- 26.11.2014, 08:50:05
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Naturschutzverbände: Effiziente Umsetzungsschritte im Programm für Ländliche Entwicklung gefragt
Der kürzlich erfolgten Mittelaufstockung für den Projektnaturschutz müssen jetzt wirkungsvolle naturschutzfördernde Maßnahmen folgen
Utl.: Der kürzlich erfolgten Mittelaufstockung für den
Projektnaturschutz müssen jetzt wirkungsvolle
naturschutzfördernde Maßnahmen folgen =
Wien (OTS) - Die Naturschutzorganisationen BirdLife, Naturschutzbund,
Naturfreunde und WWF begrüßen die Verbesserungen zugunsten der
Naturerhaltung im Rahmen des neuen Förderprogramms "Ländliche
Entwicklung", jüngst vereinbart zwischen Umweltministerium und
Europäischer Kommission. Unter anderem durch eine Mittelaufstockung
um 35 Millionen Euro für Projektnaturschutzmaßnahmen ist Minister
Rupprechter auf eine der Hauptforderungen der Verbände zum Teil
eingegangen. In der jetzt anlaufenden Programmumsetzung gilt es,
effizienter als in der abgelaufenen Periode, Prioritäten für die
gefährdetsten Naturräume und Arten Österreichs zu setzten.
Prioritäten für das Schutzgebietsnetzwerk und
Artenschutzprojekte
Angesichts der vielfach prekären Situation selbst innerhalb von
Schutzgebieten, z. B. für die Erhaltung seltener Orchideenwiesen auf
Steilhangflächen oder für bedrohte Arten wie Luchs und Bär, gilt es
die knappen Fördermittel mit höchstmöglicher Effizienz einzusetzen.
Die nun zugesagten Geldmittel liegen noch immer weit hinter den
diesbezüglichen Bedarfsschätzungen der Umweltorganisationen. Es wird
sehr schwierig, den beobachtbaren Verlust der biologischen
Artenvielfalt in Österreich zu stoppen. "Dem konsequenten Ausbau des
Natura 2000 Netzwerkes sowie gezielten Maßnahmen für die bedrohtesten
Lebensräume und Arten außerhalb der Schutzgebiete, z.B. den stark
rückläufigen Feld- und Wiesenvögeln, sind künftig eindeutige
Prioritäten einzuräumen", so Gerald Pfiffinger von BirdLife
Österreich.
Neue tragfähige Kooperationen mit den Landwirten aufbauen
Auch wenn die Landwirte über die neuen ÖPUL-Fördermöglichkeiten für
Blüh- und Nützlingsstreifen - insbesondere für Österreichs
Schmetterlings- oder Bienenwelt bereits Entscheidendes leisten,
bleiben viele Biodiversitätsprobleme weiterhin ungelöst. Die
Erhaltung aller ökologisch wertvollen Landschaftselemente ist zwar
als Ziel im neuen ÖPUL verankert, jedoch fehlt es an entsprechenden,
praxistauglichen Detailbestimmungen und vor allem an
Aufklärungsarbeit um die Landwirte dafür zu begeistern.
Das neue "Programm für Ländliche Entwicklung in Österreich" steht mit
seinen enormen Finanzmitteln von 1,1 Milliarden Euro jährlich damit
auch vor der großen Herausforderung, neue tragfähige Kooperationen
zwischen Landwirtschaft und Naturschutz auf- bzw. alte Ressentiments
abzubauen.
Die Bewerbung der neuen, ökologischen Fördermöglichkeiten bei Land-
und Forstwirten muss erheblich intensiviert und verbessert werden, um
diese unverzichtbaren Partner vermehrt für Naturschutzmaßnahmen zu
gewinnen.
Besonders gefordert sind hierbei die Naturschutzabteilungen der
Bundesländer: Das neue ÖPUL-Instrument "regionaler Naturschutzplan"
bietet hier gute Ansätze, für jeweils eine abgegrenzte Region neue
Projektgemeinschaften zu etablieren.
Vordringlich ist jetzt, diese und andere positive Neuerungen des
Programms gemeinsam mit den Projektpartnern in den Regionen zu
nutzen.
BirdLife Österreich, Mag. Gerald Pfiffinger
Naturfreunde Österreich, DI Regina Hrbek
Naturschutzbund Österreich, Mag. Birgit Mair-Markart
WWF Österreich, Dr. Bernhard Kohler
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