wurde
eine Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofes vom August repariert,
der zufolge Bauern, die einer außerlandwirtschaftlichen Tätigkeit
nachgehen und einen niedrigeren Einheitswert von 1.500 Euro haben,
vom Bezug des Arbeitslosengeldes ausgeschlossen werden sollten,
obwohl sie als unselbstständig beschäftigte ArbeitnehmerInnen in den
Versicherungstopf einzahlen. "Für viele Kleinbauern wäre das eine
existenzbedrohliche Ungleichbehandlung gewesen", zeigt sich Josef
Etzenberger, Vorsitzender der SPÖ-Bauern erfreut. Unter ÖVP Minister
und Burgenlands Bauernbundobmann Nikolaus Berlakovich ist diese
Verschlechterung eingetreten, die es zu reparieren galt. Die
nunmehrige Gesetzesanpassung, die in ein verschärftes Lohn- und
Sozialdumpinggesetz eingebettet ist, war dringend notwendig. Von den
insgesamt 166.317 land- und forstwirtschaftlichen Betrieben wurden im
Jahr 2013 37 Prozent im Haupt- und 55 Prozent im Nebenerwerb geführt.
Außerdem sei Etzenberger in Sorge bezüglich aktueller Daten über die
Rückläufigkeit der Anzahl der land- und forstwirtschaftlichen
Betriebe: "Wir stellen fest, dass der Trend zu größeren Betrieben
anhält und wir müssen alles daran setzen, dass die
Nahrungsmittelversorgung durch die kleinbäuerlichen Familienbetriebe
abgesichert wird." Im Jahr 2013 gab es in Österreich insgesamt
166.317 land- und forstwirtschaftliche Betriebe, das waren um vier
Prozent weniger als bei der Zählung im Jahr 2010. Dies geht aus den
endgültigen Ergebnissen der Agrarstrukturerhebung 2013 hervor, die
von der Statistik Austria jetzt im November veröffentlicht wurden.
Der Strukturwandel setzte sich somit weiter fort, er hat sich jedoch
etwas verlangsamt.
Laut der Agrarstrukturerhebung 2013 waren insgesamt 414.410 Personen
(-17 Prozent gegenüber 2003) in der Land- und Forstwirtschaft
beschäftigt, darunter 343.728 oder 83 Prozent familieneigene
Arbeitskräfte. Das sind wichtige Arbeitsplätze, die nicht durch
falsche Strukturmaßnahmen und mangelnde Obsorge für die ländlichen
Familienbetriebe verloren gehen dürfen. Der Trend zu größeren
Einheiten hält laut Statistik Austria ungebrochen an: Wurde 2003 von
einem Betrieb im Durchschnitt eine Gesamtfläche von 39 Hektar
bewirtschaftet, so waren es 2013 bereits 44,2 Hektar. Ähnlich verlief
die Entwicklung bei der landwirtschaftlich genutzten Fläche, wo eine
Steigerung von 18,4 auf 18,8 Hektar festgestellt werden konnte. Die
österreichische Landwirtschaft ist aber nach wie vor - auch im
EU-Vergleich - klein strukturiert. "Das zeigt einmal mehr, dass wir
in Österreich mit unserer Landwirtschaftspolitik richtig liegen", so
der SPÖ-Bauern-Vorsitzende. "Auch bei der Tierhaltung ist der Trend
zu immer größeren Einheiten zu beobachten und hier ist die Gefahr
einer zu intensiven Landwirtschaft nicht von der Hand zu weisen.
Daher fordern wir einmal mehr eine tierschutzgerechte Tierhaltung und
ein Verbot der Lebendtier-Transporte", ergänzt Etzenberger.
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